Neuer CIA-Chef

14. April 2017 03:08; Akt: 14.04.2017 04:06 Print

Wikileaks ist ein «feindlicher Geheimdienst»

Es sei an der Zeit, die Enthüllungsplattform als das zu bezeichnen, was sie sei, sagte der neue CIA-Direktor Mike Pompeo bei seinem ersten öffentlichen Auftritt.

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Der neue CIA-Chef Mike Pompeo hat die Enthüllungsplattform Wikileaks als «feindlichen Geheimdienst» bezeichnet. Es sei Zeit, Wikileaks als das zu bezeichnen, was es ist, sagte Pompeo am Donnerstag in seinem ersten öffentlichen Auftritt seit seinem Amtsantritt.

«Wikileaks ist ein nichtstaatlicher feindlicher Geheimdienst, der oft von staatlichen Akteuren wie Russland angetrieben wird», betonte er. Die Plattform ermuntere ihre Anhänger dazu, bei der CIA zu arbeiten, um an Geheimdienstinformationen zu gelangen. Dabei konzentriere sich Wikileaks besonders auf die USA und suche «Unterstützung von antidemokratischen Staaten und Organisationen», sagte Pompeo bei einer Diskussion im Zentrum für strategische und internationale Studien (CSIS) in Washington.

Geschichte wiederholt sich

Der neue CIA-Direktor verglich Wikileaks und ihren Gründer Julian Assange mit Informanten aus der Zeit ohne Internet. Ein prominentes Beispiel sei der CIA-Beamte Philip Agee, der die Identitäten von Geheimagenten enthüllte und deshalb für die Ermordung des damaligen CIA-Vertreters in Athen 1974 verantwortlich gemacht wurde.

Wikileaks selbst sieht sich dagegen in der Rolle eines Aufklärers. Assange hatte am Mittwoch in einem Meinungsbeitrag in der «Washington Post» geschrieben, die Plattform habe dieselbe Mission wie renommierte Zeitungen in den USA: «nachrichtlich relevante Inhalte zu veröffentlichen». Einziges Interesse von Wikileaks sei es, «die verfassungsrechtlich geschützte Wahrheit zu sagen».

Pompeo bezeichnete Informanten wie Assange und den Ex-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden dagegen als eine der grössten Bedrohungen für die USA. «Assange und seinesgleichen» machten «gemeinsame Sache mit Diktatoren», sagte der seit Februar amtierende CIA-Chef.

Der Australier Assange lebt seit Juni 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London, weil er eine Auslieferung an die USA fürchtet. Snowden ging nach seinen Enthüllungen von Geheimdienstpraktiken nach Russland ins Exil.

Unangenehme Wahrheiten

Die Internet-Plattform Wikileaks hatte im Jahr 2010 ein politisches Erdbeben ausgelöst, als sie mehr als 250'000 vertrauliche Dokumente von US-Botschaften in aller Welt veröffentlichte. Im vergangenen Jahr publizierte Wikileaks eine Vielzahl von Dokumenten aus dem Präsidentschaftswahlkampf der US-Demokraten, die der Kandidatin Hillary Clinton schadeten. Die US-Geheimdienste werteten dies als von Russland gesteuertes Vorgehen, das den republikanischen Kandidaten Donald Trumps zum Wahlsieg verhelfen sollte.

Erst im März brachte Wikileaks die CIA in Verlegenheit: Die Plattform enthüllte eine zweifelhafte Cyberspionage-Technik, mit der sich die CIA Zugang zu Smartphones und Fernsehern verschafft, um die Geräte zum Abhören zu nutzen.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter am 14.04.2017 04:13 Report Diesen Beitrag melden

    Hochpeinlich !

    Ach glaubt dieser Herr Mike Pompeo wirklich noch dass ihm das jemand abkauft. Die Aussagen von Wikileaks waren soweit immer richtig, was man von den Geheimdiensten kaum sagen kann. Die USA gehen mir so langsam aber sicher nur noch auf den Senkel.

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  • Paul am 14.04.2017 07:20 Report Diesen Beitrag melden

    Wer ist der böse?

    Was ist schlimmer, eine Straftat zu begehen oder eine Straftag aufzudecken? Auch Geheimdienste habe sich an Regeln zu halten, selbst der US Geheimdienst. Der Dieb hat bekanntlich die grösste Angst bestohlen zu werden.

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  • Etienne am 14.04.2017 04:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht zu fassen

    Soll ich lachen oder weinen? Die CIA erdreistet sich Kritik an Wikileaks zu üben, ist selbst aber für abertausende Tote verantwortlich. Kleiner Buchtipp zum Thema: CIA - die ganze Geschichte. Zeigt die geheimen Machenschaften dieser untragbaren Organisation gnadenlos auf.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Typhoeus am 14.04.2017 22:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neue Besen kehren gut

    Deshalb will Trump auch den CIA ausmisten und bei Pannen die Schuld auf andere schieben, eine bereits tägliche Praxis der Trump Administration.

  • Kudi, Weggis am 14.04.2017 13:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahrheit

    Die Wahrheit ertragen die meisten nicht. Speziell die gesamte Politik. Zum Glück gibt es Wikileaks.

  • old owl am 14.04.2017 12:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ende punkt

    Der CIA ist es, der weltweit als feindlicher Geheimdienst zu betrachten ist.

  • Also am 14.04.2017 11:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Währe dass die Bestätigung

    Dass Donald Trump zu unrecht, amerikanischer Präsident ist.

  • boka am 14.04.2017 11:45 Report Diesen Beitrag melden

    News-Broker

    Bedenklich, dass Wikileaks, als News-Broker offenbar eine politische Agenda verfolgt. Wäre Assange, wie Snowden, durch seinen Gerechtigkeitssinn getrieben, hätte ich nichts gegen ihn, doch er will als kleines Würstchen einfach gross rauskommen. Alle Verschwörer sollen mal eine Weile in den Ländern leben, die sie anhimmeln. Hab den Verdacht, sie waren mal verblendete USA-Fans, die eine enttäuschte Liebe zu verarbeiten hätten, statt dessen hassen sie die Angebetete lieber.