Rubygate-Affäre

14. September 2011 17:38; Akt: 14.09.2011 18:44 Print

Senat gibt Berlusconi RückendeckungSenat gibt Berlusconi Rückendeckung

Italiens Senatoren sind der Ansicht, dass Silvio Berlusconi tatsächlich geglaubt habe, Ruby Rubacuore sei die Nichte von Hosni Mubarak – und stellen die Zuständigkeit des Gerichts in Frage.

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Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat im Prozess um die mutmassliche Sex-Affäre mit einer Minderjährigen Unterstützung auch vom Senat erhalten. Nach dem Abgeordnetenhaus stellte auch das Oberhaus in einer Resolution die Zuständigkeit des Mailänder Gerichts für die sogenannte Rubygate-Affäre in Frage.

Nach Ansicht der Senatoren vom Mittwoch muss nicht ein Strafgericht, sondern ein sogenanntes Ministergericht in dem Prozess um die angebliche Begünstigung der Prostitution Minderjähriger und Amtsmissbrauch entscheiden. Dies hatte im April bereits das Abgeordnetenhaus beantragt.

Parlament: Kein Amtsmissbrauch

Die Regierungsmehrheit im Parlament bestreitet, dass Berlusconi sein Amt missbraucht habe, als er im Mai 2010 die Mailänder Polizei anrief, um die wegen Diebstahls festgenommene Marokkanerin Karima al- Mahrough alias Ruby Rubacuore freizubekommen.

Nach Ansicht der Abgeordneten war Berlusconi damals tatsächlich überzeugt, dass die junge Frau wie behauptet die Nichte des damaligen ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak sei.

Vorwurf: Bei Partys für Sex bezahlt

Die Mailänder Staatsanwaltschaft wirft Berlusconi zudem vor, 2010 die damals minderjährige Nachtclub-Tänzerin bei Partys in seiner Villa in Arcore für Sex bezahlt zu haben.

Italiens Verfassungsgericht hat den Einspruch des Parlaments gegen den Mailänder Prozess bereits zugelassen. Das Gericht will aber erst in einigen Monaten über den Kern der Frage entscheiden.

Berlusconis Anwälte werden voraussichtlich bei der nächsten Anhörung am 3. Oktober in Mailand beantragen, den Prozess bis zur Entscheidung des Verfassungsgerichtes auszusetzen.

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