«Ihr bekommt noch Schlitzaugen»

04. Mai 2017 13:09; Akt: 05.05.2017 09:43 Print

Philip ist der Prinz des politisch Unkorrekten

Prinz Philip, Gemahl der britischen Königin Elizabeth II., zieht sich zurück. Anlass, sich an die verbalen Ausrutscher des 95-Jährigen zu erinnern.

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Prinz Philip ist für seine mitunter ungeschickten Sprüche bekannt. fragte er einen Ureinwohner bei einer Australien-Reise im März 2002 etwa. Bei einem Besuch im Juli 2015 in einem Gemeindezentrum im Londoner Stadtbezirk Barking and Dagenham fragte der Duke of Edinburgh einige der Frauen: Die Angesprochenen nahmen es mit Humor: «Wir sind alle verheiratet, also unseren Ehemännern.» Politisch korrekt? Fehlanzeige bei Philip: sagte er im Mai 1999 zu gehörlosen Jugendlichen bei einem Festival in Cardiff mit Hinweis auf die laute Band. Prinz Philip nach 50 Ehejahren mit Elizabeth, November 1997. So begrüsste der Prinz 1997 den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl. Im Februar 2013 beim Besuch eines Londoner Spitals zu einer Krankenschwester aus den Philippinen. 16. September 2010: Anlässlich des Besuchs von Papst Benedikt XVI. fragte Prinz Philip die schottische Politikerin Annabel Goldie, ob sie trage. Die sichtlich erstaunte Goldie erwiderte, dass sie unter keinen Umständen auf diese Frage antworten könne. soll er 1995 einen Fahrlehrer in Schottland gefragt haben. Bei einem Empfang im Oktober 2009 für Hunderte Mitglieder der indischen Gemeinde in Grossbritannien begrüsste Prinz Philip den Geschäftsmann Atul Patel mit den Worten Damit hat der Prinz unterstellt, dass alle Inder mit dem Familiennamen Patel verwandt seien. Am 6. März 2008 erlaubte sich Prinz Philip einen Ausrutscher mit der Tanzgruppe Welsh Belly Dancers: sagte er im Gespräch mit den Bauchtänzerinnen. Sie arbeite im Filmbusiness, erklärte Oscar-Gewinnerin Cate Blanchett Prinz Philip am 30. Januar 2008, als beide während eines Wohltätigkeitsdinners aufeinandertrafen. Zu seinem 85. Geburtstag am 10. Juni 2006 erschien eine Sammlung seiner besten Zitate unter dem Titel «Duke of Hazard». Kurz zuvor hatte der gute Prinz seine Landsleute erneut mit einer originellen Idee zum Lachen gebracht: Der «Firlefanz» der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele, so schlug er vor, sollte 2012 in London gestrichen werden. Bei einer Party fragte er einen Mann dunkler Hautfarbe: Der Angesprochene erwiderte: «Aus Birmingham, Sir, der zweitgrössten Stadt Englands.» Philip hatte es mit Lord Taylor of Warwick zu tun, dem höchstrangigen Schwarzen unter den Politikern der Konservativen Partei Grossbritanniens. Trotz der Empfehlung eines Diplomaten auf einem Bankett in Berlin im November 2004, deutschen Wein zu probieren, meinte der Duke of Edinburgh: Während einer Firmenbesichtigung in Schottlands Hauptstadt Edinburgh erblickte Prinz Philip einen elektrischen Schalter, aus dem die Enden von Kabeln herauskamen, und sagte: Beim Besuch eines Jugendclubs für Einwanderer aus Bangladesh fragte der Gatte der Queen: 2004 wies Prinz Philip eine Rollstuhlfahrerin mit den Worten zurecht: Zur Eröffnung der neuen City Hall in London im Juli 2002 meinte der Prinz: Briten, die den pazifischen Inselstaat Papua-Neuguinea durchwandert hatten, gratulierte er 1998 so: Zielsicher trat der Prinz auch beim Besuch eines Hindu-Tempels in London ins Fettnäpfchen. Er wurde einigen tamilischen Priestern vorgestellt: fragte er in Anspielung auf die Rebellen, die im Norden und Osten von Sri Lanka für einen unabhängigen Tamilenstaat kämpfen. «Nein, wir sind Priester. Wir haben mit Gewalt nichts zu tun», erwiderte einer von ihnen. Legendär ist seine Warnung bei einem Staatsbesuch in der Konsequent hielt er auch beim Besuch des 14-jährigen George Barlow an seiner Linie fest: Als er vor zwei Jahren mit der Königin einer schriftlichen Einladung in eine Romforder Schule in der Grafschaft Essex folgte, fragte er den Jungen: Begonnen hatten die verbalen Ausrutscher des Duke of Edinburgh bereits nach der Verlobung mit der damaligen Thronfolgerin Prinzessin Elizabeth. Als der Herzog sich 1947 bei einem Bahnarbeiter nach dessen Aufstiegschancen erkundigte, bekam er zu hören: «Ach, da müsste schon mein Boss sterben.» Philips Antwort:

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Das angekündigte Treffen aller Palastangestellten am heutigen Donnerstag hat wilde Spekulationen ausgelöst. Selbst von einem Rücktritt der Queen aus gesundheitlichen Gründen war die Rede.

Ganz so dramatisch war es dann doch nicht: Prinz Philip, Ehemann der britischen Königin Elizabeth II., wird sich von seinen öffentlichen Verpflichtungen zurückziehen. Der 95-Jährige habe sich entschieden, ab Herbst keine neuen Termine mehr anzunehmen, teilte der Buckingham-Palast mit.

Allerdings werde er möglicherweise auch danach auf eigenen Wunsch von Zeit zu Zeit an öffentlichen Ereignissen teilnehmen. An derlei Auftritten glänzt der Duke of Edinburgh jeweils auch mit allerhand Kalauern und oft politisch inkorrekten Aussagen.

«Kultig wegen seines schrägen Humors»

Wirklich böse war ihm auf Dauer kaum jemand: «Ihm verzeiht man Sachen eher, was auch mit seinem fortgeschrittenen Alter zu tun hat. Er gilt als kultig wegen seines schrägen Humors», sagt der Royal-Experte Andreas Englert zu 20 Minuten.

Eine Kostprobe? An einem Festival, an dem eine sehr laute Band spielte, sagte Prinz Philip zu gehörlosen Jugendlichen etwa: «Taub? Wenn ihr da so nahe dran seid, ist es kein Wunder, dass ihr taub seid.» Oder er stellte bei einem Besuch in Peking gegenüber britischen Studenten fest: «Wenn ihr noch länger hier bleibt, bekommt ihr Schlitzaugen.»

Überzeugen Sie sich in der Bildstrecke selbst davon, dass Philip seinem Namen als Prinz der Fettnäpfchen wirklich alle Ehre macht.

Prinz Philip zieht sich aus der Öffentlichkeit zurück:

(gux)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mischu am 04.05.2017 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso verbale Entgleisungen?

    Sensationeller, britischer, schwarzer Humor...!!!

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  • Stefan am 04.05.2017 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht zu vergessen,

    als er bei einem Staatsempfang einen Afrikaner gefragt hat, ober er nun ins Bett gehe, weil er sein Pyjama schon anhabe (so ne afrikanische Tracht).

    einklappen einklappen
  • Anonymous am 04.05.2017 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    Prinz geradeaus

    Er sagt, was er denkt, ohne Umwege

Die neusten Leser-Kommentare

  • Fredy am 05.05.2017 13:01 Report Diesen Beitrag melden

    God save the queen and Philipp;)

    Philipp ist einfach ein lustiger Kerl. Die beiden erinnern mich sowieso fest an meine Grosseltern. Einerseits optisch, sind doch einige Ähnlichkeiten auszumachen. Aber auch vom Charakter. Meine Grossmutter, das liebste Grosi, die aber genau ihre Linie hatte, immer alles im Griff hatte und auch mal etwas Haare auf den Zähnen, wenn ihr was nicht passte. Und mein Grossvater hatte auch so einen Schalk und immer einen flotten Spruch parat und er hatte uns soviele Sachen gezeigt, mit uns etwas unternommen oder einfach nur etwas gespielt. Schön wars...

  • Ruedi 64 am 05.05.2017 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo Philipp, mein Humor!!!

    Chuck Norris ist ja nur noch ein Lehrling gegen unseren Philipp!!!!

  • yelena am 05.05.2017 11:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    witz nicht gleich witz

    wenn jemand bloss gestellt wird, öffentlich noch dazu, ist das kein humor. behinderte, farbige etc. verdienen diese witzchen nicht. aber er ist halt der ehemann der queen. da ist es halt lustig. oder doch nicht?

  • Kurt Maring am 05.05.2017 11:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    PRINZ Direkt

    Bei uns sind solche Sprüche schon fast ein Tatbestand. Schade.

  • CptMcROFLcopter am 05.05.2017 11:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Perfekt

    Ich liebe schwarzen Humor. Vielleicht hätte man am Anfang der Bildstrecke noch eine Trigger Warning für die Mimosen einbauen sollen.