«Noch dreister werden»

15. August 2012 18:44; Akt: 16.08.2012 08:46 Print

Pussy Riot plant weitere Proteste gegen Putin

Gestärkt von der internationalen Solidarität, plant die russische Band Pussy Riot weitere Protestaktionen gegen den Kreml. Sympathisanten haben sich auf der ganzen Welt zu Kundgebungen versammelt.

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Die russische Band Pussy Riot plant weitere Protestaktionen gegen Präsident Wladimir Putin und bittet um Unterstützer. Trotz der möglichen Verurteilung von drei Musikerinnen würden die Proteste fortgesetzt, sagten Mitglieder der Band der Nachrichtenagentur Reuters.

«Es ist hart für uns, ohne sie zu sein. Wir spüren das, aber es bedeutet für uns nur eins: Wir müssen noch stärker werden, vielleicht auch noch dreister», sagte am Dienstag eines der weiblichen Bandmitglieder, die anonym bleiben wollten.

Mit Blick auf den Prozess gegen die drei inhaftierten Musikerinnen, in dem am Freitag ein Urteil erwartet wird, sagte ein anderes Mitglied: «Wir haben uns für diesen Weg entschieden. Natürlich ist es sehr gefährlich, das wissen wir. Und wir wollen brenzlige Situationen in Zukunft vermeiden. Aber ich fürchte – und das macht etwas Angst – dass wir alle bereit sind die Konsequenzen zu tragen.»

Inzwischen machen internationale Popstars bei ihren Konzerten auf die Situation von Pussy Riot aufmerksam. «Jetzt gibt es sehr viele Pussy Riots überall auf der Welt, Menschen die eine Sturmmaske aufziehen und uns unterstützen», sagt ein Bandmitglied. «Die Idee hinter Pussy Riot ist es, dass man uns gar nicht alle einsperren kann und wir immer mehr und mehr werden.»

«Wir sind alle Pussy Riot»

Die Elektro-Punk-Musikerin Peaches solidarisiert sich mit der russischen Frauen-Band Pussy Riot. Im Video zum Song «Free Pussy Riot», das am Mittwoch auf Youtube, Facebook und anderen sozialen Netzwerken zu sehen war, solidarisiert sich die kanadische Sängerin mit den drei inhaftierten Musikerinnen. In ihrem Song macht die in Berlin lebende Peaches Putin für die Verfolgung des Trios wegen «Rowdytums» verantwortlich.

Für die Videoaufnahmen versammelte Peaches nach eigenen Angaben gemeinsam mit der Musikerin Simonne Jones 400 Menschen in einem Berliner Park. Diese tragen bunte Gesichtsmasken – ähnlich denen der drei Russinnen bei ihrer kremlkritischen Performance in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale im Februar – und singen am Ende des Videoclips «We are all Pussy Riot» («Wir sind alle Pussy Riot»).

Das Urteil gegen die drei Musikerinnen von Pussy Riot soll am Freitag verkündet werden. Die Staatsanwaltschaft forderte für die drei Angeklagten jeweils drei Jahre Haft.



(Quelle: YouTube/DerTagesspiegel)

(bee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Steve Meyer am 16.08.2012 00:05 Report Diesen Beitrag melden

    Jedes Land, dass einen Diktaor

    Putin herzlich empfängt, tritt damit die Freiheit und Demokratie mit Füssen. Nur, jeder Staatschef wird ihn abknutschen, solange Russland Öl und Gaz hat.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Steve Meyer am 16.08.2012 00:05 Report Diesen Beitrag melden

    Jedes Land, dass einen Diktaor

    Putin herzlich empfängt, tritt damit die Freiheit und Demokratie mit Füssen. Nur, jeder Staatschef wird ihn abknutschen, solange Russland Öl und Gaz hat.