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Entführter Schweizer
09. Februar 2012 12:35; Akt: 09.02.2012 14:27 Print
Die letzten Bilder von Lorenzo V.
Das philippinische Militär und die Polizei haben die Suche nach dem entführten Lorenzo V. und seinem holländischen Begleiter intensiviert. Wer die Entführer sind, ist weiterhin unklar.
Sie sind ausgezogen, um seltene Nashornvögel zu beobachten, nun fehlt jede Spur von ihnen: Der Schweizer Lorenzo V.* und sein holländischer Begleiter E.H.* sind vor einer Woche im Süden der Philippinen entführt worden. Hunderte von Marinesoldaten suchen seither nach den beiden Europäern, bisher erfolglos, wie Sadikul Sahali, Gouverneur der Provinz Tawi-Tawi, gegenüber dem «Philippine Daily Inquirer» sagt.
Bewaffnete Entführer kidnappten V., H. und ihre lokalen Führer in der Stadt Panglima Sugala. «Wer die Kidnapper sind und was sie wollen, wissen wir immer noch nicht», sagte Polizeichef Rodelio Jocson der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag. Die Gruppe habe die Behörden bisher nicht kontaktiert.
Geiseln sollen noch nicht in Abu-Sajaf-Hochburg sein
Jocson zeigte sich aber optimistisch, dass die Entführer nicht durch die Marine-Blockade rund um den Archipel in Richtung Sulu geflohen sind. «Wir haben unsere Anstrengungen intensiviert und es gibt keinen Anhaltspunkt, dass sie uns entkommen sind.» Die Provinz Sulu gilt als Hochburg der militanten Abu Sajaf. Die islamistische Gruppierung ist berüchtigt. Sie war in der Vergangenheit nicht nur für terroristische Angriffe auf den Philippinen verantwortlich, sondern soll auch der Al Kaida nahestehen.
Nach den Einschätzungen des Polizeichefs befinden sich die Entführer mit ihren Geiseln irgendwo im Dschungel der rund 307 Inseln im Tawi-Tawi-Archipel. Es seien zahlreiche Insel-Chefs an der Suche beteiligt. Den Suchteams hat sich auch Ivan Sarenas angeschlossen. Der Philippino war der lokale Führer der beiden Geiseln, konnte sich aber retten.
Noch keine Forderungen gestellt
Die philippinische Polizei veröffentlichte ein Bild von E.H., Lorenz V. sowie Sarenas, welches vor der Entführung entstanden ist. Es zeigt die drei im Gespräch. Der Gouverneur machte Sarenas Vorwürfe. Er habe fahrlässig gehandelt, als er H. und V. in das Gebiet geführt habe. Es müsste jedem klar sein, dass es dort bewaffnete Gruppen gebe, die nur auf solche Gelegenheiten warteten, so Sahali. Zudem soll Sarenas die örtlichen Behörden nicht zum Schutz aufgeboten haben..
Das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) ist über die Entführungen informiert und steht im Kontakt mit den Behörden vor Ort. Zur aktuellen Lage wollte sich das EDA nicht äussern – zum Schutze des Schweizers. Governeur Sahali sagte gegenüber dem «Inguirer», dass er täglich mit dem EDA und den niederländischen Behörden telefoniere, «aber auch sie haben bisher noch nichts von den Geiseln gehört».
(amc)






















