Mumbai-Attentäter

29. August 2012 14:56; Akt: 29.08.2012 14:59 Print

Oberstes Gericht bestätigt Todesurteil

Der einzige überlebende Täter der Mumbai-Attentate von 2008 legte gegen sein Todesurteil Berufung ein – und wurde vom Obersten Gericht abgewiesen. «Wir haben keine andere Wahl», heisst es da.

Bildstrecke im Grossformat »
Bei den Anschlägen in Mumbai am 26. November 2008 kam es in der indischen Metropole Mumbai innerhalb kurzer Zeit zu 17 Explosionen, Angriffen mit Schnellfeuerwaffen und zu Geiselnahme. Nach Angaben der indischen Behörden hat es dabei mindestens 239 Verletzte und 174 Tote gegeben. Nur einer der in Pakistan ausgebildeten Täter, Ajmal Kasab wurde festgenommen. Er wurde am 21. November 2012 gehängt. Diese Familie trauert um einen Angehörigen. Inder versammeln sich vor dem Leopold Cafe, einem der Tatorte. Verwüstung im Inneren des Hotels Taj Mahal. Taj Mahal nach dem Terror. Zerstörung im Taj Mahal. Trauer um die Terroropfer: Die letzte Ehre. Trauerzug für den getöteten Kommander Gajendra Singh. Trauer und Leid. Die letzten Brandherde werden gelöscht. Zwei Soldaten richten einen Granatwerfer auf das Hotel Taj Mahal. Ein Soldat zielt auf das Hotel Taj Mahal. Granaten schlagen im alten Teil des Hotel Taj Mahal ein. Der italienische Koch des Trident Oberoi verlässt mit seiner Tochter das Hotel. Sicherheitskräfte nehmen das Hotel Taj Mahal ins Visier. Während sich der Wohnungsmieter unter dem Bett versteckt, feuern Soldaten in Richtung des jüdischen Zentrums. Spezialeinheiten stürmen das jüdische Zentrum. Ein Helikopter setzt indische Einsatzkräfte beim jüdischen Zentrum ab. Einsatzkräfte versuchen das jüdische Zentrum zu stürmen. Ein Scharfschütze gibt Feuerschutz, während Spezialeinheiten das jüdische Zentrum stürmen. Banges Warten auf eine Befreiung im Trident-Oberoi-Hotel. Eine Sicherheitseinheit positioniert sich vor dem Hotel Taj Mahal in Mumbai am 27. November. Leere Strassen im sonst belebten Stadtteil Kulaba in Bombai nach Schüssen am 27. November. Polizisten bewachen das Hotel Taj Mahal in Mumbai am Abend des 27. Novembers. Retter holen mit einer Leiter eine Frau am 27. November aus dem Hotel Taj Mahal in Mumbai. Ein Beamter der Zugbewachungseinheit kontrolliert mit einem Spürhund einen Waggon. Menschen verstecken sich nach Schüssen aus dem Hotel Taj Mahal in Mumbai hinter einem Palisadenzaun. Leute ducken sich am 27. November hinter einen Palisadenzaum um das Hotel Taj Mahal in Mumbai, als Schüsse durch die Luft peitschen. Ein Mann, der fast 24 Stunden lang als Geisel festgehalten wurde, wird vom Hotel Trident Oberoi in Mumbai wegbegleitet. Ein Tourist, der über 24 Stunden im Trident Oberoi Hotel in Mumbai als Geisel gefangen gehalten wurde, wehrt Medienleute ab. Zwei erschöpfte Touristen, die gegen 24 Stunden im Trident Oberoi Hotel in Mumbai gefangen gehalten wurden laufen nach ihrer Freilassung gemeinsam weg. Die Indian National Security Guard positionieren sich im Bereich des Kulaba Marktes am 27. November. Die Indian National Security Guard positioniert sich im Bereich des Kulaba-Marktes. Ein Mann der Indian National Security Guard positioniert sich in einem Gebäude beim Kulaba-Markt. Ein TV-Bild zeigt einen der islamistischen Terroristen, die am 26. November 2008 im Mumbai ein Blutbad angerichtet haben. TV-Bilder der Terroristen, die im Taj Mahal Hotel Geiseln genommen haben. Während der Nacht gelang es der Polizei einige der Geiseln aus dem Taj Mahal Hotel zu befreien. Befreite Geiseln und Gäste des Taj Majhal Hotels. Trümmer liegen überall herum. Eine Ambulanz auf dem Weg zu einem Spital. Schaulustige betrachten, was nach der Explosion einer Bombe übrig blieb. Rauch über dem Taj Mahal Hotel in Mumbai. Ein Fotograf bei den Aufnahmen der traurigen Bilder. Polizisten inspizieren einen Ort, an dem die Terroristen gewütet haben. Ein Polizist führt eine ältere Dame aus der Bahnhofshalle, wo kurz davor ein Massaker stattfand.

Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Indiens Oberster Gerichtshof hat in letzter Instanz das Todesurteil gegen den einzigen überlebenden Attentäter der Terroranschläge von Mumbai bestätigt. Das teilten die Richter am Mittwoch in der Hauptstadt Neu Delhi mit.

«Wir haben keine andere Wahl, als die Todesstrafe zu verhängen», teilten die beiden Richter mit. Ajmal Amir Kasab habe mit einem «Kriegsakt gegen die Regierung» das «schwerste Verbrechen» begangen, das es in Indien gebe.

Der 24-jährige Pakistaner hatte Ende November 2008 gemeinsam mit anderen Attentätern in der Finanzmetropole Mumbai über drei Tage hinweg Geiseln genommen und zwei Luxushotels sowie ein weiteres Gebäude besetzt gehalten. Dabei waren 175 Menschen getötet worden, darunter neun Extremisten.

Ein Sondergericht hatte Kasab bereits im Mai 2010 unter anderem wegen Mordes und «Kriegsführung gegen Indien» schuldig gesprochen und zum Tod durch den Strang verurteilt. Er war dagegen in Berufung gegangen, scheiterte jedoch in allen Instanzen.

Nun hat Kasab noch die Möglichkeit, ein Gnadengesuch an den indischen Staatspräsidenten zu richten.

Konflikt zwischen Indien und Pakistan

Hinter der Tat von Mumbai steht nach Ansicht Neu Delhis die aus Pakistan operierende Terrorgruppe Lashkar-e-Taiba (LeT). Zudem verdächtigen die indischen Behörden Teile des pakistanischen Geheimdienstes ISI, in die Vorbereitung der Anschläge verwickelt gewesen zu sein.

Dabei berufen sie sich auf Aussagen eines festgenommenen mutmasslichen LeT-Hintermanns, der seit Juni in einem indischen Gefängnis sitzt.

Nach der Terrorserie waren die Beziehungen der Atommächte Indien und Pakistan an einem Tiefpunkt angelangt. Inzwischen haben sich beide Seiten auf diplomatischer Ebene aber wieder angenähert und die zwischenzeitlich ausgesetzten Friedensgespräche fortgesetzt.

(sda)