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Gaddafi-Interview
03. Mai 2010 18:47; Akt: 03.05.2010 18:55 Print
«Die Schweiz ist eine Mafia»
Muammar al-Gaddafis Attacken werden immer bizarrer. Neueste Behauptung: Die Schweiz habe gezielt Leute aus dem Weg geräumt, um an ihr Geld heranzukommen.
Muammar al-Gaddafis Zorn auf die Schweiz ist nach wie vor gross. (Bild: Keystone/Sabri Elmhewi)
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In einem am Montag veröffentlichten Interview mit dem deutschen Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» bezeichnet Gaddafi die Schweiz als «Mafia», die Geldwäscherei «im grossen Stil» betreibe. Eine grosse Zahl von Besitzern von Schweizer Geheimkonten sei «unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen», behauptet der Revolutionsführer weiter, ohne dafür Belege zu liefern. Stattdessen bezieht er sich auf die Sterbehilfe: Eine Reihe von Leuten sei unter diesem Vorwand «gezielt aus dem Weg geräumt worden».
Die Schweiz behaupte, die Betreffenden hätten den Wunsch geäussert, sich das Leben zu nehmen. «Dabei ging es in Wahrheit darum, an ihr Geld heranzukommen. Mehr als 7000 Menschen sind auf diese Weise gestorben», so Gaddafis Verschwörungstheorie, die laut «Spiegel» selbst «über das im Nahen Osten übliche Mass weit hinaus» gehe. Einmal mehr ruft der libysche Machthaber dazu auf, «das Staatswesen der Schweiz aufzulösen» und auf Deutschland, Frankreich und Italien zu verteilen. Ebenso wiederholt er seine Behauptung, die Schweiz finanziere den Terrorismus.
Der Revolutionsführer steht mit der Schweiz auf Kriegsfuss, seit sein Sohn Hannibal und dessen Ehefrau Aline im Juli 2008 Genfer Hotel Président Wilson wegen Misshandlung von Dienstpersonal verhaftet worden waren. Im «Spiegel»-Interview behauptet Vater Gaddafi nun, er höre «zum ersten Mal» von den Misshandlungen. Die Behandlung seines Sohnes Hannibal durch die Genfer Polizei hingegen sei «ein Akt des Terrorismus» gewesen. Sie habe ihn gefesselt «mal in einen Kühlraum, mal ins Badezimmer» gesteckt – «genau so, wie die Kaida mit ihren Opfern umgeht».
«Gerichte müssen über Göldi entscheiden»
Kurz angebunden zeigt sich Muammar al-Gaddafi hingegen zum Fall des Schweizer Geschäftsmann Max Göldi, der seit mehr als zwei Monaten in Libyen im Gefängnis sitzt. Auf die «Spiegel»-Frage, ob er etwas für ihn tun könne, meinte Gaddafi: «Das können nur die Gerichte entscheiden.» Hoffnung auf baldige Fortschritte sieht anders aus.
(pbl)





















