Die Trumps in Saudiarabien

20. Mai 2017 09:37; Akt: 21.05.2017 10:17 Print

«Zum ersten Mal sehe ich eine richtige Frau»

Melania Trump und ihre Stieftochter Ivanka haben bei ihrer Ankunft in Saudiarabien kein Kopftuch getragen und damit für Aufsehen in sozialen Medien gesorgt.

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«Schlacht zwischen Gut und Böse»: Präsident Trump äussert sich am Gipfeltreffen in Saudiarabien zum Kampf gegen den Terrorismus. (21. Mai 2017) Donald Trump mit dem saudischen König Salman in Riad. (21. Mai 2017) «Ich habe es sehr genossen mit diesen unglaublichen Frauen zu sprechen»: Die First-Lady bei ihrem Besuch in GE-Service-Center in Saudi-Arabien. «Freiheiten und Chancen müssen weiter erkämpft werden»: Ivanka Trump, hier im King Abdulaziz Conference Cente in Riad. (21. Mai 2017) Gelebte Tradition: Donald Trump mit König Salman (2.v.l.) während der Empfangs-Zeremonie. (20. Mai 2017) Republikaner Cotton lotet offenbar Chancen für Trump-Nachfolge aus: Tom Cotton. Ist zufrieden mit seinem Besuch in Saudi-Arabien: Der US-Präsident schüttelt die Hand von König Salman. (20. Mai 2017) Ankunft in Riad: Donald und Melania Trump auf dem König-Khalid-Flughafen in Riad. (20. Mai 2017) In der saudischen Hauptstadt wird Trump durch König Salman (r.) begrüsst. Die First Lady trägt bei ihrer Ankunft in Saudiarabien einen schwarzen Hosenanzug, aber kein Kopftuch. König Salman schüttelt die Hand von Melania Trump, was für viele strenggläubige Muslime in Saudi-Arabien ein anstössiges Verhalten sein dürfte. Auch die Präsidententochter (l.) verzichtet auf eine Kopfbedeckung. Ivanka Trump und Jared Kushner (2.v.l.) marschieren bei der Empfangszeremonie hinter dem saudischen König (l.) und Kronprinzen (m.). Aufbruch auf die grosse Reise: Präsident Trump, begleitet von Melania – in einem figurbetontem Outfit – auf dem Weg an Bord der Air Force One. (19. Mai 2017) Trump verlässt die USA später als fast alle seine Vorgänger der jüngeren Vergangenheit. Donald Trump beim Gespräch mit König Salman. Etwas abseits nimmt Melania Trump Platz. Vor der Reise: Trump wolle Menschen aller Religionen um eine Botschaft des Friedens und Fortschritts herum vereinen, sagt der nationale Sicherheitsberater H.R. McMaster. Der Sprecher des Weissen Hauses, Sean Spicer, sagt, Trump wolle mit seiner Reise beitragen, die Probleme der Welt zu lösen. Weiter führt Trumps Reise nach Israel: Dort wird er unter anderen den Premierminister Benjamin Netanyahu treffen. Auch ein Besuch der Klagemauer in der Altstadt von Jerusalem steht auf Trumps Programm. Danach ist ein Wiedersehen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas geplant. Der erste Touchdown in Europa: Am Mittwoch will sich der mächtigste Mann der Welt mit Papst Franziskus treffen.

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Donald Trumps Ehefrau Melania und seine Tochter Ivanka haben beim Staatsbesuch des US-Präsidenten in Saudi-Arabien grosses Aufsehen erregt. Beide Frauen traten in dem ultrakonservativen Königreich ohne Kopftuch auf.

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Der saudische König Salman schüttelte der First Lady nach der Ankunft am Flughafen in Riad auch kurz die Hand – was für viele strenggläubige Muslime in Saudi-Arabien ein anstössiges Verhalten sein dürfte.

Der arabische Begriff «Bint Trump» («Trumps Tochter») entwickelte sich bei Twitter innerhalb kürzester Zeit zum Top-Hashtag. Vor allem Männer meldeten sich zu Wort und rühmten Ivankas Aussehen. «Wir sollten unsere Beziehungen mit Trump verbessern und seiner Tochter viele Investitionen garantieren, damit sie unser Land häufiger besucht», schrieb der Twitterer Rakan al-Atibi auf Arabisch.

«Eine richtige Frau»

In einem häufig geteilten Video hielt ein Mann in traditioneller saudischer Kleidung, der sich Badr bin Fahd nannte, sogar um die Hand von Ivanka an, die in Saudi-Arabien von ihrem Ehemann Jared Kushner begleitet wurde. Ein anderer Nutzer twitterte: «Zum ersten Mal sehe ich eine richtige Frau.» Daneben setzte er zwei Herzen.

First Lady Melania Trump trug am ersten Tag des Besuchs in Saudiarabien einen weiten schwarzen Hosenanzug mit einer grossen goldenen Schnalle. Ihre Kleidung erinnerte an die schwarze Abaja, die Frauen in Saudiarabien als Überwurf tragen müssen – ein langes Gewand, das keine Körperkonturen erkennen lässt. Saudischen Frauen ist es in dem Königreich zudem untersagt, auf die Strasse zu gehen, ohne die Haare zu verbergen.

Ivanka hatte ein schwarz-weisses Kleid gewählt. Die blonde Präsidententochter begleitete ihre Vater und Melania unter anderem in den saudischen Königspalast. Dort sass sie beim offiziellen Empfang neben dem früheren Kronprinzen Mukrin bin Abdelasis, mit dem sie sich angeregt unterhielt.

Erinnerung an Michelle Obama

Michelle Obama, Ehefrau des amerikanischen Ex-Präsidenten Barack Obama, hatte im Januar 2015 bei Saudis für Empörung gesorgt, als sie bei einem Besuch in Riad ebenfalls mit offenen Haaren auftrat.

Auch Trump gehörte damals zu den Kritikern der damaligen First Lady. Auf Twitter schrieb er: «Viele sagen, es sei wunderbar gewesen, dass Frau Obama sich geweigert habe, ein Kopftuch in Saudi-Arabien zu tragen, aber sie wurden beleidigt. Wir haben genug Feinde.»

Auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hatte vor einigen Wochen bei ihrem Besuch in Saudiarabien auf ein Kopftuch verzichtet.

(nag/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Flüchtling am 19.05.2017 10:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glückwunsch

    Alles liebe und gute Mr. Präsident.

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  • Kleeopatra am 20.05.2017 16:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo Frau Trump

    Ziehen die Frauen aus Saudiarabien das Kopftuch damn auch ab, wenn sie Trumps besuchen würden in den USA? Wohl kaum. Somit kann Frau Trump sehr wohl auch auf das Kopftuch verzichten in Saudiarabien.

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  • Vielflieger am 19.05.2017 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht so viel..

    Klar 25'000km sind eine ganze Menge. Es gibt aber viele Leute, die beruflich solche Reisen machen müssen und damit für Ihre (Schweizer) Firmen einen wichtigen Beitrag zum Wohl der Firma leisten. Nur dass diese nicht an jeder Flugzeugtür von einer Limousine abgeholt und während der ganzen Reise verhätschelt werden...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kuesche am 21.05.2017 10:55 Report Diesen Beitrag melden

    Keine

    Wäre Saudiarabien eine Demokratie und könnten die Frauen wählen gäbe es keine vermummten Frauen!!!

  • Walter R am 21.05.2017 10:53 Report Diesen Beitrag melden

    Wie ist es denn umgekehrt?

    Warum sollen sich die Bewohner westlicher Länder immer dem Islam anpassen? Wie ist es denn umgekehrt? Passen sich Islamische Frauen bei einem Besuch in Westeuropa oder in Amerika der einheimischen Kleidermode an und verzichten auf das tragen eines Kopftuchs?

  • Rüedu am 21.05.2017 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    Kann das wirklich sein?

    Ernsthaft? Ueber Frauen und ihre Bekleidung diskutieren, statt sich fragen, was ein Trump und seine Sponsoren treiben, und Waffen für 110 Milliarden an einen der Hauptuntestützer des IS liefern? Statt sich zu fragen, ob dies nun der "geheime Plan" sein soll, den Trump im Wahlkampf angekündigt hat, wie er den IS in 30 Tagen besiegen will? Ist das nun die Lösung Trumps die Welt sicherer zu machen und sich weniger in fremde Länder einzumischen? Statt ich zu fragen, wieso man einen Muslim Ban gegen Terroristen macht aber dem Heimatland von 15 der 19 9/11 Täter Waffen liefert? Kopftuch....

  • alex s. am 21.05.2017 10:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    geflogenheit

    ich bin ja auch kein riesenfan von ihnen, aber wenn wir schon erwarten, dass die araber & co. sich unseren gepflogenheiten etc. anpassen, dann müssen wir auch deren gesetze und sitten respektieren, vor allem als staatsoberhaupt. ansonsten sollten wir lieber den mund halten.

    • Danny am 21.05.2017 10:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @alex s.

      Was heisst "wir"? Weil die Trump-Familie keinen Respekt bekundet, sind das noch lange nicht alle Westler und schon gar nicht "wir". Jeder Tourist hält sich an die Regeln. Die Trumps nicht.

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  • Jesus Monteras am 21.05.2017 09:42 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig so

    Umgekehrt wärs ja nicht anders!! Warum haben immer alle das gefühl man muss sich vor muslimischen Welt verbeugen?? Machen die ja auch nicht!!!