Parteitag in Köln

23. April 2017 14:10; Akt: 23.04.2017 14:45 Print

Die Spitzenkandidaten der AfD stehen fest

Ersatz für Frauke Petry: Am Parteitag in Köln wurden Alexander Gauland und Alice Weidel zum Führungsduo für die Bundestagswahl gekürt.

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Die AfD zieht mit dem stellvertretenden Parteichef Alexander Gauland und Vorstandsmitglied Alice Weidel als Spitzenkandidaten in den Bundestagswahlkampf. Für das Duo stimmten am Sonntag beim Parteitag in Köln knapp 68 Prozent der Delegierten.

Parteichefin Frauke Petry hatte nach ihrer Niederlage bei der Debatte um die Ausrichtung der Partei am Samstag bekräftigt, sie stehe nicht für eine Spitzenkandidatur zur Verfügung.

Gauland stellt sich hinter Höcke

Gauland, Ehrenvorsitzender der AfD in Brandenburg auf Lebenszeit, zählt zu den Unterstützern des Thüringer Parteichefs und Rechtsauslegers Björn Höcke. Petry hatte nach dessen umstrittener Rede im Januar ein Parteiausschlussverfahren in Gang gesetzt, das Gauland ablehnt.

Höcke hatte sich abfällig über das Holocaust-Mahnmal in Berlin geäussert. Zudem werfen Kritiker ihm vor, keinen klaren Trennungsstrich zur rechtsextremen NPD zu ziehen. Gauland weist Vorwürfe zurück, in der AfD gebe rassistische und fremdenfeindliche Tendenzen. Er gilt als einer der einflussreichsten Politiker in der Partei.

Öffentliche Islam-Kritik verschärft

Weidel wurde lange Zeit dem Petry-Lager zugerechnet und versuchte sich als Finanz- und Wirtschaftsexpertin zu etablieren. In der Frage des Umgangs mit der Euro-Krise geriet sie jedoch mit Parteichef Jörg Meuthen aneinander.

Weidel verschärfte zuletzt ihre öffentliche Islam-Kritik. So wirft sie etwa dem Zentralrat der Muslime vor, sich «nie glaubhaft von der Steinzeit-Scharia und religiösem Fundamentalismus distanziert» zu haben.

Wahlprogramm beschlossen

Weidel hatte erst vergangenen März eine schwere Niederlage erlitten, als sie bei der Wahl zur Landesvorsitzenden in Baden-Württemberg durchfiel, nachdem Meuthen sich gegen sie ausgesprochen hatte.

Am Mittag hatte die AfD ihr Wahlprogramm beschlossen, mit dem sie in fünf Monaten erstmals in den Bundestag einziehen will. Die Delegierten verabschiedeten mit grosser Mehrheit das Programm, mit dem sich die Partei im Wahlkampf als politische Kraft rechts von der CDU7CSU positioniert.

Die AfD setzt auf rigorose Massnahmen in der Flüchtlingspolitik, sie will unter anderem eine jährliche Mindest-Abschiebequote und ist gegen jeglichen Familiennachzug. Kriminelle Migranten sollen ausgebürgert werden. Bekräftigt wird der Anti-Islam-Kurs der Partei mit der Aussage, der Islam «gehört nicht zu Deutschland».

(chi/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter P. am 23.04.2017 16:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Rücktritt

    Von Frau Petri wurde am 20. April bekannt gegeben. Das hat sicher vielen AfD Wähler den Feiertag verdorben ;)

  • Narziss am 23.04.2017 14:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    viel erfolg frau petri fr ihre Zukunft.

    schade um frau Petri, Sie war eine gewannte berlegte rednerin ob das neue duo erfolg hat?

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  • Alexander am 23.04.2017 17:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Höcke rausschmeissen!

    Na toll, damit die AfD auf Erfolgkurs bleibt muss sie sich gemässigt und bürgerlicher präsentieren. Sie würde damit eine politische Marktlücke des Rechtskonservatismus in Deutschland füllen. Aber nein, man will lieber Höcke behalten um die rassistischen Wähler nicht zu verlieren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Typhoeus am 24.04.2017 09:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anachronistische Partei vor dem AUS

    Eigentlich verspricht die Partei der älteren Wählerschaft Ruhe und Ordnung, de facto führen ihre Handlungen zu starken Antireaktionen in der restlichen Wählerschaft und in den eigenen Reihen. Deutschland Deutschland über alles und ohne EU, zurück zu Kaisers Geburtstag und Nürnberg Paraden ? Was für ein Schwachsinn.

  • Lachender Schulze am 23.04.2017 21:01 Report Diesen Beitrag melden

    AfD nimmt sich selbst aus dem Rennen

    Mit dem Gauland für den Bundestagswahlkampf hat sich die AfD nun selber aus dem Rennen genommen, und muss nun um den Einzug in den Bundestag bangen! Gauland ist für die meisten einfach unwählbar, mit Frauke Petri und Ihrem Intelligenteren, und abgeklärteren handeln wäre die AfD sicher in den Bundestag eingezogen! Aber mit dem Alten Schreihals ist Game Over und die AfD wird wie die NPD enden....

  • Auch wenn die AfD-Spitzenleute am 23.04.2017 20:47 Report Diesen Beitrag melden

    sich streiten

    ist das nur ein bedingter Grund zur Freude. Frau Petry versuchte, wie M. Le Pen, die Partei trotz aller extremen Ausreisser nach rechts als 'akzeptabel- bürgerlich', als wählbar zu positionieren um so ihren Macht- Führungsanspruch zu zementieren. Fr. Petry, die selber einen Parteichef zu Fall brachte, hat zu hoch gepokert, weil die Partei tatsächlich rechts von rechts steht. Das momentane Ergebnis aus Frankreich macht Mut: selbst Brexit und Trump garantieren keinen Rechtsrutsch in Frankreich.

  • Markus R. am 23.04.2017 19:00 Report Diesen Beitrag melden

    Da Frauke Petri nicht mehr die Partei

    anführt, können die anderen die AfD nun an die Wand fahren. Denn dann ist die AfD nicht besser als die CSU die auch fremdenfeindliches Gedankengut hat.

    • Saamy48 am 24.04.2017 08:31 Report Diesen Beitrag melden

      Frauke Petry ist Parteivorsitzende ...

      zusammen mit Jörg Meuthen und bleibt das auch, mindestens vorerst. Sie ist aber nicht Spitzenkandidatin im Wahlkampf zur Bundestagswahl 2017. Mir ist nicht klar, warum das so schwer zu verstehen ist. Auch nicht, was sich an der AfD ändern soll, wenn zwei andere Mitglieder des Bundesvorstands, Gauland und Weidel waren da schon vorher dabei, nun die Partei im Wahlkampf anführen. Frauke Petry wird in dieser Zeit auch ein Kind zur Welt bringen, weshalb ich diese Entscheidung gegen die Spitzenkandidatur für sehr nachvollziehbar halte.

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  • Elena Zimmermann am 23.04.2017 18:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wen interessiert es?

    was interessiert uns eine AfD, kleine rechte Randpartei?