Nahost-Konflikt

31. Juli 2014 08:06; Akt: 31.07.2014 08:07 Print

Bolivien erklärt Israel zum Terroristenstaat

Boliviens Präsident Evo Morales hat Israel am Mittwoch als «Terroristenstaat» deklariert und hob gleichzeitig die Visumfreiheit für israelische Staatsbürger in Bolivien auf.

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Ein Hochhaus in Gaza wird bei einem Luftangriff amzerstört. 22 Personen werden verletzt. Palästinenser stehen vor den Trümmern eine Hauses im Norden von Gaza-Stadt am 19. August. Nachdem trotz Feuerpause Raketen Richtung Israel flogen, wurde die israelische Delegation am bei den Friedensgesprächen in Kairo nach Hause zurückbeordert. Gleichzeitig flog Israel erneut Luftangriffe auf Gaza. Die Verhandlungen zwischen Israel und der palästinensischen Hamas über eine dauerhafte Feuerpause im Gazastreifen wurden zuvor um 24 Stunden verlängert. Vom herrschte zwischen Hamas und Israel eine Waffenruhe. Einige Palästinenser suchten in diesem Zeitraum ihre Häuser auf. Palästinenser tragen einen Verletzten am 3. August, nachdem Geschosse bei einer UN-Schule in Rafah im Gazastreifen eingeschlagen sind. Über 100 Menschen sind bei einer offensiven Suche israelischer Soldaten nach einem angeblich entführten Leutnant in der palästinensischen Stadt Rafah gestorben. Hier ein Bild des mutmasslich entführten Leutnants Hadar Goldin. Am Samstagabend, 2. August, gab das isrealische Militär bekannt, der Mann sei am Freitag im Kampf gefallen. Die Hamas hatte von Anfang an gesagt, man habe keinen Soldaten entführt. Von Anfang an waren sie davon ausgegangen, dass der Leutnant bereits beim Gefecht verstarb. Die vereinbarte Feuerpause ist nach wenigen Stunden nach palästinensischen Angaben bereits wieder gebrochen worden. In der Nacht auf den wurden insgesamt 19 Personen getötet. Dies wurde wenige Stunden vor der dreitägigen Waffenruhe bekannt gegeben. Boliviens Präsident Evo Morales deklarierte Israel am zum «Terroristenstaat». Zerstörter Klassenraum: Die Attacke auf die UN-Einrichtung Abu Hussein im Flüchtlingslager Dschabalija ereignete sich am frühen Morgen des 30. Juli. Rauch über einer Schule der UNO im Norden des Gazastreifens. Bei einem Angriff sind mindestens 20 Personen getötet worden. Der Blutzoll des Kriegs in Gaza ist am 29. Juli 2014 auf über 1200 Personen gestiegen. Die palästinensischeAutonomiebehörde spricht von über 1000 zivilen Opfern. Chile und Peru fordern darum eine sofortige und dauerhafte Waffenruhe und ziehen aus Protest ihre Botschafter ab. Ganz anders in den USA. Dort hat der Kongress ein weiteres Unterstützungspaket für Israel bewilligt: 225 Millionen Dollar für das Raketenabwehrsystem Irondome. Nach einer kurzen Waffenruhe folgen am Montag, 28. Juli 2014, intensive Kämpfe. Bei den Angriffen der israelischen Armee sterben zahlreiche Palästinenser. Am Freitag, 25. Juli, einigten sich Israel und die radikale Hamas auf eine von US-Aussenminister John Kerry vorgeschlagene Waffenruhe. Für 12 Stunden sollen die Waffen am Samstag ruhen. Vor der Feuerpause feuert Israel Raketen in den Gazastreifen. Nach den drei Raketenangriffen auf den Ben-Gurion-Flughafen nahe Tel Aviv mussten viele Flüge gestrichen werden. Rauch und ein Feuerball über Gaza City, nachdem dort am 22. Juli 2014 ein Kampfflugzeug ein Geschoss abgefeuert hat. Zwei Wochen dauert die Offensive des israelischen Militärs gegen die Bewohner des Gazastreifens nun schon an. Bemühungen um eine Feuerpause sind bisher gescheitert. Schulen der Vereinten Nationen im Gazastreifen werden zu Konfliktzeiten von der palästinensischen Bevölkerung gern als Zufluchtsort genutzt, wie hier ein Archivbild zeigt. Nun haben Hamaskämpfer in einer dieser Schulen vor einer Woche offenbar über ein Dutzend Raketen gelagert. Generalsekretär Ban Ki Moon ist empört und forderte am Mittwochabend, 23. Juli 2014, eine umfassende Aufklärung. Junge Palästinenser gehen am durch die Trümmer. In der Nacht bombardierte das israelische Militär fünf Moscheen, ein Fussballstadion und das Haus eines Hamas-Anführers. Ein Mann steht am 22. Juli in einem zerstörten Geschäft in Gaza-Stadt. 17 Mitglieder der erweiterten Familie Abu Jamea wurden bei einem Luftangriff am 21. Juli getötet, als sie an einer Beerdigung in einer Moschee im südlichen Gazastreifen teilnahmen. Die Bodenoffensive der israelischen Armee hat allein am Sonntag, 20. Juli 2014, 112 Tote gefordert. 13 sind israelische Soldaten, der Rest sind Palästinenser, darunter erneut viele Kinder und Frauen. Seit dem Beginn des Konflikts wurden zudem über 2600 Menschen verletzt. Am späten Sonntagabend, 20. Juli 2014, wird bekannt, dass die Hamas bei Kämpfen in Gaza City einen israelischen Soldaten gefangen genommen hat. Für die Bevölkerung ein Grund zum Feiern. Palästinensische Rettungskräfte suchen in den Trümmern nach Überlebenden. Eine am Mittag des 20. Juli ausgerufene Waffenruhe wurde kurz danach wieder gebrochen. Tausende Palästinenser flüchten am aus dem östlichen Stadtviertel Schedschaija von Gaza-Stadt, viele von ihnen zu Fuss. Die israelische Armee hat die Stadt Gaza am 20. Juli unter massiven Beschuss genommen, tausende Palästinenser verliessen daraufhin ihre Häuser. Ein junger Mann schiebt eine Greisin amdurch das Viertel Schedschaija in Gaza-Stadt. Sie hält einen Stock in der Hand, daran bläht sich im Wind ein weisser Fetzen als Zeichen der Kapitulation. Israel habe seine Luftangriffe auf den Norden des Gazastreifens intensiviert, meldeten die palästinensischen Behörden am 19. Juli. Ein palästinensischer Junge geht durch die Trümmer eines Hauses in Beit Lahiya, das in der Nacht zum durch eine israelische Rakete zerstört wurde. Israel startet am Abend des eine Bodenoffensive im Gazastreifen. Ziel sei es, die terroristische Infrastruktur der Hamas nachhaltig zu schädigen. Denn der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warnt die Hamas am : Sollten die radikal-islamische Hamas den ägyptischen Friedensplan nicht zustimmen, werde Israel die Angriffe auf den Gazastreifen verstärken. Doch genau das tat die Hamas: Sie war nicht bereit, dem Friedensplan zuzustimmen. Am Montag demonstrieren Studenten in Beirut gegen die israelische Offensive. Am Sonntagabend, schoss die Hamas Raketen aus Gaza City nach Israel. Die Israelis antworteten mit Flugangriffen. Zu diesem Zeitpunkt waren in Palästina gemäss palästinensischen Angaben bereits 184 Menschen in den Kämpfen gestorben. Rund drei Viertel der Opfer seien Zivilisten, davon ein Viertel Kinder. In der Nacht auf Samstag, , sind bei israelischen Luftangriffen fünf Palästinenser gestorben. Nun plant Palästina eine UN-Resolution, um einen endgültigen Waffenstillstand zu erreichen. Nach Raketenangriffen aus Gaza: Israelische Feuerwehrmänner versuchen am eine in Brand geratene Tankstelle zu löschen. Rauch steigt in Gaza City auf, nachdem am 9. Juli 2014 ein israelisches Kampfflugzeug einen Angriff geflogen hat. Im Rahmen der Operation «Protective Edge» hat die israelische Luftwaffe mehr als 120 Luftangriffe geflogen. Dabei wurden laut palästinensischen Angaben 400 Personen verletzt und 68 getötet. Ein Drittel davon sollen Zivilisten sein. Laut Berichten feuerten militante Palästinenser am Dienstag, 8. Juli innert kurzer Zeit rund 40 Raketen auf israelische Ortschaften. Warnsirenen heulten auch in Ortschaften nördlich von Tel Aviv sowie in Beerscheva, Aschkelon und Aschdod. In Tel Aviv konnten die Raketen vom Abwehrsystem abgefangen werden. In Jerusalem wurde ein Haus von einer Rakete getroffen - es wurde niemand verletzt. Israelische Kampfjets flogen im Gazastreifen am frühen Dienstagmorgen Angriffe auf den Gazastreifen. Mindestens 15 Palästinenser wurden von der israelischen Armee im Gazastreifen getötet. Am 7. Juli haben drei der Verdächtigen den Mord gestanden. Die israelische Polizei hat am Sonntag, 6. Juli 2014, offenbar sechs junge Männer verhaftet. Sie werden verdächtigt, den 16-jährigen Palästinenser Mohammed Abu Chdeir umgebracht zu haben. Wegen dessen Entführung und Ermordung und jener von drei jugendlichen israelischen Religionsschülern gab es in zahlreichen Städten gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen israelischen Sicherheitskräften und Palästinensern. Besonders heftig waren diese nach der Beerdigung des 16-jährigen palästinensischen Jugendlichen Mohammed Abu Chder am 4. Juli 2014. Dabei soll auch Tarik Abu Chder, der Cousin des Ermordeten, von der Polizei geschlagen und verhaftet worden sein. Der 15-Jährige hat einen US-Pass und geht in Tampa, Florida, zur Schule. Diese Aufnahme soll im Krankenhaus gemacht worden sein, nachdem die Polizei ihn geschlagen und verhaftet hatte. Die israelische Polizei sagt, Tarik habe sich der Verhaftung widersetzt und die Polizei angegriffen. Tariks Vater sagt, er sei Zeuge der Verhaftung gewesen. Er besteht darauf, dass sein Sohn selbst keine Gewalt angewendet habe und von den Polizisten attackiert worden sei. Laut der Polizei soll sich aber eine Schleuder mit Steinen in Tariks Besitz befunden haben. Er wurde mit sechs weiteren Personen verhaftet. Ihm wird am Sonntag der Prozess gemacht. 1.7.2014: In Israel trauern die Menschen um die drei Jugendlichen, die am Tag zuvor tot aufgefunden wurden. Die drei Jungen im Alter zwischen 17 und 19 Jahren wurden am 12. Juni mutmasslich von Hamas-Extremisten gekidnappt. Man fand ihre Leichen unter einem Erdhaufen nahe der Ortschaft Halhul in der Nähe von Hebron, wie das israelische Militär am Montag mitteilte. Die Mutter eines der Hauptverdächtigen, Amer Abu Aysha, inspiziert ihr Haus nach einer Hausdurchsuchung der israelischen Militärs. Die Familienhäuser der zwei Hauptverdächtigen, Marwan Kawasme (33) und Amer Abu Aysha (29), wurden nur Stunden nach dem Fund der Leichen der drei Teenager attackiert. Die zwei Hauptverdächtigen, Marwan Kawasme (33) und Amer Abu Aysha (29).

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Seit 1972 erlaubt ein Vertrag israelischen Staatsbürgern ohne Visum nach Bolivien einzureisen. Als Protest gegen Israels Offensive im Gazastreifen hat Boliviens Staatschef Evo Morales diesen nun aufgehoben, meldet die Nachrichtenagentur AFP.

Weiter erklärte Morales: «Das heisst, in anderen Worten, dass wir Israel als Terroristenstaat deklarieren», sagte er am Mittwoch.

Die Offensive in Gaza zeige, dass Israel die elementaren Grundregeln zur Achtung des Lebens sowie des friedlichen und harmonischen Zusammenlebens der internationalen Gemeinschaft nicht garantiere.

USA liefern Israel neue Munition

Nur wenige Stunden nach dem tödlichen israelischen Beschuss eine UNO-Schule Gaza haben die USA Israel mit neuer Munition versorgt. Die US-Regierung entsprach damit am Mittwoch einer israelischen Anfrage vom 20. Juli, wie das Verteidigungsministerium in Washington mitteilte.

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel habe die Lieferung drei Tage später genehmigt. Pentagonsprecher John Kirby sagte, es habe sich um eine «rein ministerielle Entscheidung» gehandelt, eine Billigung des Weissen Hauses sei nicht nötig gewesen.

Die USA stünden für die Sicherheit Israels ein, sagte Kirby. Es sei für die nationalen Interessen der USA «entscheidend», Israel dabei zu helfen, seine Fähigkeit zu einer «starken und reaktiven Selbstverteidigung» zu entwickeln und aufrecht zu erhalten.

Der Waffenverkauf stehe mit diesen Zielen im Einklang. Ein Teil der Munition im Wert von umgerechnet rund 750 Millionen Euro stammt aus einem Zwischenlager der US-Armee auf israelischem Boden, sie steht den israelischen Streitkräften im Notfall zur Verfügung.

16 Tote bei Beschuss von UNO-Schule

Israel setzt seine Offensive im Gazastreifen trotz der Kritik der Vereinten Nationen und der USA fort.

Das Sicherheitskabinett von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu stimmte dafür, die am 8. Juli begonnenen Angriffe auf die radikal-islamische Hamas weiterzuführen.

Generalmajor Sami Turgeman, der Chef der Truppen im Gazastreifen, sagte am Mittwoch, man sei nur noch «einige Tage» vom erklärten Ziel entfernt, das Tunnelsystem der Hamas zu zerstören. Bislang seien 32 dieser geheimen Durchgänge nach Israel entdeckt und die Hälfte davon zerstört worden.

Bei dem Beschuss der UNO-Schule im Flüchtlingslager Dschabalija waren am Mittwochmorgen zwei Klassenräume von Panzergranaten verwüstet worden, wie das UNO-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) mitteilte. Etwa 3300 obdachlose Palästinenser hatten dort Zuflucht gesucht. 16 Menschen starben. Der israelische Angriff wurde international scharf kritisiert.

(sda)