Obama bei Google+

01. Februar 2012 00:04; Akt: 01.02.2012 03:53 Print

Plauderstunde mit dem PräsidentenPlauderstunde mit dem Präsidenten

Warum findet mein Mann keinen Job? Was planen Sie an Ihrem 20. Hochzeitstag? Was tun Sie, wenn Sie Lust auf ein Snickers bekommen? Tapfer gab der mächtigste Mann der Welt im Chatroom Antworten.

US-Präsident Barack Obama teilt beim Live-Chat einer Frau mit, dass er sich um einen Job für ihren Ehemann kümmern werde (Video: Youtube).

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Zum ersten Mal hat sich US-Präsident Barack Obama am Montag in einem «virtuellen Interview» der Bevölkerung gestellt. Eine Dreiviertelstunde lang plauderte er auf Google+ mit fünf Wählern. Obama und die Fragensteller trafen sich im «Hangout», dem Video-Chat-Room dem sozialen Netzwerk des Web-Giganten. 133 000 Fragen waren über Youtube an den Präsidenten gestellt worden. Google hatte die Vorauswahl getroffen. Mr President sass im Weissen Haus und strahlte in die Web-Kamera: «Toll, mit euch zu reden.»

Die Diskussionsrunde war angeregt: Christine wollte von Obama wissen, wie man Kindern die Wirtschaftskrise erklären soll. Ramon fragte, ob die US-Regierung nicht den Fokus auf kleine Geschäfte verliere. Und ein obdachloser Veteran aus Boston wollte wissen, warum die Vereinigten Staaten Geld nach Pakistan schicken, wo das «Geld Terroristen gegeben wird.»

«Im ganzen Land gibt es eine riesige Nachfrage nach Ingenieuren»

Besondere Beachtung fand Obamas Reaktion auf die Frage von Jennifer Weddel, die in ihrem Wohnzimmer in Texas sass. Hinter ihr hingen Familienfotos und ein Gummibaum. Jennifer fragte, warum die Regierung weiterhin Visa für Ausländer ausstelle, wo ihr Mann, ein Ingenieur mit langjähriger Erfahrung, selbst keinen Job finde.

Visa würden nur an diejenigen vergeben, die Fähigkeiten aufweisen, die in den Vereinigten Staaten benötigt würden, erwiderte Obama. «Im ganzen Land gibt es eine riesige Nachfrage nach Ingenieuren», sagte Mr President. Vor allem in der Spitzentechnologie würden Ingenieure gesucht, ergänzte er und fragte Jennifer Weddel, was für ein Ingenieur ihr Mann denn sei. Halbleiter-Ingenieur erwiderte sie. Obama war perplex.

Dass ein hochqualifizierter Ingenieur mit jahrelanger Erfahrung seit drei Jahren keine Stelle findet, konnte Obama nicht verstehen und er versprach, der Sache auf den Grund zu gehen: «Wenn sie mir den Lebenslauf ihres Mannes schicken, bin ich sehr interessiert herauszufinden, was passiert ist. Uns erzählt man nämlich, dass jemand im Bereich der Hochtechnologie sofort etwas Neues finden sollte. Ich meine das so: Wenn sie mir den Lebenslauf schicken, will ich wissen, was da los ist.» Jennifer nahm das Angebot des Präsidenten ernst: «Ich werde darauf zurückkommen», sagte sie noch, bevor der Moderator zum nächsten Fragensteller schaltete.

«Ich weiss nicht, wie romantisch das Wochenende werden wird.»

«Fast so gut wie ein persönliches Treffen», lobte Google die Veranstaltung. Entspannter wurde es gegen Schluss, als der Moderator den fünf Wähler erlaubte, Obama eine «schnelle persönliche Frage» zu stellen. Jennifer scheiterte mit ihrer Bitte an Obama, er solle für sie tanzen.

Für etwas Romantik hingegen sorgte Christine: Sie wollte wissen, wie Barack Obama seinen 20sten Hochzeitstag feiern möchte, denn auch sie feiert in diesem Jahr das Ehe-Jubiläum. Obama zerstreute jegliche Erwartungen: Sein Hochzeitstag sei im Oktober, einen Monat vor den US-Präsidentenwahlen: «Ich weiss nicht, wie romantisch das Wochenende werden wird. Wir werden die ganze Feier auf Ende November verschieben müssen.»

Ramon wiederum sprach ein Problem an, das selbst Obama als die härteste Probe für sein Amt bezeichnete: «Was, wenn Sie in der Nacht plötzlich Lust auf ein Snickers oder eine Cola bekommen? Wie fühlen Sie sich, wenn Sie nicht einfach aus dem Haus laufen und etwas zu essen holen können?» fragte er.

Obama freut sich schon auf die Zeit nach dem Amt

Er habe den grossartigsten Job der Welt, meinte Obama darauf. «Aber wenn ich aus dem Haus gehe, muss der Secret Service informiert werden. Die Ambulanz ist in der Nähe. Wenn ich eine Brücke überquere, sind plötzlich überall Boote: Deshalb vergiss es!», seufzte der Präsident. Er freue sich bereits auf all das, wenn er dereinst nicht mehr im Amt sei.



(Video Youtube)

Bei dem Live-Chat mag eine Kommunikation zwischen Bürger und Regierung stattgefunden haben. Obama äusserte sich zu relevanten Themen wie der Wirtschaft, Drohnen, der Internetzensur und Arbeitslosigkeit – für «Spiegel Online» blieben die Fragesteller aber Statisten einer Werbeveranstaltung. Das Weisse Haus mache damit vor allem Werbung für die grosszügigen Freunde aus der IT-Branche. Diese haben bereits 1,3 Millionen Dollar für Obamas Wahlkampf gespendet.

Auch inhaltlich sei nichts wirklich Erstaunliches diskutiert worden. Obama bleibe bei den Wahlkampfphrasen, betone, dass man in den vergangenen 22 Monaten drei Millionen Arbeitsplätze geschaffen habe, konkret wurde er nicht. Und auch Neues hörte man selten – ausser, dass Obama erstmals bestätigte, dass über Pakistan unbemannte Drohnenangriffe geflogen werden.

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  • John Bones Jackson am 01.02.2012 08:50 Report Diesen Beitrag melden

    Spiegel stimme : gelten die Reblikan

    die möchte gerne Experten von Spiegel und unsere Nachbarland haben doch immer etwas entgegen zu setzen. Er versucht nur Menschen eine hauch Hoffnung zu geben. Es geht nicht nur um Werbung. Was macht eure Merkel eigentlich, Sie bereist doch alle EU Länder und kommt mit leeren Händen oder Versprechungen an verschuldete Länder zurück und ihr müsst dafür noch aufkommen+

  • faber castell am 01.02.2012 08:25 Report Diesen Beitrag melden

    naja

    ist ja alles ganz nett. aber mehr als show ist da nicht passiert

  • doppelbürger am 01.02.2012 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    obama ist die einzige alternative

    obama ist die einzige hoffnung für das land amerika. alle andere kandidaten würden amerika in ein land für die reichen transferieren. auch wenn obama definitiv nicht perfekt ist, er ist die beste wahl für ein vorwärtsorientiertes amerika. die republikanischen kandidaten sind bloss ein witz, obama soll endlich sein wahres gesicht zeigen, was heisst mehr einmischung auf seiten des staates aber auch mehr sicherheit für die amerikanischen arbeitnehmer. ein bisschen mehr staat auf seiten des bildungswesens würde den usa nur gut tun und das land vorwärtsbringen!!!