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Vorschlag abgelehnt
28. April 2011 07:22; Akt: 28.04.2011 10:07 Print
Die UNO schweigt zu Syrien
Der Weltsicherheitsrat verurteilt die Gewalt in Syrien vorläufig nicht – zumindest nicht offiziell. Die Mitglieder konnten sich nicht auf eine Erklärung einigen.
Der UN-Sicherheitsrat hat sich nicht auf eine gemeinsame Erklärung zur Verurteilung der Gewalt in Syrien einigen können. Deutschland, Frankreich, Grossbritannien und Portugal hatten einen entsprechenden Entwurf eingebracht, der am Mittwoch aber nach Diplomatenangaben von mehreren Ländern abgelehnt wurde, unter anderem dem Libanon.
Infografik Die arabische Welt im UmbruchAufruhr in der arabischen WeltLibanon Deiss: «Keine baldige Reform des UNO-Sicherheitsrates»Joseph Deiss, Präsident der UNO- Generalversammlung, hält eine baldige Reform des Weltsicherheitsrates für unwahrscheinlich, wie er der österreichischen Nachrichtenagentur APA sagte. Der ehemalige Schweizer Bundesrat sprach am Mittwoch in der Wiener Hofburg.
Erfreut zeigte sich der ehemalige Aussenminister Deiss bei seinem Auftritt über die jüngsten Missionen unter UNO-Mandaten in Libyen und in der Elfenbeinküste. «Die UNO hat in den vergangenen Wochen gezeigt, dass sie in der Lage ist, Führung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen.» (sda)
Das Treffen der 15 Ratsmitglieder in New York fand hinter verschlossenen Türen statt. Auf Antrag der Europäer folgte eine offene Sitzung zur Lage in Syrien mit Erklärungen der Ratsmitsglieder.
Deiss: «Intervention in Syrien schwerer Schritt»
Der UN-Menschenrechtsrat kündigte wegen des gewaltsamen Vorgehens der syrischen Regierung gegen Demonstranten für Freitag eine Sondersitzung an. Auch die EU will am Freitag über die Lage in Syrien beraten.
Das gewaltsame Vorgehen der Regierung von Präsident Baschar Assad gegen Demonstranten hat nach Angaben von Menschenrechtlern seit Mitte März bis zu 450 Zivilisten und 50 Soldaten das Leben gekostet. Aus unabhängigen Quellen können die Angaben nicht überprüft werden, da Syrien fast alle ausländischen Journalisten des Landes verwiesen hat und den Zugang zu den umkämpften Gebieten stark einschränkt.
Der ehemalige Bundesrat und aktuelle Präsident der UNO-Generalversammlung Joseph Deiss hat sich in seiner Rede in der Wiener Hofburg (s. Kasten oben) im Fall Syrien zurückhaltend gezeigt. Eine Intervention sei «ein schwerer Schritt» und bedürfe ausreichender Beratung.
Syrien bestreitet Meuterei in der Armee
Derweil hat die syrische Armee kursierende Gerüchte über eine angebliche Meuterei in der Armee dementiert. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete am Mittwochabend unter Berufung auf einen Armeesprecher, diese Falschmeldungen seien ein Versuch, das Ansehen der Sicherheitskräfte zu beschädigen.
Die Regimegegner hatten zuvor berichtet, etliche Offiziere hätten sich geweigert, auf Demonstranten zu schiessen. Einige von ihnen seien daraufhin von Angehörigen der regimetreuen Republikanischen Garden wegen Befehlsverweigerung erschossen worden.
In einem am Donnerstag veröffentlichten Video, das Aktivisten aus der belagerten Stadt Daraa schmuggeln konnten, sind junge Demonstranten zu sehen, die rufen: «Wir haben keine Angst, die Armee steht auf unserer Seite.»
(sda/dapd)






















