Ebola-Epidemie

07. November 2014 18:25; Akt: 07.11.2014 19:31 Print

Immer weniger stecken sich bei Beerdigungen an

Erfolg bei der Ebola-Bekämpfung: In Westafrika ist die Übertragung der Krankheit bei Beerdigungen dank Vorsichtsmassnahmen stark gesenkt worden, wie die WHO mitteilt.

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Gemäss der WHO stecken sich immer weniger Menschen bei Beerdigungen von Ebola-Erkrankten an. (Bild: Keystone/AP/Abbas Dulleh)

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Anfang November wurde Ebola in Westafrika nur noch in einem Fünftel aller neuen Fälle bei Beerdigungen übertragen, wie WHO-Bereichsleiter, Pierre Formenty, sagte. Im August hatten sich noch 60 Prozent der neuen Patienten bei Bestattungen angesteckt.

60 bis 80 Prozent der Bestattungen liefen nun sicher ab, sagte Formenty. Dabei gibt es jedoch starke regionale Unterschiede: Während im Osten von Sierra Leone 80 Prozent der Beerdigungen ansteckungsfrei abliefen, sei im Westen des Landes jede zweite Beerdigung gefährlich, sagte Formenty.

«Der Dialog mit Familien ist wichtig»

Massgeblich zur Reduktion beigetragen habe ein Massnahmenkatalog, der mit verschiedenen Religionsgruppen ausgearbeitet wurde. «Der Dialog mit Familien ist wichtig», sagte Panu Saaristo vom Roten Kreuz. In vielen Fällen hätten seither Freiwillige des Roten Kreuzes die Beerdigungsrituale durchgeführt.

Bisher sei vielerorts der Brauch verbreitet gewesen, die Toten zu waschen und mit ihnen die Stunden vor der Bestattung zu verbringen. Mit dem Ebola-Virus infizierte Leichen bleiben mindestens zwei Tagen nach dem Tod ansteckend.

Mindestens 50'000 Tote

Die WHO zählt nach Angaben vom Freitag inzwischen 13'268 Ebolafälle. Die Zahl der Toten ist auf 49'60 gestiegen. Eine hohe Dunkelziffer gilt als sicher.

In Liberia sind 6619 Menschen an der Seuche erkrankt, 2766 sind gestorben. In Sierra Leone liegt die Zahl der Betroffenen bei 4862, davon erlagen 1130 der Epidemie. Auch aus Guinea wurden weitere Kranke und Tote gemeldet.

Die Entwicklung sei regional sehr unterschiedlich, teilte die WHO mit. In manchen Gegenden scheine sich die Lage zu bessern, in anderen gebe es noch einen starken Anstieg der Fälle.

(sda)