Sandy-Frust

02. November 2012 04:35; Akt: 02.11.2012 06:29 Print

New Yorker werden langsam stinksauer

Kein Strom, kein Benzin, kein Bus: Die Bewohner von New York verlieren die Geduld, die Nerven liegen blank.

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New York nach «Sandy»: Lange Schlangen vor Bushaltestellen heben die Stimmung in der Stadt auch nicht.

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An den Brücken nach Manhattan bildeten sich kilometerlange Staus, an Haltestellen warteten riesige Menschenmengen ungeduldig auf Busse in die Innenstadt und an Tankstellen kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen um das vielerorts immer noch knappe Benzin. Nach Tagen ohne Strom, fliessendes Wasser und Heizung verlassen viele Bewohner die Stadt.

Bürgermeister Michael Bloomberg versprach, das ganze Wochenende über Wasser und Fertiggerichte in die am schlimmsten betroffenen Viertel bringen zu lassen, doch viele New Yorker waren frustriert. Die U-Bahn rollte zwar am Donnerstag nach dreitägiger Schliessung im Grossteil der Stadt wieder an, allerdings nicht in den Süden Manhattans und nach Brooklyn, wo die Tunnel überflutet waren.

Vor einer Arena in Brooklyn standen teilweise bis zu 1000 Menschen und warteten auf einen Bus, an einer Tankstelle in Coney Island warteten mehr als 100 Wagen auf eine Tankfüllung. Immer wieder kam es zu Streit und Handgreiflichkeiten.

An Brücken nach Manhattan kontrollierten Polizisten, ob auch tatsächlich jeder Wagen wie angeordnet mindestens drei Insassen hatte. Die Kontrolle, die eigentlich Staus verhinderten sollte, führte zu kilometerlangen Schlangen. Einige der Autofahrer stiegen aus und beschimpften die Polizisten.

Bis Samstag solls überall wieder Strom haben

Mehr als 4,1 Millionen Häuser und Büros waren am Donnerstag immer noch ohne Strom, darunter 650 000 allein in New York. Der Stromversorger ConEd versprach, bis Samstag wieder die meisten New Yorker ans Netz zu bringen.

Die Zahl der Todesopfer in den USA stieg inzwischen auf 90, unter ihnen auch ein zwei- und ein vierjähriger Junge, die ihrer Mutter auf Staten Island durch das Flutwasser aus den Armen gerissen worden waren. Die US-Küstenwache stellte nach mehr als drei Tagen auch die Suche nach dem Kapitän der während Hurrikan Sandy gesunkenen «Bounty» ein.

In New Jersey wurden am Donnerstag viele Bewohner erstmals wieder in ihre Viertel zurückgelassen, seit Sandy die Küste verwüstetet hatte. Einige fanden nur kleine Schäden vor, andere standen vor dem Nichts. Der Zugang nach Atlantic City, in deren Nähe der Hurrikan am Montagabend auf Land getroffen war, blieb gesperrt.

(dapd)