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«Unangemessene E-Mails»
13. November 2012 07:24; Akt: 13.11.2012 14:43 Print
Gegen US-General Allen wird ermittelt
Eine Hausdurchsuchung, eine wütende Ehefrau und ein weiterer strauchelnder US-General: Immer mehr Details zur Affäre des zurückgetretenen CIA-Chef Petraeus gelangen an die Öffentlichkeit.
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Die Umstände, die zum Rücktritt von Ex-General und CIA-Chef David Petraeus führten, weiten sich immer mehr zu einem eigentlichen Skandal aus. So ist ein weiterer hoher US-General involviert - und zwar kein geringerer als Petraeus' Nachfolger in Afghanistan, General John Allen.
Bildstrecken CIA-SkandaleGegen den US-Oberkommandierenden in Afghanistan wird in Zusammenhang mit der Petraeus-Affäre wegen «unangemessener» E-Mails an eine Freundin des zurückgetretenen CIA-Chefs ermittelt. Das teilte das US-Verteidigungsministerium mit. Es gehe um Mails, die Allen an eine Freundin von David Petraeus, Jill Kelley, geschickt habe. Kelley hatte Berichten zufolge auch Drohmails von Petraeus' Ex-Geliebter und Biografin Paula Broadwell erhalten.
US-Verteidigungsminister Leon Panetta erklärte, die Bundespolizei FBI habe den Fall Allen am Sonntag an das Pentagon übergeben. Er habe am Montag Ermittlungen gegen den Oberkommandierenden der ISAF und der US-Truppen angeordnet.
Laut US-Berichten soll es sich um
Allen hatte Petraeus im Juli 2011 in diesem Amt abgelöst. Allen bleibe während der Ermittlungen auf seinem Posten, sagte Panetta. Seine Nominierung als Oberkommandierender der US-Streitkräfte in Europa und der NATO-Truppen in Europa sei aber bis zur Klärung der Fakten auf Eis gelegt.
Hausdurchsuchung in Charlotte
Die 40-jährige Paula Broadwell, die Ex-Geliebte des zurückgetretenen CIA-Direktors David Petraeus, lebt mit ihrer Familie in Charlotte, North Carolina. Nach Angaben des «Charlotte Observer» betraten mehrere FBI-Beamte mit leeren Kartons das Haus der Frau. Wie der Sender CNN berichtete, bestätigte eine örtliche FBI-Sprecherin den abendlichen Besuch. Die Agenten suchten laut «Washington Post» heikles Material wie geheime Dokumente. Paula Broadwell soll sich nicht im Haus befunden haben. Sie hat unterdessen den prominenten Washingtoner Anwalt Robert F. Muse genommen.
Immer mehr Details über die Beziehung zwischen Petraeus und die 40-jährige Paula Broadwell bringen allmählich Licht in die Affäre. Inzwischen hat Petraeus' früherer Sprecher Steve Boylan dem US-Fernsehsender ABC gegenüber mitgeteilt, dass CIA-Direktor David Petraeus die Affäre mit seiner Biografin erst 2011 begonnen hat, zwei Monate nach seinem Amtsantritt als Direktor des US-Geheimdienstes. Petraeus habe die Beziehung vor vier Monaten beendet, sagte Boylan. Der Sender NBC zitierte ihn mit den Worten, Petraeus sei «am Boden zerstört», dessen Ehefrau Holly «wütend».
Geschockter Petraeus
Ein weiterer enger Vertrauter sagte der Nachrichtenagentur AP, der Ex-General sei schockiert von den Vorwürfen gegen seine Biografin, die eine seiner Bekannten mit Droh-Nachrichten belästigt haben soll.
Petraeus war am Freitag als CIA-Chef zurückgetreten, nachdem bei FBI-Ermittlungen die aussereheliche Affäre mit seiner Biografin aufgeflogen war. Die Bundespolizei hatte auch untersucht, ob die Beziehung ein Sicherheitsrisiko darstellte und Broadwell von geheimen CIA-Erkenntnissen wusste. Aus dem US-Kongress kam derweil scharfe Kritik an der zögerlichen Informationspolitik der Regierung.
Berichten zufolge wollte der CIA-Chef seinen Posten behalten. Wie die «Washington Post» unter Berufung auf Petraeus nahestehenden Personen berichtete, zog sich der General erst zurück, als klar wurde, dass seine aussereheliche Affäre mit seiner Biografin öffentlich werden würde.
(kub/sda/dapd)

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