Treffen vereitelt

03. Februar 2012 09:37; Akt: 03.02.2012 09:57 Print

Eklat bei Merkels China-BesuchEklat bei Merkels China-Besuch

Der chinesische Bürgerrechtsanwalt Mo Shaoping sollte eigentlich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel in Peking treffen. Die Polizei verhinderte dies.

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Angela Merkel beim Treffen mit Wen Jiabao in Peking. (Bild: Keystone)

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Der China-Besuch der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel ist überschattet worden von einem verhinderten Treffen. Chinas Staatssicherheit sorgte dafür, dass ein Treffen mit Mo Shaoping, dem prominentesten chinesischen Bürgerrechtsanwalt, nicht zustande kam.

«Ich durfte nicht gehen», bestätigte der Anwalt am Freitag. Beamte der Staatssicherheit seien am Donnerstag in seiner Kanzlei erschienen und hätten ihm erklärt, er dürfe einer Einladung zur Kanzlerin in die deutsche Botschaft nicht nachkommen.

«Ich habe ihnen gesagt, dafür hätten sie keine rechtliche Handhabe», schilderte der Anwalt. Die Beamten hätten das bestätigt und gesagt: «Es dient nur der Stabilität. Wir wollen keine abweichenden Stimmen.»

Der deutsche Botschafter Michael Schaefer hatte Mo Shaoping zu einem Abendempfang mit der Bundeskanzlerin eingeladen, die am Donnerstag politische Gespräche in Peking geführt hatte.

Deutsche Regierungskreise bestätigten, dass der Anwalt eingeladen war, Merkel zu treffen. Er sei nicht gekommen, habe sich aber auch nicht entschuldigt.

Mo Shaoping und seine Kanzlei haben schon viele chinesische Bürgerrechtler vertreten, darunter den inhaftierten Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo. Im vergangenen Jahr sei er auch daran gehindert worden, den Menschenrechtsbeauftragten der deutschen Regierung, Markus Löning, zu treffen, schilderte Mo Shaoping.

Beide Seiten zufrieden

Die deutsche Regierungschefin befindet sich seit Donnerstag zu einem dreitägigen Besuch in China. Es ist ihre fünfte China-Reise als Kanzlerin.

Nach Gesprächen mit Regierungschef Wen Jiabao und Staatspräsident Hu Jintao reiste sie am Freitag in Begleitung von Jiabao weiter in die südchinesische Wirtschaftsmetropole Guangzhou (Kanton), wo sie nach Angaben deutscher Diplomaten den katholischen Bischof Gan Junqiu treffen wollte.

Irritationen gab es beim Besuch der Kanzlerin in Guangzhou über einen gewünschten Termin bei einer kritischen Zeitung, der offenbar auf politischen Druck hin platzte.

Eigenen Angaben zufolge sprach die Bundeskanzlerin bei dem Treffen mit Präsident Hu auch die Situation der Menschenrechte in China an. Der chinesische Präsident zog eine positive Bilanz nach dem Gespräch. Merkels China-Besuch werde das Vertrauen und das Verständnis zwischen beiden Ländern verstärken.

Auch die Bundeskanzlerin zeigte sich zufrieden über ihre Gespräche. China sei bereit, sich im Rahmen der allgemeinen Verantwortung für die Weltwirtschaft für einen stabilen Euro einzusetzen, wenngleich die Hauptaufgabe bei den europäischen Ländern liege.

(sda)

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  • Xaver Dreher am 03.02.2012 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    Verlogen

    Wenn man den Beitrag liest , dann kommen da schon ein paar Ungereimtheiten hervor. Solange Menschenrechtler und Co zum stillschweigen verdonnert werden , ist die freie Meinungsäusserung gleich Null. Es zeigt sich wieder mal, dass der Kommunismus in China so was von verlogen ist. Meiner Meinung nach sollte man jedes Geschäft mit China einstellen!

    • Ruedi Küenzli am 03.02.2012 19:43 Report Diesen Beitrag melden

      Selbstmord

      das wäre wirtschaftlicher Selbstmord. China wandelt sich schon noch, aber es braucht noch Zeit. Die brauchen jetzt keine Revoluzzer. Die haben sich gerade erst vom Armenhaus der Welt zur Industrienation erhoben. "Freie Meinungsäusserung" gibt es übrigens bei uns auch nicht. Noch ein, zwei Generationen und die Chinesen werden faule Konsumenten wie wir auch. Dann werden sie ihre Rechte in der Breite einfordern.

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  • Bruno W. am 03.02.2012 10:37 Report Diesen Beitrag melden

    Schande

    Spielt das eine Rolle, ob der Aktivist zu einem Treffen kommen konnte. Hauptsache die Merkel (und ihr Gefolge) bekommen etwas Geld für den Rettungsschirm. Seit X-Jahren wird in China über Menschenrechte diskutiert bzw. Geschäfte mit den Menschenrechten in Verbindung gebracht. Wirklich interessieren tut es niemanden. Es wird weiter billig in China produziert, viel Geld verdient und wir kaufen diesen Schrott erst noch (Geiz ist geil) weil wir alles möglichst billig haben wollen.

    • B. S. am 03.02.2012 15:17 Report Diesen Beitrag melden

      Das schlimme ist

      man bekommt schon fast gar nix mehr, was nicht in China gefertigt wurde. Ich schaue mich immer um, weil ich diese Entwicklung nicht unterstützen will, aber es ist schon beinahe unmöglich, etwas zu finden, was nicht in China hergestellt wurde. Und wenn "Made in soundso" draufsteht, wurden möglicherweise Schrauben oder andere Inhalte aus China verwendet.... das nervt mich total!

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