Überschwemmung nach «Harvey»

02. September 2017 05:15; Akt: 03.09.2017 03:32 Print

Giftmüll-Lagerstätten in Houston überflutet

In Texas droht die Freisetzung von gefährlichen und potenziell giftigen Stoffen. Die zuständige US-Umweltschutzbehörde ist nicht vor Ort.

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Sorge um Giftstoffe: Mindestens fünf Giftmüll-Lager nahe Houston wurden überschwemmt, hier das Highlands Acid Pit. (31. August 2017) Geld aus Washington soll helfen: Überflutetes Haus in Texas. (1. September 2017) Firma bestätigt Vorfall: Zwei Explosionen in überfluteter Chemiefabrik in Texas. Explosionsgefahr bei Arkema: Ein Lastwagen bahnt sich einen Weg durch die Wassermassen, um die Chemiefabrik zu erreichen. (30. August 2017) Die Stiftung von Schauspieler Leonardo DiCaprio spendet eine Million Dollar für Betroffene des Sturms. Viele weitere Stars spendeten Geld für die Betroffenen des Sturms. Schauspielerin Sandra Bullock gab eine Million Dollar an das Rote Kreuz. Die Betroffenen brauchen jede Hilfe, die sie kriegen können: Zwei Frauen umarmen sich mitten in den Fluten von Houston. (30. August 2017) Harvey zieht nach Norden weiter: Anwohner bahnen sich ihren Weg durch die Strassen in Houston, Texas. (30. August 2017) Ein Helfer watet durch das kniehohe Wasser. Mit Booten und zu Fuss: Menschen bringen sich vor dem Sturm Harvey in Sicherheit. (28. August 2017) Kampf gegen die Fluten: Eine Gruppe von Männern schiebt einen Wagen durch die überschwemmten Strassen in Houston. (27. August 2017) Laut Vorhersagen soll die viertgrösste Stadt der USA auch in den kommenden Tagen von schweren Regenfällen heimgesucht werden. Kämpft mit dem Sturm Harvey: Die viertgrösste Stadt der USA – Blick auf Downtown Houston. (27. August 2017, Ortszeit) Zahlreiche Highways sind überflutet wie dieser in Houston. (27. August 2017) Die Skyline Houstons vom überfluteten Highway 288 aus gesehen. (27. August 2017) Menschen helfen sich gegenseitig im Quartier Hidden Valley in Houston. (27. August 2017) Eine Frau trägt ihren Hund Simba, nachdem sie ihr Haus in Houston verlassen musste. (27. August 2017) Auch das Harris County ist stark von den Überschwemmungen betroffen: Ein Sheriff des Bezirks eilt einem Mann zu Hilfe, der mit seinem Auto stecken geblieben ist. (27. August 2017) Der Autohalter kann aus den Fluten gerettet werden. Wegen der schweren Überschwemmungen in Texas hat der US-Staat 3000 Mitglieder der Nationalgarde und der Staatsgarde aktiviert. 500 Fahrzeuge und 14 Flugzeuge sind im Einsatz. Nachbarschaftshilfe: Mit ihren eigenen Booten helfen die Menschen in Friendswood einander bei der Evakuierung. Überfluteter Friedhof in Pearland. Verwüstung am Hafen von Port Lavaca: Dieses Boot fiel dem Unwetter zum Opfer. (27. August 2017) Der Fluss Brays Bayou ist übergelaufen: Zwei Männer in einem Kajak kämpfen gegen das Wasser an. Kein Land in Sicht: In Pearland steht eine Werbetafel einer Immobilienfirma unter Wasser. Hurrikan fegt über Texas: Nahe Victoria wurde ein Wohnmobil Opfer von Harvey. (26. August 2017) Auch dieser LKW nahe Edna konnte dem Sturm nicht standhalten. Der Sturm hat in Fulton, Texas, eine Schneise der Verwüstung hinterlassen... ...und Häuser abgedeckt. (26. August 2017) Der Hurrikan hat sich am Sonntagmorgen zu einem Tropensturm abgeschwächt, der andauernde Regen stellt aber noch eine grosse Gefahr dar: Auch Einhörner müssen als Rettungsboote herhalten. (26. August 2017, Ortszeit) Ein Restaurant im Süden Texas erlitt Totalschaden. Auch in Bayside hinterliess Harvey ein Bild der Verwüstung. Die Nasa veröffentlicht eindrückliche Bilder: Die Naturgewalt ist auch aus dem All von der ISS zu sehen. Hurrikan Harvey hat gewütet: Umgeknickte Ampel in Corpus Christi. (25. August 2017) Ein Baum blockiert eine Strasse in Corpus Christi. Harvey erreichte Windgeschwindigkeiten von über 200 km/h: Ein Autofahrer bahnt sich seinen Weg durch Corpus Christi. Mit peitschendem Regen ist Harvey am späten Freitagabend auf Land getroffen. Die Nasa veröffentlicht eindrückliche Bilder: Das Auge des Hurrikans von der ISS aus gesehen. Harvey könnte der schwerste Sturm seit 12 Jahren werden. (25. August 2017) Noch halten sich einige Bewohner am Strand auf. (25. August 2017) Die Situation in Corpus Christi, Texas: Ein Lastwagen ist bereits in Schräglage geraten. (25. August 2017) In Crystal Beach sorgte Harvey bereits für meterhohe Wellen. (25. August 2017) Nicht mehr mobile Menschen wurden mit dem Krankenwagen evakuiert. «Sei nett, Harvey»: Für den Sturm wurde an der Wand eines Ladens in Port Aransas eine Botschaft hinterlassen. (24. August 2017) Lebensmittelläden sind bereits leer gekauft und ... ... die Bewohner von Corpus Christi bereiten sich auf die Evakuierung vor. Die Menschen warten auf einen Bus, ... ... der sie nach San Antonio bringen soll.

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Die Überbleibsel des Wirbelsturms «Harvey» stellen aus Sicht von US-Wetterexperten keine weitere Gefahr dar. Mit Überschwemmungen oder heftigen Regenfällen sei nicht mehr zu rechnen, sagte ein Meteorologe des nationalen Wetterdienstes am Samstag.

Zuvor sind bei den Überschwemmungen in Texas auch mehrere Giftmüll-Lagerstätten unter Wasser gesetzt worden. Die Nachrichtenagentur AP besuchte fünf der sogenannten Superfund-Lager im Grossraum Houston, viele von ihnen waren überflutet, es drohten gefährliche und potenziell giftige Stoffe freigesetzt zu werden.

Die für diese Lagerstätten zuständige Umweltschutzbehörde EPA war nicht vor Ort. Auf Anfrage der AP sagte eine Sprecherin, sie könne noch nicht sagen, wann dort erste Proben entnommen werden können. Man müsse erst darauf warten, dass das Wasser zurückgehe.

Trump will 7,9 Milliarden für Harvey-Opfer

US-Präsident Donald Trump hat vor seinem Besuch im hochwassergeplagten Houston beim Kongress eine erste Hilfszahlung in Höhe von 7,85 Milliarden Dollar beantragt. Das Geld sei für den Wiederaufbau nach Hurrikan Harvey gedacht, teilte das Weisse Haus am Freitag mit.

Der Sturm hat vor allem Texas schwer verwüstet. 7,4 Milliarden Dollar seien für einen Bundesfonds vorgesehen, der nach Katastrophen Gelder bereithält, 450 Millionen für Kredithilfen für kleinere Unternehmen.

Zuletzt war erwartet worden, dass Trump, der in vielen Themen mit dem Kongress überkreuz liegt, zunächst nur 5,95 Milliarden Dollar beantragen wird. Die Regierung will die Hilfen in mehreren Schritten fliessen lassen, weil die Schäden bislang nur grob abzuschätzen sind. Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, hat gesagt, allein sein Bundesstaat werde womöglich mehr als 125 Milliarden Dollar benötigen.

Die Finanzierung wird in Washington zwar allgemein unterstützt, ist aber dennoch problematisch, weil die USA voraussichtlich Ende September an die festgelegte Schuldenobergrenze stossen werden. Nur der Kongress kann das Limit anheben. Das Weisse Haus warnte bereits, sollte die Obergrenze nicht weiter nach oben gesetzt werden, könnte dies Hilfen für die Flutopfer erschweren.

Erneut Feuer in Chemiefabrik

In der überschwemmten Chemiefabrik in Texas ist erneut ein Feuer ausgebrochen. Auf Bildern örtlicher Fernsehsender waren am Freitagabend Flammen und eine dicke schwarze Rauchwolke zu sehen. «Mit dieser Reaktion haben wir gerechnet», sagte eine Mitarbeiterin der Fabrik der Nachrichtenagentur AFP. Die notwendigen Massnahmen seien bereits ergriffen worden, das Gebiet sei evakuiert worden und kein Mensch vor Ort.

In der Fabrik in Crosby nordöstlich von Houston war es am Donnerstag zu Explosionen gekommen, weil wegen der Überschwemmungen durch den Sturm Harvey das Kühlsystem ausgefallen war. Die Fabrik produziert organisches Peroxid, das unter anderem für die Herstellung von Plastik gebraucht wird und extrem leicht entflammbar ist. Laut der Betreiberfirma Arkema kann der Rauch Augen-, Haut- und Atemwegsreizungen verursachen.

Insgesamt befanden sich neun Container mit rund 225 Tonnen organischen Peroxids auf dem Fabrikgelände, von denen einer bereits am Donnerstag brannte. Hunderte Anwohner im Umkreis von 2,4 Kilometern mussten das Gebiet verlassen.

42 Tote

Indes stieg die Zahl der Todesopfer nach Harvey abermals an. 42 Menschen kamen offiziellen Angaben aus Texas zufolge im Zuge der Sturm- und Hochwasserkatastrophe ums Leben.

In Houston führte das Ablassen von Wasser aus zwei Reservoirs am Freitag dazu, dass westliche Teile der Stadt weiter überschwemmt blieben. Ziel war es, das Zentrum trocken zu halten, das von den Grossbehältern geschützt wird. Bürgermeister Sylvester Turner forderte mehr Fahrzeuge an, die bei hohen Pegelständen eingesetzt werden können. Zudem beantragte er mehr Rettungsausrüstung für Einsatzkräfte, die weiter nach Überlebenden und Toten suchten.

(chk/sda/ap/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thoms am 02.09.2017 07:31 Report Diesen Beitrag melden

    Militärausgaben

    Wie wäre es wenn die USA drastisch die Militärausgaben kürzen würde und das Geld dort einsetzen wo es wirklich gebraucht wird? Nämlich in den Aufbau des Landes. Das würde mehr und nachhaltiger Arbeitsplätze schaffen. Ist halt weniger populistisch dafür nachhaltiger.

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  • Typhoeus am 02.09.2017 07:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Tropfen auf

    den heissen Stein, aber fürs Erste dürfte es langen.

  • Alumdria841 am 02.09.2017 10:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Staat Pleite

    Die USA müsste doch eigentlich schon 1000 mal pleite sein bei so viel Schulden die sie haben. Aber grundsätzlich ist es gut das so viel Geld für die Katastrophe gesprochen wird.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Cavi33 am 03.09.2017 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Risikoanalysen fehlen wie immer

    Was ich nicht ganz verstehe wieso diesen Firmen keine Umweltauflagen gemacht werden. Potenzielle Überschwemmungsgefährdung ist ja gegeben somit müssten die Notstromaggregate eben in oberen Stockwerken sein und nicht im Keller. Sie haben ja genug Zeit für die Umsetzung gehabt und haben nichts gemacht.

  • M.G. am 03.09.2017 11:17 Report Diesen Beitrag melden

    Katastrophenschutz

    ist in den USA im Verhältnis zu europäischen Ländern ziemlich neu. Die FEMA wurde erst 1979 unter Präsident Carter gegründet, vorher gab es gar keine Bundesorganisation welche Hilfe für und zwischen den einzelnen Bundesstaaten organisieren konnte. Im Vergleich zum Schweizer Zivilschutz oder dem deutschen THW ist das eine sehr beschämende Situation für die USA.

  • Markus Eggenberger am 03.09.2017 05:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erpressung ganz Gross

    So funktioniert Erpressung auf Staatsebene. Entweder erhöht Ihr die Obergrenze, oder Ihr werdet nicht mehr wiedergewählt.

  • Luca am 03.09.2017 04:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie solls weitergehen?

    Der nächste Hurricane Irma, der noch starker werden kann als Harvey, könnte in 10 Tagen schon die Eastcoast treffen.

  • Te Rasse am 03.09.2017 01:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mr Trump

    Ist "nur" Präsident und nicht Gott!