Gewalt und Unterdrückung

09. Januar 2012 01:54; Akt: 09.01.2012 08:08 Print

Der Arabische Frühling hat sich abgekühltDer Arabische Frühling hat sich abgekühlt

Die Gewalt in der arabischen Welt ist nicht weniger geworden. Im Gegenteil: Rufe nach Reformen wurden «mit teils extremer Gewalt» unterdrückt, sagt ein Bericht von Amnesty International.

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Die arabische Welt im Umbruch. Für die Infografik einfach auf das Bild klicken!

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Ein Jahr nach dem Einsetzen der Umbrüche in Nordafrika und der arabischen Welt drohen den Menschen in den betroffenen Ländern weiter Gewalt und Unterdrückung. Dies geht aus einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (ai) hervor.

Die zuvor noch nie dagewesenen Rufe nach Reformen seien im vergangenen Jahr «mit teils extremer Gewalt» unterdrückt worden, heisst es in dem am Montag veröffentlichten Bericht.

Amnesty stellt den meisten Regierungen ein negatives Zeugnis aus. So hätten die Menschenrechtsverletzungen in Ägypten nach dem Sturz von Präsident Hosni Mubarak sogar zugenommen.

Verletzungen der Menschenrechte nehmen gar zu

In Libyen erscheine der Nationale Übergangsrat kaum dazu in der Lage, die bewaffneten Rebellen zu kontrollieren «und zu verhindern, dass Menschenrechtsverletzungen des alten Regimes nahtlos fortgesetzt werden».

Am schlimmsten ist die Situation dem Bericht zufolge immer noch in Syrien: Mit gezielten Tötungen und Folter versuchten Militär und Geheimdienst dort seit Monaten den Protest niederzuschlagen.

Bis Ende 2011 verzeichnete Amnesty dem Bericht zufolge mehr als 200 getötete Gefangene. Internationale Organisationen wie die Afrikanische Union (AU), die Arabische Liga (AL) oder auch die EU verhielten sich jedoch oft widersprüchlich.

Unterstützung ohne Linie

Die Unterstützung für die Menschen im Mittleren Osten und Nordafrika sei uneinheitlich und unbeständig, kritisierte die ai-Expertin für den Mittleren Osten und Nordafrika, Ruth Jüttner.

Viele Staaten in der Region versuchten weiterhin, sich mit halbherzigen Angeboten um echte Reformen zu drücken oder mit teils brutaler Gewalt gegen die eigene Bevölkerung vorzugehen, sagte Jüttner.

(sda)

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  • empty()set am 09.01.2012 09:17 Report Diesen Beitrag melden

    Demokratieverständnis

    Der Übergang von Monarchie zu Demokratie ist auch in Europa nicht über Nacht passiert. Und auch in Europa wurde viel Blut dafür vergossen. Eine Demokratie muss wachsen, man kann sie einem Land nicht einfach einimpfen. Denn eine Demokratie funktioniert - im Idealfall - von unten nach oben (Herrschaft des Volkes), dazu muss die Demokratie und ihre Werte (zB Menschenrechte) in den meisten Menschen verankert sein. Dies wird logischerweise noch eine Weile dauern.

    • t.ruther am 11.01.2012 10:45 Report Diesen Beitrag melden

      Wo gibts den überhaupt Demokratie

      nennst du europa etwa noch demokratie? wenn in der EU alles über Brüssel oder Merkozy entschieden wird, das Volk nie gefragt wird und Regierungsmitglieder nich vom Volk gewählt einfach eingesetzt werden??

    einklappen einklappen
  • enoc01 am 09.01.2012 09:09 Report Diesen Beitrag melden

    Winter statt Frühling

    Die Entwicklung im Nahen Osten wurde von Experten wie Dr. A. Hottinger schon vor Jahren vorausgesehen, Titel: "Ideologiewandel im Nahen Osten" Die Ziele sind: Gottesstaaten nach Vorbild Saudi-Arabien. Vorher wird es keine Ruhe geben.

  • Sergej am 09.01.2012 08:33 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Als ich sagte es käme nicht raus gaben mir viel nicht recht, nun kam es ungefähr so wenn nnicht sogar schlimmer! Traurig aber wahr...es wird nie eine richtige Demokratie geben in diesen Ländern und falls ja, wird es noch Generationen dauern.