Verhandlungen im Kongo

25. November 2012 00:21; Akt: 25.11.2012 01:21 Print

M23-Rebellen treffen Staatschef Kabila

Beim Krisengipfel zum Kongo-Konflikt in Uganda haben sich die M23-Rebellen erstmals mit Staatschef Joseph Kabila getroffen. In «angespannter» Atmosphäre wurde über die «Probleme des Landes» diskutiert.

Bildstrecke im Grossformat »
Am 8. Januar 2013 lässt die M23 die Waffen ruhen. Die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen im rohstoffreichen Osten des riesigen afrikanischen Landes dauerten zuvor Monate an. Am 27. November kündigten die M23-Rebellen an, . Die kongolesische Armee hatte mit einem «Gegenangriff» gedroht, sollten sie es nicht tun. Am 24. November 2012 drohen die regionalen Truppen im Ostkongo mit einem Angriff, sollten sich die Rebellen nicht zurückziehen. Zwei Schweizer Offiziere der UNO-Mission MONUSCO sind im Osten des zentralafrikanischen Kongo von Bewaffneten überfallen worden. Die Rebellengruppe M23 ist im Kongo auf dem Vormarsch: Nach der Einnahme der Stadt Goma will sie das ganze Land unter ihre Kontrolle bringen. Das verkündete der Sprecher Vianney Kazarama an einer Veranstaltung in Goma. «Der Weg zur Befreiung Kongos hat begonnen», rief Vianney Kazarama in einem Stadion den versammelten Menschen in Goma zu. Mehr als 2100 Soldaten und 700 Polizisten desertierten am Mittwoch und liefen nach Angaben der Gruppe zu der M23 über. Diese Polizisten geben den Rebellen gerade ihre Waffen ab. Der Eroberung von Goma waren mehrtägige Kämpfe zwischen den Rebellen und von UNO-Truppen unterstützten kongolesischen Soldaten vorausgegangen. Dabei wurden laut lokalen Medienberichten mehrere Soldaten getötet und etwa 80 Soldaten verwundet. Die kongolesische Armee wurde zurückgeschlagen. Hier sieht man ein von den Soldaten verlassener Panzer in Goma, das sich jetzt in Rebellenhand befindet. Dieser Truck der kongolesischen Armee ist bei Kämpfen mit den Rebellen komplett ausgebrannt. Jetzt dient er Kindern als Spielplatz. Am 19. November eskalierten die Kämpfe zwischen der Armee und den Rebellen in Goma - diese Zivilisten flüchten vor den Feuergefechten in der Nähe des Flughafens.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die kongolesische M23-Miliz hat den Beginn von Gesprächen mit dem Präsidenten den Demokratischen Republik Kongo, Joseph Kabila, bekanntgegeben. Nach dem Krisengipfel zum Kongo-Konflikt in der ugandischen Hauptstadt Kampala habe es ein erstes Treffen mit Kabila gegeben.

Die Atmosphäre sei zunächst «angespannt» gewesen, doch im Verlauf des Treffens hätten sich beide Seiten beruhigt, denn «es geht nicht um persönliche Probleme, sondern um Probleme des Landes», sagte der Präsident der Rebellenbewegung, Jean-Marie Runiga Lugerero, am Samstag der Nachrichtenagentur AFP.

Am Sonntag werde ein weiteres Treffen zwischen ihm und dem Staatschef stattfinden. Der kongolesische Aussenminister Raymond Tshibanda bestätigte, dass es ein Treffen zwischen der Miliz und Kabila gab. Er widersprach jedoch Lugerero, dass weitere Zusammenkünfte geplant seien.

Rebellen auf dem Vormarsch

Die M23-Rebellen hatten die ostkongolesische Grenzstadt Goma am Dienstag nach einer fünftägigen Offensive eingenommen und die Regierungstruppen vertrieben. Am Tag darauf eroberten sie auch die nahegelegene Stadt Sake.

In der Folge flüchteten zehntausende Menschen aus der Region in der Provinz Nord-Kivu. Die Aufständischen machen direkte Friedensgespräche mit Kabila zur Bedingung eines Rückzugs aus Goma. Kabila hatte bislang Treffen mit den Rebellen ausgeschlossen.

(sda)