Wahlen in Tunesien

24. Oktober 2011 22:59; Akt: 25.10.2011 00:47 Print

Wer ist Rachid Ghannouchi?Wer ist Rachid Ghannouchi?

Der Führer der islamischen Ennahdha-Bewegung, Rachid Ghannouchi, ist der grosse Gewinner der Wahlen in Tunesien. Liberale Tunesier halten ihn allerdings für einen Wolf im Schafspelz.

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Rachid Ghannouchi zeigt seinen geschwärzten Finger als Zeichen dafür, dass er soeben an den Wahlen teilgenommen hat. (Bild: Keystone/AP)

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Ghannouchi hatte am Sturz von Langzeitherrscher Zine al-Abidine Ben Ali kaum einen Anteil. Er profitierte vor allem davon, dass Ben Ali für traditionsbewusste Muslime ein Hassobjekt darstellte.

Der Ex-Machthaber war für seinen ausschweifenden Lebensstil bekannt und liess Frauen verfolgen, die die islamische Kopfbedeckung Hijab trugen. Die 1981 gegründete Ennahdha war unter ihm verboten.

Wegen der Verfolgung durch das Ben-Ali-Regime verbrachte Ghannouchi die letzten beiden Jahrzehnte in London im Exil. 1987 war er erstmals zu lebenslanger Zwangsarbeit verurteilt worden. Nach einer Begnadigung bekam er dann 1992 wegen angeblicher Umsturzpläne eine lebenslange Haftstrafe. Da war Ghannouchi allerdings schon aus dem Land geflüchtet.

Radikalisierung der Partei befürchtet

In den vergangenen Monaten versuchte der Ennahdha- Spitzenpolitiker alles, um seiner Partei einen modernes Bild zu verpassen und Extremismusängste zu zerstreuen. Worte wie Gottesstaat oder Scharia nimmt der Vater von sechs Kindern nicht in den Mund, stattdessen redet er viel von Demokratie und Glaubens- und Meinungsfreiheit.

Kritiker werfen ihm allerdings Doppelzüngigkeit vor und befürchten eine Radikalisierung der Partei, sollte sie erst einmal an der Macht sein. Vor allem liberale Tunesierinnen sorgen sich. In keinem anderen Land der Region haben Frauen derzeit so viele Rechte.

Ghannouchi hält die Ängste für übertrieben und unangebracht: «Wir wollen nicht, dass sich der Staat in das Privatleben der Menschen einmischt. Wir sind auch dafür, dass die Menschen entscheiden, ob sie ein Kopftuch tragen oder nicht», sagt er kurz vor den Wahlen.

(sda)

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  • Simon Verfallen am 25.10.2011 02:17 Report Diesen Beitrag melden

    Lügen

    Wenn man im Glauben des Islam rechtens handelt, heißt dies z.Bsp. Ich darf Lügen wenn es meinem Glaube dient. Zitat ''Lügen im Islam''Lügen kann demnach auch als Täuschung oder als Einsatz von List zur Erlangung eines Vorteils gegenüber seinem Mitmenschen verstanden werden. Na ja, lasst euch ohne Scham an lügen, denn in Islam wird dies je nach Auslegung akzeptiert. Dort herrscht keinen Skrupel und wer kennt diese Scheinheiligkeit nicht aus seinen Auslandsreisen. Tatsache ist, alle Islamische Staaten sind zur Zeit zwischen 30 und 200 Jahren Gesellschaftlich gegenüber dem Westen rückständig!

    • M. Labidi am 25.10.2011 15:46 Report Diesen Beitrag melden

      Lügen

      Ich weiss nicht woher du dieses Zitat hast aber sicher nicht aus dem Islam. Hört doch auf immer die Religionen zu beschmutzen und werdet endlich erwachsen. Genauso wie's sich für einen guten Christen gehört, seine Mitmenschen nicht zu belügen, darf das ein Moslem auch nicht. Wir alle sind Lügner und lügen tagtäglich, obwohl wir alle genau wissen wie's sein sollte. Geben wir Tunesien auch die Chance sich weiterzuentwickeln genauso wie's die Schweiz durchmachen musste! Es ist ein Prozess, der seine Zeit braucht.

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  • Erich Gross am 25.10.2011 01:32 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Ende

    Das war ein schwerer Kampf für die Freiheit der Tunesier. Und nun soll das grösste Problem das Kopftuch bzw. die Religion sein? Die werdens nie lernen.