«Akkustik-Attacken»

29. September 2017 19:57; Akt: 02.10.2017 09:03 Print

USA ziehen Diplomaten aus Kuba ab

Nach den «Akustik-Attacken» will Washington die Botschaft in Havanna nur noch mit einer Notbesetzung betreiben. Die Ausstellung von Kuba-Visa wurde eingestellt.

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Wegen angeblicher «Akustik-Attacken» gegen ihre Botschaftsmitarbeitenden auf Kuba ziehen die USA mehr als die Hälfte ihres Personals aus der Vertretung ab. Die Botschaft hat bis auf weiteres nur eine Notbesetzung.

Kuba müsse die Sicherheit der US-Regierungsangestellten sicherstellen. Solange dies nicht der Fall sei, werde es in der Botschaft in Havanna nur noch eine Notbesetzung geben, sagte am Freitag ein hochrangiger Mitarbeiter des US-Aussenministeriums. Die dortige Ausstellung von Visa werde für unbefristete Zeit eingestellt.

Keine Belege gefunden

US-Aussenminister Rex Tillerson versicherte jedoch, dass die erst vor zwei Jahren wiederaufgenommenen diplomatischen Beziehungen zu dem Karibikstaat nicht abgebrochen werden sollen. Kuba habe zugesichert, die Attacken zu untersuchen, und die US-Regierung werde mit Havanna weiterhin bei diesen Untersuchungen «kooperieren».

Kubas Aussenminister Bruno Rodríguez Parrilla hatte allerdings vergangene Woche mitgeteilt, dass die Behörden seines Landes keine Belege für die «Akustik-Attacken» gefunden hätten.

Gesundheitsprobleme

Nach US-Angaben erlitten 21 Botschaftsmitarbeiter gesundheitliche Schäden durch akustische Attacken, die vergangenes Jahr begonnen hätten. Sie hätten «schwere Verletzungen» wie Gehörverlust, Sehprobleme, Gleichgewichtsstörungen, Müdigkeitsanfälle und Schlafstörungen, sagte der Ministeriumsmitarbeiter.

US-Regierungsvertreter hatten zuvor in US-Medien den Verdacht geäussert, dass die Botschaftsmitarbeiter mit Schallgeräten innerhalb oder ausserhalb ihrer Wohnungen in Havanna angegriffen worden seien. Washington beschuldigt die kubanische Regierung jedoch nicht, selber hinter den angeblichen Angriffen zu stecken.

Die US-Regierung hat aber wiederholt gewarnt, dass Havanna für die Sicherheit ausländischer Bürger innerhalb des kubanischen Staatsgebiets verantwortlich sei.

Auch Kanadas Botschaft betroffen

Auch Mitarbeiter der kanadischen Botschaft in Havanna und deren Familien sollen von den angeblichen «Akustik-Attacken» betroffen sein. Aus dem Umfeld der dortigen kanadischen Vertretung verlautete, mehr als fünf Familien litten unter Beschwerden, darunter mehrere Kinder.

Die Affäre um die angeblichen Angriffe stellt eine schwere Belastung für die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba dar, die sich unter dem früheren US-Präsidenten Barack Obama auf den Weg der Normalisierung begeben hatten. Nach jahrzehntelanger Eiszeit wurde die US-Botschaft in Havanna im Juli 2015 wiedereröffnet.

«Grausames und brutales Regime»

Der amtierende US-Präsident Donald Trump leitete allerdings im Juni eine Abkehr von Obamas Kuba-Politik ein. Er nahm von seinem Amtsvorgänger eingeführte Lockerungen bei den Reise- und Handelsbeschränkungen mit dem kommunistischen Inselstaat zurück.

Trump bezeichnete die kubanische Regierung als ein «grausames und brutales Regime» und machte die künftigen bilateralen Beziehungen von Fortschritten bei den Menschenrechten abhängig.

(roy/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • BobOfOz am 27.09.2017 05:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieder nur Luft

    Da trafen sich also 2 Minister. Ok. Und weiter? Dieser Artikel bringt doch nichts wenn keinerlei weitere Aussagen gemacht wurden

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  • Fabienne am 27.09.2017 04:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zerstörerischer Trump

    Wenn Trump nur einmal, nur einmal denken würde, bevor er etwas sagt oder tut. Alles was Obama aufgebaut hat, wird zerstört.

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  • Spieglein Spieglein an der Wand am 27.09.2017 07:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umkehrung der Tatsachen?

    Ist es nich Amerika das weltweit spioniert und neue Techniken ausprobiert? Ging da was schief und nun wollen sie es wie üblich einem Anderen in die Schuhe schieben?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • 1957 Century am 01.10.2017 11:20 Report Diesen Beitrag melden

    Kardanwelle gebrochen

    Die Diplomaten machen ca. gleichviel wie unsere Leute im Bundeshaus.Ist wie eine Kardanwelle gebrochen wäre, es macht Lärm und bewegt sich nichts.Darum übertönten die Kubaner die Amis damit Sie ziehen. Sie sollen die Diplomaten durch Automechaniker auswechseln damit die schönen alten Autos wieder fahren.

  • Ghino di Punta am 01.10.2017 00:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie gewohnt.

    Aendert sich nichts. Sind die Amis sauer, weil sie nicht am Mariel Projekt nicjt teilhaben koennen?

  • Ruedi O am 30.09.2017 20:57 Report Diesen Beitrag melden

    Parität

    USA ziehen Diplomaten ab. Ein Traum erfüllt sich. In Kuba freiwillig, in Russland auf Anweisung der Regierung. Sollte überall so sein, wo man seine Freiheit und Unabhängigkeit wahren will. Und noch etwas: wozu brauchen die Amis so ein riesiges Gebäude in dem kleinen Kuba? Rhetorische Frage, denn die Antwort ist ziemlich klar. Deshalb Parität der Anzahl Diplomaten, wie Russland es vorgemacht hat.

  • Onkel Albert am 30.09.2017 16:06 Report Diesen Beitrag melden

    Oldtimer

    Wird wohl der Wagen im Vordergrund (Buick?) auch das Land verlassen? Waere interessiert.

  • B. George am 30.09.2017 14:58 Report Diesen Beitrag melden

    Naive

    Fast alle Staaten auf der Wellt stören und sind gegen USA, nur sie sind unschuldige Engel und tun niemanden etwas zu Leid.