Abu Bakr al-Bagdadi

16. Dezember 2016 22:07; Akt: 16.12.2016 22:23 Print

Kopfgeld auf IS-Anführer mehr als verdoppelt

Die USA haben die Belohnung für die Ergreifung von Abu Bakr al-Bagdadi massiv erhöht. Wer ihn dingfest macht, kassiert 25 Millionen US-Dollar.

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Ein Bild des IS-Chefs aufgenommen von einem im Juli 2014 ausgestrahlten Video. (Archiv) (Bild: Keystone)

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Die USA haben das Kopfgeld für die Ergreifung des IS-Anführers Abu Bakr al-Bagdadi mehr als verdoppelt. Das US-Aussenministerium erklärte heute, die von al-Bagdadi ausgehende Bedrohung sei stark gewachsen. Die 2011 ausgesetzte Belohnung lag bei zehn Millionen US-Dollar. Al-Bagdadi führte die irakische al-Qaida an, bevor die Jihadistengruppe Islamischer Staat (IS) ins Leben gerufen wurde, fortan nannte er sich Kalif. Vergangenen Monat wurde eine seltene Audio-Botschaft von ihm veröffentlicht.

Unter al-Bagdadi sei der IS verantwortlich für den Tod von tausenden Zivilisten im Nahen Osten sowie für die «brutale Ermordung zahlreicher Geiseln aus Japan, Grossbritannien und den USA», erklärte das Pentagon. Zudem habe die Miliz Chemiewaffen im Irak und in Syrien eingesetzt und Terroranschläge jenseits der Grenzen ihres selbsterklärten Kalifats «ermöglicht oder angeleitet».

Durchhalteparolen an die Kämpfer

Im Juni 2014, kurz nach der Eroberung der irakischen Stadt Mosul durch den IS, hatte al-Bagdadi dort in einem seiner seltenen öffentlichen Auftritte das «Kalifat» des IS in Teilen des Irak und Syriens ausgerufen. In dem bislang einzigen Video ist ein Mann mit schwarzgrauem Bart, schwarzem Mantel und schwarzem Turban zu sehen.

Das Herrschaftsgebiet des «Kalifats» war zuletzt erheblich geschrumpft. Nachdem irakische Regierungstruppen die sunnitische Extremistengruppe aus Städten wie Falluja vertrieben haben, ist Mosul die letzte grosse Stadt im Irak, die noch von ihr kontrolliert wird. Im vergangenen Monat richtete al-Bagdadi in einer seltenen Audiobotschaft einen Durchhalteappell an die IS-Kämpfer in Mosul. Ob er sich in der belagerten Stadt aufhält, ist aber unklar.

Doktortitel in Islamstudien

Nach irakischen Regierungsangaben wurde al-Bagdadi 1971 in Samara geboren. Demnach hat er vier Kinder mit seiner ersten Frau: zwei Jungen und zwei Mädchen, geboren zwischen 2000 und 2008.

Einem irakischen Geheimdienstbericht zufolge hat er einen Doktor in Islamstudien und war Professor an der Universität von Tikrit. Offenbar schloss er sich nach der US-Invasion im Irak im Jahr 2003 den Aufständischen an und verbrachte einige Zeit in einem US-Militärgefängnis.

(nag/sda/afp)