Aus für Atomenergie

31. Oktober 2011 08:09; Akt: 31.10.2011 08:16 Print

Belgien will Atomausstieg ab 2015Belgien will Atomausstieg ab 2015

Mit Belgien hat ein weiteres Land den Ausstieg aus der Atomenergie angekündigt. Bereits in vier Jahren sollen die ersten AKWs vom Netz.

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Belgien will von 2015 an aus der Atomenergie aussteigen. Darauf haben sich die Verhandlungspartner der künftigen Regierungskoalition am späten Sonntagabend in Brüssel geeinigt.

Die sieben Atommeiler Belgiens sollen nach und nach abgeschaltet werden. So sollen die ersten drei Atomkraftwerke 2015 vom Netz gehen, allerdings nur, wenn die Energieversorgung gesichert ist. Sonst bleiben sie länger im Betrieb.

Die neue Regierung soll noch die genauen Daten festlegen und in den kommenden Monaten einen Plan zur Energieversorgung des Landes ausarbeiten, erklärten die Verhandlungsparter.

Mit dieser Entscheidung bestätigen die sechs Parteien ein Gesetz, das bereits aus dem Jahr 2003 stammt. Damals hatte die belgische Regierung einen langsamen Atomausstieg für die Zeit zwischen 2015 und 2025 beschlossen, der später mit Verweis auf die Energieversorgung wieder in Frage gestellt worden war.

Der Zusammenbruch der Regierung im vergangenen Jahr und die seither andauernde politische Krise hinderten das Parlament daran, das Gesetz voranzutreiben.

Die Atomkatastrophe im japanischen Fukushima im März hatte die Debatte um die Atomkraft neu entfacht. Im Zuge davon hatten vor Belgien bereits Deutschland und die Schweiz den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen.

Zähe Verhandlungen

Mitte Oktober - gut 16 Monate nach den Parlamentswahlen - hatten in Belgien konkrete Verhandlungen über die Bildung einer Regierung unter dem Vorsitz des frankophonen Sozialdemokraten Elio di Rupo begonnen.

An den Gesprächen nehmen die Vertreter der sechs Parteien von Christdemokraten, Sozialdemokraten und Liberalen aus dem Französisch sprechenden Wallonien und dem Niederländisch sprechenden Flandern teil.

Die Regierungsbildung wurde erst möglich, nachdem sich Vertreter der beiden Sprachgruppen auf eine Staatsreform geeinigt hatten. Belgien ist seit den Parlamentswahlen vom 10. Juni 2010 ohne gewählte Regierung - das ist ein Weltrekord.

(sda)

20min Login Facebook Connect
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

  • bruno bischof am 31.10.2011 12:03 Report Diesen Beitrag melden

    Kurzschlusshandlung ?!

    Ich frage mich schon, ob das abschalten der AKW's nicht eine Kurzschlusshandlung ist. Da werden z.B. in DE die alten Holzkohlekraftwerke wieder hinaufgefahren um das Defizit zu kompensieren. Das Waldsterben und Asthma lässt dann grüssen. Nichts gegen Alternativenergien, die man auch fördern muss, aber man sollte doch die graue Energie und die notwendige Infrastruktur dabei nicht vergessen. Die Forschung sollte in beide Richtungen gehen!

  • Hermann H. am 31.10.2011 10:40 Report Diesen Beitrag melden

    Geschäftsidee

    Wir sollten anfangen, Kernkraftwerke zu bauen - irgendjemand muss Europa ja den Strom liefern, die "alternativen" Energien reichen da keinen Deut aus. Die Schweiz könnte das zweite China werden: den Strom zu überteuerten Preisen in die EU verkaufen und (noch) reich(er) werden!

    • Paul Buchegger am 31.10.2011 12:11 Report Diesen Beitrag melden

      Geschäftsidee? Wie realistisch ist sie?

      Mit dem Reichwerden mit Atomstrom ist in der Schweiz der Zug abgefahren. Ihr Billett für die Mitfahrt in diesem Zug ist wertlos geworden. Aber Sie dürfen weiter von der schönen Fahrt träumen.

    einklappen einklappen
  • Beat Riemer am 31.10.2011 10:05 Report Diesen Beitrag melden

    Abschalten jetzt !

    Ein Supergau verursacht Kosten in Höhe von ca. 4200 Milliarden Franken. Versichert sind die schweizer AKW nur bis 300 Millionen. Den Rest muss das Volk tragen. Ich denke das sich jede weitere Diskussion über den Zeitpunkt der Abschaltung der AKWs und die Zerschlagung der AKW-Betreiberfirmen deshalb erübrigt.

    • Gabriel.W am 31.10.2011 12:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Das Risiko bleibt

      Für jeden der es noch nicht kapiert hat, Strom sparen ist das geringere Übel, als die Möglichkeit, dass halb Westeuropa unbewohnbar werden könnte. Tatsache ist und bleibt, dass AKW's ein sehr grosses Risiko sind.

    einklappen einklappen