Eifrige Dati

05. November 2012 19:55; Akt: 06.11.2012 10:40 Print

«Sie hatte acht verschiedene Liebhaber»

Die ehemalige französische Justizministerin Rachida Dati will vor Gericht erreichen, dass Millionär Dominique Desseigne ihre Tochter anerkennt. Der winkt ab und führt sieben gute Gründe ins Feld.

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Am Dienstag geht der Fall Rachida Dati versus Dominique Desseigne in eine neue Runde: Der Unternehmer wird vor einem Zivilgericht in Versailles aussagen müssen, ob er die Vaterschaft für die dreijährige Zohra Dati anerkennt oder diese weiterhin bestreitet. Das Mädchen war im Januar 2009 zur Welt gekommen und ist die Tochter der früheren Justizministerin Rachida Dati unter der Regierung von Nicolas Sarkozy. Bisher hatte die 46-jährige Politikerin bezüglich des Vaters ihrer Tochter geschwiegen, doch Anfang Oktober reichte sie überraschend eine Vaterschaftsklage gegen Desseigne ein.

Der Unternehmer sagte zwei Tage vor seinem Gerichtstermin, was er vom Fall hält. In einem Interview mit der französischen Zeitschrift «M», die als Beilage der Sonntagsausgabe von «Le Monde» erscheint, meinte der Millionär er wisse nicht, ob er der Vater ist, denn er sei «einer von acht Liebhabern» gewesen, die die Ministerin zu jenem Zeitpunkt gehabt habe.

Zohra Dati könnte alles erben

Aufgrund der Recherche seiner Anwaltskanzlei habe Desseigne erfahren, dass sein «Abenteuer mit Dati nur eines unter vielen anderen» gewesen sei. «Ich habe mich damals korrekt verhalten, ich werde daher nichts zugeben», sagt er und fügt hinzu: «Ich habe mir nichts vorzuwerfen.» Offenbar soll Dati zur gleichen Zeit Beziehungen mit anderen Männern geführt haben, unter anderem mit «einem Fernsehmoderator, einem Minister, einem CEO, einem spanischen Premierminister, einem Bruder von Nicolas Sarkozy, einem Staatsanwalt aus Katar und dem Erbe eines Luxus-Imperiums.»

Einen DNA-Test werde er nicht durchführen, meint der Geschäftsführer der Gruppe Lucien Barrière zum Schluss. Das Magazin «Le Parisien» hat inzwischen abgeklärt, wie der Fall unter solchen Bedingungen enden könnte. «Ein Mann ist nicht gezwungen, eine DNA-Analyse zu machen», erklärt der Pariser Anwalt Xavier Prugnard de la Chaise, der auf Familienrecht spezialisiert ist.

«Das Gericht kann jedoch die Ablehnung als eine Anerkennung interpretieren», weist der Anwalt auf das Risiko hin, das Desseigne damit eingeht. «Der einzige Ausweg, um seine Verantwortung gegenüber dem Kind loszuwerden, ist den Test freiwillig zu machen», sagt Prugnard de la Chaise. Die Strategie hinter Desseignes Verweigerung dürfte sein, dass der 68-Jährige Zeit gewinnen will, denn «der andere Ausweg ist der Tod». Der Anwalt erklärt: «Nach dem Fall Yves Montand hat man das Gesetz geändert und seither darf kein Toter mehr zur Rechenschaft gezogen werden, wenn er zu Lebzeiten das Kind nicht anerkennen wollte.»

Sollte die Vaterschaft jedoch bestätigt werden, hat das Kind Recht auf Alimente – und auf das Erbe. Anderseits, sollte Desseigne fälschlicherweise von Dati als Vater bezeichnet worden sein, kann dieser bei der Mutter Schadenersatz fordern.

(kle)