Massendemonstration

17. November 2012 17:51; Akt: 17.11.2012 20:09 Print

Auch die Slowenen haben genug vom Sparen

In Slowenien, Bulgarien und Tschechien sind Zehntausende Menschen gegen die Sparpläne der Regierung auf die Strasse gegangen. «Wir wollen leben, nicht überleben», skandierten sie.

Demonstrationen in Ljubljana. (Video: YouTube/MorelTV)
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Aus Protest gegen die Sparpolitik ihrer Regierungen sind am Samstag in Slowenien, Bulgarien und Tschechien Tausende auf die Strassen gegangen. In der slowenischen Hauptstadt Ljubljana zogen nach Angaben der Veranstalter rund 30'000 Menschen durch die Strassen, um gegen Gehaltskürzungen im öffentlichen Dienst zu protestieren.

«Wir wollen leben, nicht überleben», «Sparpolitik = Rezession» und «Die Regierung verliert den Verstand, Slowenien seine Jugend» war auf Transparenten zu lesen. Zu der Demonstration hatten mehrere Gewerkschaften sowie Studenten- und Rentnerverbände aufgerufen.

Gewerkschaftschef Dusan Semolic rief die Regierung des Euro- Landes auf, «dem durch Europa geisternden neoliberalen Virus zu widerstehen». Reformen müssten den Menschen dienen und nicht den Interessen der EU.

Das Haushaltsdefizit der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik beläuft sich in diesem Jahr auf schätzungsweise 4,2 Prozent des Bruttoinlandprodukts und soll 2013 auf drei Prozent gedrückt werden. Slowenien, das 2004 der EU beitrat, ist durch marode Banken in die Krise geraten.

Sozialistenchef an Demo in Sofia

In der bulgarischen Hauptstadt Sofia versammelten sich mehrere Tausend Anhänger der oppositionelle Sozialisten mit roten Fahnen in der Nähe des Parlaments. Sie forderten den Rücktritt des Regierungschefs Boiko Borissow (GERB).

«Die GERB stürzte Bulgarien (...), seine Wirtschaft, Gesundheitsversorgung und Jugendausbildung sowie den Sozialstaat in eine schwere Krise», kritisierte der Sozialistenchef und Ex- Ministerpräsident Sergej Stanischew, der nun auch die Sozialdemokratische Partei Europas (SPE) leitet.

Er warf der bürgerlichen Regierungspartei vor, Bulgariens Justiz und Wirtschaft sowie die Menschen, die massiv abgehört würden, kontrollieren zu wollen. Der Sozialistenprotest war der erste dieser Art vor den regulären Parlamentswahlen Mitte 2013.

In Tschechien waren es rund 5000 Menschen, die einem Aufruf der Gewerkschaften folgten und gegen den harten Sparkurs der bürgerlichen Regierung protestierten. «Die Regierungspolitiker kümmern sich nur um ihren eigenen Geldbeutel», sagte Gewerkschaftschef Jaroslav Zavadil in Prag. Er forderte Neuwahlen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • K. Tse am 17.11.2012 21:36 Report Diesen Beitrag melden

    Ich kann die Leute irgendwie verstehen

    Es wird wie gestört gespart, Dienst- und Sozialleistungen abgebaut und Aus/Aufbauprogramme gekürzt oder verschoben. Da kann ich in den neuen EU-Staaten jeden verstehen der sich darüber aufregt, dass die ganze EU (und speziell die neuen) für die Sünden Griechenlands und Co, welche Jahrzehnte weit über ihren Verhältnissen gelebt haben, nun bezahlen müssen.

  • Swisslars am 17.11.2012 19:13 Report Diesen Beitrag melden

    Just wait

    Tja, auch die Slowenen merken, dass die Party vorbei ist. Aber wie in allen anderen Ländern dieser Art wollen die Leute es nicht akzeptieren. Tut weh. Die Schweizer werden ihr Fett auch noch abbekommen. Aber hier dauert halt alles ein bisschen länger. Der Aufschrei wird dann aber gewaltig sein.

  • b. d. am 17.11.2012 19:09 Report Diesen Beitrag melden

    Scheinheilig ...

    Erst mal den Sozialismus zerstören und sich dann über den Kapitalismus beschweren -.-

Die neusten Leser-Kommentare

  • K. Tse am 17.11.2012 21:36 Report Diesen Beitrag melden

    Ich kann die Leute irgendwie verstehen

    Es wird wie gestört gespart, Dienst- und Sozialleistungen abgebaut und Aus/Aufbauprogramme gekürzt oder verschoben. Da kann ich in den neuen EU-Staaten jeden verstehen der sich darüber aufregt, dass die ganze EU (und speziell die neuen) für die Sünden Griechenlands und Co, welche Jahrzehnte weit über ihren Verhältnissen gelebt haben, nun bezahlen müssen.

  • Swisslars am 17.11.2012 19:13 Report Diesen Beitrag melden

    Just wait

    Tja, auch die Slowenen merken, dass die Party vorbei ist. Aber wie in allen anderen Ländern dieser Art wollen die Leute es nicht akzeptieren. Tut weh. Die Schweizer werden ihr Fett auch noch abbekommen. Aber hier dauert halt alles ein bisschen länger. Der Aufschrei wird dann aber gewaltig sein.

  • b. d. am 17.11.2012 19:09 Report Diesen Beitrag melden

    Scheinheilig ...

    Erst mal den Sozialismus zerstören und sich dann über den Kapitalismus beschweren -.-