#HelloWorld

18. Mai 2017 23:19; Akt: 18.05.2017 23:20 Print

Chelsea Manning postet erstes Foto von sich

So sieht Chelsea Manning nach sieben Jahren Haft aus. Unter dem Hashtag #HelloWorld zeigt sich die Wikileaks-Informantin erstmals der Welt.

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So sieht sie jetzt aus: Wikileaks-Informantin Chelsea Manning in ihrer neu gewonnenen Freiheit. (18. Mai 2016) Ihr wurde im Gefängnis eine Geschlechtsumwandlung erlaubt: Die 2013 als Bradley Manning verurteilte Chelsea Manning. Die 29-Jährige werde am 17. Mai freigelassen, teilte das Weisse Haus mit. (Archivbild) Manning wurde zu 35 Jahre Haft verurteilt worden: Bradley Manning wird in in Fort Meade ins Gerichtsgebäude geführt. (19. August 2013) Hätte laut seiner Verteidigung nie im Irak stationiert werden dürfen: Bradley Manning. In 20 von 22 Anklagepunkten für schuldig befunden: Sicherheitsleute führen Bradley Manning aus dem Gericht in Fort Meade. (30. Juli 2013) Beteuert in den meisten Anklagepunkten seine Unschuld: Der Gefreite Bradley Manning verlässt einen Wagen und wird zum Gericht in Fort Meade geleitet. (25. Juli 2013) Plädoyer der Anklage abgeschlossen: Bradley Manning wird aus dem Gerichtsgebäude geführt. (2. Juli 2013) Das Urteil gilt als Präzedenzfall: Bradley Manning. Bekennt sich in 10 von 22 Anklagepunkten für schuldig: Bradley Manning. (Archivbild) Hat Wikileaks mutmasslich Abertausende geheimer Dokumente zugespielt: Bradley Manning vor einer Anhörung in Fort Meade. (28. November 2012) In der Voranhörung zum Prozess ergriff der Beschuldigte Bradley Manning (vorne links, auf dem Weg zum Gerichtsgebäude) erstmals das Wort. Er beklagte die Haftbedingungen. (28. November 2012) Erste Anhörung im Wikileaks-Prozess: Der angeklagte US-Soldat Bradley Manning wird in Fort Meade zum Militärgericht gebracht. (23. Februar 2012) 22 Anklagepunkte: Eine Gerichtszeichnung zeigt den Angeklagten Manning (Mitte) vor der Richterin Denise Lind. Manning soll Wikileaks ein Video zugespielt haben, das den Angriff eines Kampfhubschraubers auf einen Fotografen der Nachrichtenagentur Reuters und seinen Fahrer im Jahr 2007 zeigt.

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Nach sieben Jahren Haft in den USA ist die Wikileaks-Informantin Chelsea Manning freigelassen worden. Die 29-Jährige wurde am Mittwoch aus dem Gefängnis Fort Leavenworth entlassen, wie eine Armeesprecherin mitteilte. «Was auch immer vor mir liegt, es ist weitaus bedeutender als die Vergangenheit», erklärte Manning über ihre Anwälte. Der damalige US-Präsident Barack Obama hatte ihr im Januar den Strafnachlass gewährt.

Kurz nach ihrer Freilassung meldete sich Manning das erste Mal via Twitter zu Wort und postete ein Bild von ihren Füssen in Turnschuhen mit der Bildunterschrift «Erste Schritte in Freiheit». Einen Tag später folgt nun das erste Selbstportrait mit dem Hashtag #HelloWorld und der Unterschrift «Okay, so hier bin ich!». Zuletzt gab es nur eine ungenaue Schwarzweiss-Aufnahme sowie Bilder von ihr als Mann.

Unter ihrem früheren Namen Bradley Manning hatte sie während ihrer Stationierung im Irak rund 700'000 vertrauliche Armeedokumente sowie Depeschen der US-Diplomatie von Militärrechnern heruntergeladen und der Enthüllungsplattform Wikileaks zugespielt. Nach eigenen Angaben wollte Manning damit eine Debatte über die Kriege in Afghanistan und im Irak anstossen. Im Mai 2010 wurde der damalige Obergefreite auf einem Stützpunkt nahe Bagdad festgenommen, im August 2013 wurde Manning zu 35 Jahren Haft verurteilt.

Nach der Verurteilung kündigte Manning an, sich ab sofort Chelsea zu nennen und als Frau leben zu wollen. Im April 2014 genehmigte ein US-Gericht die Namensänderung. Im Februar vergangenen Jahres erlaubte die US-Armee ihr dann auch eine Hormonbehandlung zur Geschlechtsumwandlung.

Trump nannte sie «Verräterin»

In der Haft im US-Bundesstaat Kansas unternahm Manning zwei Suizidversuche. Am Mittwoch erklärte sie, sie werde sich nun neu orientieren. Dies sei «aufregend», aber auch «heikel». Manning sei ihren Unterstützern «zutiefst» dankbar, erklärten ihre Anwälte Nancy Hollander und Vincent Ward. Sie forderten die Öffentlichkeit zugleich auf, das Recht auf Privatheit ihrer Mandantin zu respektieren.

Ein Anwalt der US-Bürgerrechtsorganisation ACLU, die sich für die vorzeitige Entlassung Mannings eingesetzt hatte, lobte die «Stärke und das Heldentum» Mannings, das sie trotz ausgedehnter Isolationshaft und der Weigerung der Regierung, sie in vollem Umfang bei ihrer Geschlechtsumwandlung zu unterstützen, gezeigt habe, sagte Chase Strangio.

Der amtierende US-Präsident Donald Trump hatte Manning als «Verräterin» bezeichnet, die «niemals» das Gefängnis verlassen dürfe. 2013 hatte sie ein Gnadengesuch bei Obama eingereicht, der ihr dann zum Ende seiner Amtszeit den Strafnachlass gewährte.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • BMW-Sepp am 19.05.2017 06:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Held

    Ein wahrer Held der Menschen

    einklappen einklappen
  • double standard am 19.05.2017 00:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    35 Jahre für Trump

    Wieso bekommt Manning 35 Jahre und Trump für seine Leaks an Russland nur grad mal die Häme der Presse? Armes Amerika ...

  • Hotdogy am 19.05.2017 00:15 Report Diesen Beitrag melden

    Es wird der Tag kommen..

    an dem auch Trump niemals wieder das Gefängnis verlassen wird. MF

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sam am 19.05.2017 07:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Respekt & Hochachtung

    Auch für mich eine Heldin. Wünsche ihr von Herzen alles Gute. Ich hoffe sie findet ihr Glück.

  • Rob am 19.05.2017 07:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Moral geht vor

    Die Amis sollten sich einmal entscheiden, für wen und was sie einstehen wollen. Diese Person hat das moralisch Richtige getan und übelste Misstände, bis hin zum miesen Mord, öffentlich gemacht. Wenn irgendwo auf der Welt durchgeknallte Amis mit einem Kampfhubschrauber auf Menschenjagd gehen, geradezu in einem Rausch wahllos Menschen töten und dabei wild jubeln, dann muss die Welt davon erfahren.

  • JSM22 am 19.05.2017 06:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    The whole story.

    Falls ihr mehr dazu wissen wollte, Google Mal ' I knew Chelsea Manning in basic training'. Die öfters nicht veröffentlichte Wahrheit über Chelsea ist beeindruckend.

  • marko 32 am 19.05.2017 06:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Super

  • Robert am 19.05.2017 06:11 Report Diesen Beitrag melden

    Ein guter Tag

    Wenn die Vernunft über die Ungerechtigkeit siegt und die USA indirekt fähig ist, Schuld am Tod Unschuldiger einzugestehen.