Westjordanland

13. November 2012 11:36; Akt: 14.11.2012 10:16 Print

Arafat-Grab wird geöffnet - Schweizer vor Ort

Das Grab des früheren Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat ist geöffnet worden. Um den Mordverdacht zu untersuchen, sind auch Schweizer Experten ins Westjordanland gereist.

Bildstrecke im Grossformat »
Der 1929 geborene Jassir Arafat studierte Elektrotechnik in Kairo. Er galt als Sprengstoffexperte im Kampf um den Suezkanal gegen die Kolonialmächte Frankreich und England. In der ägyptischen Armee war er Leutnant. 1959 gründete er in Kuwait die Organisation zur Befreiung Palästinas (Al-Fatah). Durch aktive Teilnahme bei der Schlacht von Karame 1968 begründet er seinen Heldenmythos und ist seit 1969 Vorsitzender der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO. «Schwarzer September», 1970: Jordanien wehrt sich gegen den PLO-Staat im Staate und «löst» das Problem mit blutiger Gewalt. Arafat flieht zunächst nach Kairo, während die PLO-Basen in den Libanon verlegt werden müssen. Arafat 1973. 1974: Ein Terrorist wird salonfähig - Jassir Arafats erster Auftritt vor der Uno-Vollversammlung. Als Arafat über seinem Kopf in die Hände klatscht, erscheint ein Pistolenhalfter unter seiner Jacke. Ein Bodyguard bestätigte später, dass Arafat tatsächlich eine Pistole getragen hatte. Am Pult (v.l.): Uno-Generalsekretär Kurt Waldheim, Abdel Aziz Bouteflika und Bradford Morse. 1982 muss Arafat im Zuge der israelischen Invasion im Libanon auch Beirut verlassen. Er flieht nach Tunis. 1983: Sitzung des Exekutivrates der PLO, in der Mitte PLO-Führer Yassir Arafat. 1986: Arafat unterzeichnet die UN-Resolution 242, und anerkennt damit den Staat Israel. 1989: Arafat am Grab Mamoud Hamrachis; der PLO-Repräsentant fiel 1973 in Paris einem Anschlag zum Opfer. 1993: Der historische Handschlag mit Israels Premier Rabin in Washington, in der Mitte US-Präsident Clinton. 1996: Alle stehn auf, wenn Bill Clinton kommt: Arafat, Israels Premier Netanyahu und König Hussein von Jordanien v.l.n.r.. Nobelpreis-Verleihung, 1994: Die Friedensnobelpreis-Träger Shimon Peres (l.), Aussenminister Israels, und Arafat schreiben das Wort «Peace» («Frieden») auf hebräisch und arabisch auf eine Tafel. Arafat im Kreise seiner Familie. Seine Frau Suha lebt in Paris. 1998: Eine Ehrengarde der frischgebackenen palästinensischen Sicherheitskräfte empfängt Jassir Arafat in Hebron. 2000: Jassir Arafat trägt den Sarg von Baschir Barghouti mit. Barghouti war Minister im ersten Palästinensischen Kabinett. 2001: Arafats Stern scheint zu sinken: Sowohl Israel wie auch palästinensische Extremisten untergraben seine Autorität. 2001: Am 13. Dezember fahren Panzer vor Arafats Hauptquartier vor. 2001: Der Glanz vergangener Tage inmitten eines Trümmerfeldes. Ostern 2002: Panzer vor Arafats Hauptqaurtier. Israelische Soldaten stürmen das schwer beschädigte Gebäude. Jassir Arafat, Gefangener in seinem eigenen Büro. Die grosse Geste täuscht - Arafats Tage scheinen gezählt. Von der Aussenwelt abgeschnitten - Jassir Arafat beim Gebet in seinem Büro. Arafat in Siegerpose nach der Aufhebung des Hausarrests. Arafat im September 2003 in Ramallah: Kusshand für die Massen, die ihm aus Solidarität zujubeln, nachdem der israelische Vizeregierungschef Ehud Olmert die Liquidation Arafats als «legitim» bezeichnet hat. Neben Arafat Taysir Tamimi, Chef der palästinensischen Richter. Arafat blieb immer die grosse Symbolfigur des palästinensischen Widerstands, obwohl er spätestens seit der zweiten Intifada kaum mehr Einfluss auf die radikalen palästinensischen Terrorgruppen hatte. Schwere Vorwürfe wurden Mitte 2004 laut: Arafat habe enorme Geldströme aus der Entwicklungshilfe an die palästinensische Autonomiebehörde für private Zwecke abgezweigt. 28. Oktober 2004: Arafat auf dem Weg nach Paris, wo er medizinisch behandelt werden soll. Es ist das erste Mal seit Jahren, dass der Palästinenserpräsident Ramallah verlassen darf.

Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Im Zuge der Ermittlungen zum Tod des früheren Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat haben Ermittler mit der Öffnung von dessen Grabkammer begonnen. Palästinensische Mitarbeiter müssen in den kommenden Tagen Zement und Steine von der Ruhestätte in Ramallah im Westjordanland abtragen.

Sobald man auf die Erdschicht stosse, die den Leichnam Arafats bedeckt, würden dann die französischen Richter, die Experten des Radiophysik-Instituts des Lausanner Universitätsspitals (CHUV) sowie russische Ermittler zum Einsatz kommen, hiess es aus dem Umfeld der Familie des 2004 Verstorbenen.

Der derzeitige Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatte sich am Sonntag für die Exhumierung seines Amtsvorgängers ausgesprochen, um sein «mysteriöses Ableben» aufzuklären. Am Montag wurde das Gelände dann für Besucher geschlossen, wie der Vorsitzende der palästinensischen Untersuchungskommission zum Tod von Arafat, Taufik Tiraui, sagte.

Arafats Witwe Suha hatte im Juli in Frankreich Anzeige gegen Unbekannt wegen Ermordung ihres Manns erstattet. Ihr Mann war unter bis heute ungeklärten Umständen in einem Militärspital bei Paris gestorben.

Anfang Juli hatten die CHUV-Experten des Radiophysik-Instituts aus Lausanne mitgeteilt, sie hätten an persönlichen Gegenständen Arafats eine erhebliche Konzentration des hochgiftigen Stoffs Polonium nachgewiesen. Die Palästinenser verdächtigen Israel seit Jahren, Arafat ermordet zu haben, was Israel zurückweist.

(sda)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Patricia Atz am 13.11.2012 13:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtig

    Find ich gut, dass endlich hier die Wahrheit ans Tageslicht kommt.

  • Beo Bachter am 13.11.2012 13:21 Report Diesen Beitrag melden

    Arafat

    Lasst den Kriegstreiber und Brandstifter Arafat doch ruhen.

  • Peter K. am 13.11.2012 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig

    warum haben die so lange gewartet? Der Tod kam doch eh jedem "spanisch" vor. Sonst wird schnell mal eine Autopsie gemacht (auch wenn gar nicht nötig), und hier nicht. Versteh ich nicht. Zum Glück wird es nun doch noch gemacht, dann herrscht endlich Klarheit.

    • Zorn am 13.11.2012 13:43 Report Diesen Beitrag melden

      Die Zeit ist nötig...

      um das Gift verschwinden zu lassen!

    • T.B. am 13.11.2012 15:25 Report Diesen Beitrag melden

      Mysteriös

      Schon mysteriös wenn ein alter Mann stirbt

    einklappen einklappen
  • simon krämer am 13.11.2012 12:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz raushalten

    Die Schweiz soll sich auf politsch heissem Boden raus halten. Wie er gestorben ist kann uns schweizer wirklich egal sein.

    • Swiss-Expert am 13.11.2012 12:36 Report Diesen Beitrag melden

      Neutrale professionelle Expertenmeinung

      Hier sind nur schweierische neutrale und professionelle Expertenmeinung gefragt. Keine Angst, den politischen Senf geben die anderen dazu.

    • Roger Meier am 13.11.2012 12:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Ego

      Wisso egal? Du ego

    • Reto Vogel am 13.11.2012 12:53 Report Diesen Beitrag melden

      Ignorant?

      Einfach lächerlich diese aussage wäre es Ihnen auch egal wen jemand aus Ihrer Familie auf mysteriöser art sterben würdewer nichts zur Lösung beiträgt ist auch ein Teil vom Problem. Da kann die Schweiz ruhig ihr Fachwissen beisteuern.

    • E.B. am 13.11.2012 14:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Neutral

      Die Schweiz hat auch früher schon Expertenwissen beigesteuert, zum Beispiel einmal als die Zürcher Ermittler nachweisen konnten, dass die getöteten Palästinenser (?) eben doch nicht von Querschlägern getroffen wurden, wie die Israelis immer behauptet hatten, sondern eine gezielte Tötung vorlag. Das hat nichts mit Politik zu tun, sondern Aufklärung.

    einklappen einklappen