Japan-Tsunami

23. September 2011 13:16; Akt: 23.09.2011 13:49 Print

Stadt unter

Sechs Monate nach der Tsunami-Katastrophe in Japan sind zwei neue Videos aufgetaucht, die die verheerende Wirkung der Flutwellen auf eine Stadt in ihrem ganzen Ausmass zeigen.

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Ein halbes Jahr ist es her, dass Japan «Land (und Stadt) unter» melden musste: Am 11. März 2011 war Nippon von einem verheerenden Tsunami heimsgesucht worden, der über 20 000 Todesopfer forderte. Wer die schockierenden Bilder und Fotos der Katastrophe gesehen hat, wird sie wohl nie mehr vergessen. Und immer wieder tauchen bisher unveröffentlichte Videos auf, die dazu beitragen, die Erinnerung an das Schreckensereignis wachzuhalten.

Zu den beklemmendsten Aufnahmen zählt zweifelsohne das Video aus einem Wohnquartier, das augenscheinlich nicht direkt an der Küste liegt (oben). Dennoch kommt das Wasser in erschreckendem Tempo Querstrasse um Querstrasse näher, um schliesslich das ganze Viertel zu verschlucken. Die Bilder von der Wucht des Wassers haben auch ein halbes Jahr danach nichts von ihrer Wirkung eingebüsst.

Fahrer flüchtet, Kamera filmt weiter

Ein zweites Video zeigt das Schicksal von Yu Muroga. Am Tag der Katastrophe geht er seiner täglichen Arbeit nach. Der Lieferant ist weit von der Küste entfernt, als die Erde sichtbar bebt. Kurz darauf kommt er an einer Kreuzung zum Stehen. Er filmt, wie die Fahrzeuge auf der Querstrasse nicht mehr fahren, sondern von der Tsunami-Welle vorbeigetragen werden (grüner Kreis). Dann erreicht das Wasser auch seinen Lieferwagen. Von hinten kommen die Fluten und schwemmen das Fahrzeug davon. Yu Muroga platziert seine Kamera auf dem Amaturenbrett und lässt sie laufen.

Meldungen, die HD-Kamera sei von der Polizei neben der Leiche des Fahrers gefunden worden, haben sich als falsch erwiesen. Tatsächlich verliess Yu Muroga sein Vehikel nur Sekunden, bevor das Auto von herumtreibenden Trümmern getroffen wurde und sank, wie das Ende des Clips erahnen lässt. Polizisten haben sein Auto im Juli geborgen und dabei auch die schwer beschädigte Kamera mit dem Katastrophen-Material gefunden.


Quelle: YouTube

(phi)