Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Blasphemie in Pakistan
01. Oktober 2012 22:31; Akt: 01.10.2012 22:46 Print
Wende im Fall Rimsha
Im Verfahren gegen die junge Christin Rimsha, die wegen Gotteslästerung in Islamabad vor Gericht muss, habens sieben von neun Belastungszeugen ihre Aussagen gegen den Imam zurückgezogen.
Trotz entlastender Aussagen der Polizei zieht sich das Blasphemie-Verfahren gegen eine junge Christin in Pakistan weiter hin. Der Hohe Gerichtshof in Islamabad vertagte seine Beratungen darüber, ob das Verfahren gegen das geistig zurückgebliebene Mädchen namens Rimsha aus Mangel an Beweisen eingestellt werden soll.
Das Gericht legte am Montag den nächsten Termin auf den 17. Oktober. Zuvor hatte der Anwalt eines muslimischen Nachbarn von Rimshas Familie, der die etwa 14 Jahre alte Jugendliche wegen Gotteslästerung angezeigt hatte, um mehr Zeit gebeten.
Die Polizei hat bereits Unterlagen vorgelegt, wonach keine Beweise für die Vorwürfe gefunden wurden. Die Ermittler belasteten stattdessen einen Imam, der Rimsha beschädigte Koranseiten in die Tasche geschmuggelt haben soll. Er wurde festgenommen.
Zeugen ziehen Aussagen gegen Imam zurück
Eine neue Wendung nahm der Fall am Montag, als sieben der neun Belastungszeugen gegen den Imam nach Angaben von dessen Anwalt ihre Aussagen zurückzogen. Anwalt Wajid Ali Gilani sagte: «Die sieben Zeugen haben heute ausgesagt, dass der Imam unschuldig war.» Sie seien von der Polizei gezwungen worden, den Geistlichen zu beschuldigen.
Ein Polizeisprecher sagte, der Rückzug einiger Zeugen würde keinen Unterschied machen. Es gebe genug Beweise dafür, dass der Imam Rimsha zu Unrecht belastet habe.
Das geistig zurückgebliebene Mädchen war Mitte August in Islamabad festgenommen und drei Wochen lang in ein Gefängnis gesperrt worden, bevor sie auf Kaution freikam. Sie und ihre Familie halten sich unter dem Schutz der Regierung an einem unbekannten Ort auf. Die Festnahme Rimshas hatte international, aber auch unter muslimischen Klerikern in Pakistan für Proteste gesorgt.
(sda)

Die Printausgabe von 20 Minuten gibts jetzt auch als ePaper.
Die 20 Minuten App Familie
Thank god it's Friday!
DIE Nightlife-Website für Partyverrückte aus aller Welt
















