Israelische Attacke

01. Juni 2010 10:43; Akt: 01.06.2010 11:45 Print

Fünf deutsche Gaza-Aktivisten wieder zurück

Fünf deutsche Aktivisten, die sich auf einem der sechs Hilfsschiffe befanden, die von Israel angegriffen wurden, sind nach Deutschland zurückgekehrt.

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Ein Bild aus einem Video einer türkischen Hilfsgruppe zeigt israelische Soldaten am auf einem Schiff der Solidaritätsflotte. Die Soldaten stürmten die Hilfsflotte von einem israelischen Militärschiff aus. Bei der Erstürmung verletzte Personen werden in ein Spital in Tel Aviv gebracht. Unklar ist, ob es sich dabei um Mitglieder der Solidaritätsflotte oder um israelische Soldaten handelt. Zehn Menschen starben beim Angriff. Undatierte Aufnahme von einem der türkischen Schiffe, die Teil der «Solidaritätsflotte» von 2010 sind. Aus Protest gegen die Erstürmung des türkischen Schiffes hatten am 31. Mai dutzende Demonstranten versucht, das israelische Konsulat zu stürmen. Sie wurden aber von Polizeikräften zurückgedrängt. Dabei kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Steine werfenden Demonstranten und den Polizisten. Demonstranten mit palästinensischen und türkischen Fahnen vor dem israelischen Konsulat in Istanbul. Demonstranten, umringt von Sicherheitskräften vor der Residenz des israelischen Botschafters Die pro-palästinensische Organisation «Free Gaza» wollte gegen die Abriegelung des Gazastreifens protestieren: Am lief ein Konvoi mit sechs Schiffen aus dem Istanbuler Hafen aus. Sie sollten rund 10'000 Tonnen Hilfsgüter direkt in den Gazastreifen liefern. An Bord hatten sie unter anderem hundert Fertighäuser, 500 Rollstühle und medizinische Ausrüstung. Zwei Tage später wurde eines der Schiffe durch ein israelisches Elitekommando gewaltsam übernommen. Dabei sind der Kapitän verletzt und zehn Menschen an Bord des Schiffes getötet worden.

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Fünf von elf deutschen Gaza-Aktivisten sind nach Angaben des Auswärtigen Amts wieder zurück in Deutschland. Ein Sprecher sagte am Dienstag in Berlin, unter den am Morgen auf dem Flughafen Schönefeld gelandeten Personen seien auch die beiden Bundestagsabgeordneten der Linken Inge Höger und Annette Groth. Ein Sprecher der Linksfraktion sagte, den beiden gehe es gut. Sie seien bei bester Gesundheit und wollten sich am Mittag der Presse stellen.

Von den 671 Menschen an Bord der Hilfsflotte wurden nach Angaben israelischer Behörden rund 50 bereits zum Flughafen gebracht, um sie abzuschieben. Rund 480 von ihnen wurden im Verlauf der Nacht in das Gefängnis Beerscheva in der Negev-Wüste transportiert. Sie sollen dort verhört werden, berichtet das staatliche Radio. 48 weitere Aktivisten seien zum internationalen Flughafen Ben Gurion gebracht worden und sollen direkt abgeschoben werde.

Mankell in Gewahrsam

Auch der schwedische Bestseller-Autor Henning Mankell befindet sich in israelischem Gewahrsam. Wie der Radiosender SR am Dienstagmorgen unter Berufung auf das Stockholmer Aussenministerium meldete, muss sich Mankell wie die zehn anderen schwedischen Aktivisten entscheiden, ob er Israel sofort verlassen will oder sich dort vor Gericht stellt.

Bei dem Einsatz gegen sechs Schiffe in internationalen Gewässern wurden neun pro-palästinensische Aktivisten getötet und Dutzende Menschen verletzt. Das blutige Vorgehen der Streitkräfte stiess im Ausland auf Empörung und scharfe Kritik. Die Organisatoren des Hilfseinsatzes erklärten, es seien bereits zwei weitere Schiffe auf dem Weg in die Region. Ein Frachtschiff und ein Schiff mit etwa 35 Menschen an Bord würden in zwei Tagen erwartet. Auch sie wollten versuchen, die Blockade zu durchbrechen.

(dapd)