Drama in Bangladesch

26. November 2012 22:47; Akt: 26.11.2012 23:15 Print

Feuer in Textilfabrik wurde wohl gelegt

Die Brandursache in einer Textilfabrik in Bangladesch ist vermutlich Brandstiftung. Am Montag hat wieder eine Fabrik gebrannt. Derweil gingen Tausende auf die Strasse, um gegen die miesen Arbeitsbedigungen zu protestieren.

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Ein Brand in einer mehrstöckigen Textilfabrik in Bangladesch hat am 25. November 2012 mindestens 110 Menschen das Leben gekostet. Mehr als 200 wurden verletzt. Das Feuer war am späten Samstagabend im Erdgeschoss des neunstöckigen Fabrikgebäudes am Rande der Hauptstadt Dhaka ausgebrochen und griff dann schnell auf die anderen Etagen über. Zum Zeitpunkt des Ausbruchs hätten sich mehr als 1000 Arbeiter in dem Gebäude befunden. Bei den Todesopfern handle es sich zumeist um Arbeiterinnen, die von den Flammen eingeschlossen worden seien. Die meisten von ihnen seien am Rauch erstickt. Firmenchef Delwar Hossain sprach von einem «schweren Verlust für meine Angestellten und meine Fabrik», die unter anderem für das Bekleidungsunternehmen C&A arbeitet. Die Brandursache war nach Angaben von Bangladeschs Premierministerin Sheikh Hasina Brandstiftung. «Es war kein Zufall. Es war im Voraus geplant», sagte sie am Montag im Parlament in Dhaka. Sie habe Bilder von Überwachungskameras gesehen. Zwei Männer seien festgenommen worden. «Diejenigen, die hinter dem Sabotageakt stecken, werden ebenfalls gefasst werden», sagte die Premierministerin weiter. Einer der Männer habe gestanden, für die Brandstiftung 20'000 Taka (etwa 225 Franken) erhalten zu haben. Bei den Todesopfern handle es sich zumeist um Arbeiterinnen, die von den Flammen eingeschlossen worden seien. Die meisten von ihnen seien am Rauch erstickt. Ein Sprecher der Fabrik erklärte vor Kameras, der Betrieb habe Standards der Europäischen Union eingehalten. So habe es etwa vier alternative Treppenaufgänge gegeben, doch die Arbeiter seien in der Panik zum Hauptausgang gestürmt und nur wenige hätten diese Notausgänge benutzt. Die Textilindustrie ist der wichtigste Wirtschaftsfaktor Bangladeschs. In dem Land gibt es etwa 4500 Bekleidungsfabriken, die unter anderem für Firmen wie H&M, Wal-Mart, JC Penney und Tesco produzieren. Die Näherinnen arbeiten meist unter schwierigen Bedingungen. Die Regierung in Bhaka entschied am ersten Sitzungstag nach der Tragödie, den Dienstag zum nationalen Tag der Trauer zu erklären. Die Nationalflagge solle auf halbmast wehen und alle Textilfabriken im Land, die Millionen Menschen beschäftigen, geschlossen bleiben. Keine zwei Tage nach dem verheerenden Brand in einer Bekleidungsfabrik in Bangladesch ist am Montagvormittag erneut ein Feuer in einem Textilbetrieb in der Hauptstadt Dhaka ausgebrochen. Berichte über Todesopfer lagen zunächst nicht vor. Allerdings hätten acht Arbeiter der Fabrik in einem Vorort von Dhaka Rauchvergiftungen erlitten, sagte ein Feuerwehrsprecher. In dem Gebäude im Stadtteil Uttara waren den Angaben zufolge vier verschiedene Textilfabriken untergebracht. Der Brand konnte nach Angaben der Polizei weitgehend unter Kontrolle gebracht werden. Am Montag, 26.11.12 gingen tausende bangladeschische Arbeitnehmer auf die Strasse, um ihrer Wut über den Grossbrand vom Wochenende Luft zu machen. Dabei kam es vereinzelt zu gewaltsamen Ausschreitungen. Die Demonstranten forderten lautstark mehr Sicherheit an ihren Arbeitsplätzen, wie ein Polizeisprecher sagte. Zudem sollten die für die Katastrophe Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

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Keine zwei Tage nach dem verheerenden Brand in einer Bekleidungsfabrik in Bangladesch ist am Montagvormittag erneut ein Feuer in einem Textilbetrieb in der Hauptstadt Dhaka ausgebrochen. Berichte über Todesopfer lagen zunächst nicht vor, wie der arabische Fernsehsender Al Jazeera berichtete.

Allerdings hätten acht Arbeiter der Fabrik in einem Vorort von Dhaka Rauchvergiftungen erlitten, sagte ein Feuerwehrsprecher. In dem Gebäude im Stadtteil Uttara waren den Angaben zufolge vier verschiedene Textilfabriken untergebracht. Der Brand konnte nach Angaben der Polizei weitgehend unter Kontrolle gebracht werden.

Am Samstag hatte bereits in einer anderen Fabrik im Industriegebiet Ashualia ein veheerendes Feuer gewütet. Mehr als 100 Menschen waren dabei ums Leben gekommen, rund 200 weitere hatten zum Teil schwere Verletzungen erlitten. Die Brandursache war nach Angaben von Bangladeschs Premierministerin Sheikh Hasina Brandstiftung. «Es war kein Zufall. Es war im Voraus geplant», sagte sie am Montag im Parlament in Dhaka.

Sie habe Bilder von Überwachungskameras gesehen. Zwei Männer seien festgenommen worden. «Diejenigen, die hinter dem Sabotageakt stecken, werden ebenfalls gefasst werden», sagte die Premierministerin weiter. Einer der Männer habe gestanden, für die Brandstiftung 20'000 Taka (etwa 225 Franken) erhalten zu haben.

Tausende Demonstranten

Am Montag gingen tausende bangladeschische Arbeitnehmer auf die Strasse, um ihrer Wut über den Grossbrand vom Wochenende Luft zu machen. Dabei kam es vereinzelt zu gewaltsamen Ausschreitungen. Die Demonstranten forderten lautstark mehr Sicherheit an ihren Arbeitsplätzen, wie ein Polizeisprecher sagte. Zudem sollten die für die Katastrophe Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

Betreiberfirma des abgebrannten Textilwerkes ist die Tazreen Fashion Limited, die für verschiedene europäische und US- amerikanische Firmen produziert, darunter auch für das deutsche Bekleidungsunternehmen C&A. Die Firma sei beauftragt, 220'000 Sweatshirts an C&A Brasilien zwischen Dezember 2012 und Februar 2013 zu liefern.

C&A soll Brandschutzabkommen unterzeichnen

Die Handelskette C&A mit Sitz in Düsseldorf reagierte bestürzt auf den Grossbrand. «Unser Mitgefühl gilt den Opfern dieses furchtbaren Unglücks sowie deren Familien und Angehörigen», sagt der C&A-Sprecher Thorsten Rolfes.

Die deutsche Dienstleistungsgewerkschaft Verdi forderte die Handelskette C&A auf, einem internationalen Brandschutzabkommen beizutreten.

«Die Textilunternehmen, die bei uns ihre Produkte verkaufen und in Bangladesch fertigen lassen, dürfen nicht weiter über Leichen gehen», erklärte ein Vertreter von Verdi am Montag in Berlin. Die Unternehmen seien mit dafür verantwortlich, «unter welchen katastrophalen Bedingungen sie fertigen lassen».

Trauertag angeordnet

Die Regierung in Bhaka entschied am ersten Sitzungstag nach der Tragödie, den Dienstag zum nationalen Tag der Trauer zu erklären. Die Nationalflagge solle auf halbmast wehen und alle Textilfabriken im Land, die Millionen Menschen beschäftigen, geschlossen bleiben.

Die Kleiderfabriken in Bangladesch sind berüchtigt für mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen. Vor allem Arbeiterinnen produzieren in den rund 4500 Werken unter oft schwierigen Bedingungen Waren für westliche Bekleidungskonzerne.

(sda)