Kälte in Europa

07. Februar 2012 08:50; Akt: 08.02.2012 01:24 Print

Zahl der Kälteopfer steigt weiterZahl der Kälteopfer steigt weiter

Die eisigen Temperaturen in Europa fordern weiter Menschenleben. Allein in Italien starben in der Nacht zehn Personen. In Polen erfroren sechs weitere.

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Am 9. Februar steigt die offizielle Anzahl der Kältetoten auf über 500. In der Nacht auf den 7. Februar kamen in Italien wegen der extremen Kälte sieben Menschen ums Leben. Die Stadt Rom stellt 2000 Schlafplätze für Obdachlose zur Verfügung. Seltener Anblick: Das Römer Kolosseum am 4. Februar 2012 im Schneetreiben. Noch seltenerer Anblick: Ein Langläufer im Circus Maximus, ebenfalls in Rom. Seltsam, dass hier der Mann auf den Skiern auf den Auslöser drückt und nicht die Frau gegenüber den erinnerungswürdigen Moment festhält. Gut eingepackt: Frauchen und Hund zeigen sich in Rom gleichermassen wetterfest. Damit das auch für sein Auto gilt, legt ein junger Mann in den schneebedeckten Strassen selber Hand an. Auch Serbien versinkt im Schnee. Im Bild das Schloss Kalamegdan, mitten in Belgrad, am 3. Februar. Da hilft auch ein Bart nicht mehr viel. In Uzice, 200 Kilometer südwestlich von Belgrad, hält ein Mann Ausschau. In Serbien soll wegen der Kälte der Ausnahmezustand ausgerufen werden. Auch im nordfranzösischen Lille liegt Schnee. Allein in der Nacht auf den 3. Februar fielen in der Ukraine 38 Menschen der Kälte zum Opfer. In Athen liegt am 2. Februar 2012 eine dicke Schneeschicht. Seltenes Bild: Die Kathedrale von Siena in Italien, schneebedeckt, am 1. Februar 2012. Die blaue Moschee im türkischen Istanbul ist für einmal eher weiss. Palmen und Schnee. Diese seltene Kombination zeigt sich in der Türkei. Die Suleyman-Moschee in Istanbul muss vom Schnee befreit werden. Spektakuläre Bilder liefert uns ein Reutersfotograf aus dem deutschen Wendelstein bei Bayrischzell Kalt, kalt, kalt: Der Winter hält Europa fest im Griff. Im weissen Kleid präsentierte sich am 1. Februar selbst Nizza. Orangen im Schnee... ...die Palme an der Uferpromenade streckt sich hartnäckig grün in den Himmel. In der Elbe bei Dresden bilden sich Eisschollen Machen sich so klein wie möglich: Enten und ein Schwan in Weissrussland. Schnee liegt auch in Mailand. Schnee und Kälte auch in Genua, aufgenommen am 31. Januar 2012. Schneeräumung im Stadion von Juventus Turin am Montagabend, 30. Januar 2012. Schnee in Sotschi, Russland, Austragungsort der Olympischen Spiele 2014. Mitarbeiter des Roten Kreuzes helfen in Berlin einem Obdachlosen. Der gefrorene Wasserfall von Radau in der Nähe von Bad Harzburg (D). Vom Wind zugeweht und festgefroren. Schnee an der Kirche auf dem Wendelstein in der Nähe von Bayrischzell (D). Die Kältewelle hat auch Griechenland erfasst: In Athen versucht sich einer der 20 000 Obdachlosen zu erwärmen. In der Tat ein weisser Strand: In Südkreta könnte es schon bald wieder so aussehen. Noch kälter ist es in Rumänien, wo das Thermometer am Dienstag gerade einmal noch -27 Grad erreichte. Prekär ist die Lage in der Ukraine: Bereits sind 18 Menschen erfrorer. Auf der Strasse werden deshalb warme Mahlzeiten an Bedürftige abgegeben. In Bulgarien wurden rekordtiefe Temperaturen gemessen. Die Kältewelle fordert in zahlreichen Ländern Opfer: In Serbien sind bereits drei Menschen erfrorern. Russland, hier das Dorf Sliznevo in Taiga, muss Temperaturen von unter minus 30 Grad ertragen.

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In Italien wächst die Zahl der Todesopfer wegen der anhaltenden Kältewelle. Die Gesamtzahl der Kälteopfer seit Beginn des extremen Winterwetters vor einer Woche liegt nach Behördenangaben mittlerweile auf 40. Zu den jüngsten Todesfällen zählen zwei erfrorene Obdachlose in Monza und Ferrara sowie ein geistig gestörter Mann, der nahe Genua erfroren aufgefunden wurde.

Heftige Schneefälle wurden erneut in den Abruzzen gemeldet. In der Stadt L'Aquila fürchteten die eingeschneiten Bewohner eine Lebensmittelknappheit. Zugleich meldeten sie, ausgehungerte Wölfe seien im nahegelegenen Dorf Trasacco aufgetaucht. Am Gardasee wurden minus 25 Grad Celsius gemessen, selbst im Süden des Landes schneite es heftig. In Rom blieben am Dienstag weiterhin die Schulen geschlossen. Für Obdachlose wurden 2000 Schlafplätze zur Verfügung gestellt.

Schneefälle in Süditalien

In Venedig bildeten sich wegen der starken Kälte Eisplatten auf dem Canale Grande. Die Spitze des Vesuvs bei Neapel präsentierte sich ganz in Weiss. Sogar auf der Insel Ischia kam es zu leichtem Schneefall. Schneefälle wurden auch in Kalabrien gemeldet.

Der Agrarverband Coldiretti klagte über Schäden für die Landwirte in Höhe von 50 Millionen Euro. Tonnen verderblicher Lebensmittel konnten nicht verteilt werden. Italien befürchtet jetzt auch Gasengpässe wegen gedrosselter Lieferungen aus Russland.

Nachdem Russland wegen der extremen Kälte die Gaslieferungen an den Westen reduziert hat, klagt Italien über erhebliche Schwierigkeiten beim Gasimport. Die EU-Kommission erklärte sich bereit, Italien zu unterstützen, sollte es zu Engpässen bei der Gaslieferung kommen, versicherte ein Sprecher des EU- Energiekommissars Günther Öttinger.

Allein in Polen starben rund 70 Menschen

Auch in Polen ist die Zahl der Kältetoten erneut gestiegen. In der Nacht zu Dienstag erfroren sechs Menschen, wie eine Sprecherin des Innenministeriums in Warschau mitteilte.

Damit starben seit Beginn der Kälteperiode allein in Polen 68 Menschen an den Folgen der Kälte. Hinzu kommen zwölf Tote durch Kohlenmonoxidvergiftungen. Trotz der Warnungen der Behörden, Kohleöfen und Lüftungsanlagen auf Lecks testen zu lassen, wurden seit Anfang Februar mehr als 300 Vergiftungsfälle bekannt.

Mit Temperaturen um minus 14 Grad war es am Dienstag zwar nicht mehr so kalt wie in der vergangenen Woche. Mehrere Schulen vor allem in ländlichen Regionen blieben jedoch geschlossen, weil Heizungsrohre in der Dauerkälte kaputt gingen.

(sda)

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  • Anna Meier am 07.02.2012 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    Nur die Hälfte der Geschichte

    Viele Obdachlosen verweigern sich heftig in einer Unterkunft zu übernachten; wie steht es mit diese Verfrorene?

  • Urs Kreis am 07.02.2012 10:07 Report Diesen Beitrag melden

    Erderwärmung.

    Soviel zur Erderwärmung. Aber wahrscheinlich sprechen die Erwärmungsfanatiker künftig dann von eisiger Erwärmung.

    • Anna Meier am 07.02.2012 11:44 Report Diesen Beitrag melden

      Bitte informier dich

      Erderwärmung heisst nicht dass unseres Klima wärmer wird sondern dass wir mit extremerer Klimaschwankungen und dementsprechender rauer Wetterbedingungen rechnen müssen.

    • Prof am 07.02.2012 14:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Erderwärmung = europ. Eiszeit

      Mit der Erderwärmung versiegt die europäische "Heizung", der Golfstrom. Das resultat wird eine Eiszeit in Europa sein...

    einklappen einklappen
  • Giuseppe Ferrara am 07.02.2012 10:06 Report Diesen Beitrag melden

    Paranoia

    Die wollen uns doch einfach nur Paranoia machen wegen diesem ganzen Zeug. Hört auf damit!