Nach Attentaten

04. April 2012 08:18; Akt: 04.04.2012 15:15 Print

Erneut Razzia im Islamisten-Milieu

Frankreich geht weiter hart gegen Islamisten vor. Bei Razzien in Marseille und Roubaix wurden zehn Verdächtige verhaftet.

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Die französische Polizei hat bei einer weiteren Razzia im Islamisten-Milieu rund zehn Verdächtige festgenommen. Die Polizei war am Mittwochmorgen vor allem in Marseille im Süden und in Roubaix im Norden des Landes, aber auch in mehreren weiteren Städten im Einsatz.

«Die Festgenommenen haben ein ähnliches Profil wie Mohammed Merah», sagte ein Vertreter der Polizei mit Bezug auf den Attentäter von Toulouse. «Es sind isolierte Personen, die sich selbst radikalisiert haben.»

Die Verdächtigen seien in Internetforen identifiziert worden, wo sie extremistische Ansichten geäussert hätten. Ausserdem hätten sie Reisen nach Afghanistan, Pakistan oder in die Sahel-Zone vorbereitet, um sich an einem «heiligen Krieg» zu beteiligen.

Nach dem Tod des Attentäters Mohamed Merah bei einem Polizeieinsatz am 22. März hatte Präsident Nicolas Sarkozy die Sicherheitskräfte aufgefordert, die Gefährlichkeit von Verdächtigen zu überprüfen, die für ihre Sympathien für einen heiligen Krieg bekannt sind.

Kritik der Opposition

Die Opposition warf der Regierung vor, die Situation politisch zu missbrauchen. «Es ist doch merkwürdig, dass die Festnahmen vor den Augen geladener Journalisten stattfinden», kritisierte der Zentrumspolitiker François Bayrou.

Einige französische Medien waren vorab über die Razzien informiert worden. Weil die Polizei die Gegenden zudem nicht absperrte, konnten Fernsehsender die Festnahmen detailliert zeigen.

Im Zuge der Ermittlungen im Milieu des radikalen Islam hatte die französische Justiz bereits am Freitag knapp 20 Personen festgenommen. Gegen 13 von ihnen wurde am Mittwoch ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Neun befinden sich in Untersuchungshaft. Die anderen vier wurden unter Justizaufsicht freigelassen.

Allen 13 Verdächtigen wird die Gründung einer verbrecherischen Vereinigung mit terroristischem Hintergrund sowie Waffenbesitz vorgeworfen. Einige der Verdächtigen planten die Entführung eines jüdischen Untersuchungsrichters, wie der für Terrorismus zuständige Staatsanwalt von Paris, François Molins, am Dienstag sagte.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • B. Kerzenmacher am 04.04.2012 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    Massgeblich...

    ist ob dieses härtere Vorgehen gegen Islamisten und Kriminelle auch nach den Wahlen fortgesetzt wird. Noch interessanter allerdings wird zu sehen sein wie F mit seinen eingebürgerten Islamisten und Kriminellen verfährt.

  • Valon am 04.04.2012 09:48 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo Herr Sarkozy

    Wahlkampf, was sonst?

  • Juan am 04.04.2012 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    Wahlkampf-Endspurt...

    Sarkozy gibt nochmal alles.

Die neusten Leser-Kommentare

  • J. Meyer am 04.04.2012 21:18 Report Diesen Beitrag melden

    Wie man's macht, macht man falsch

    Muss man erst warten, bis es weitere sinnlose Opfer solcher Radikalen gibt, bevor man diese festnimmt? Was wäre, wenn es so geschehen wäre? Jene, die heute gegen diese Massnahmen wettern, wären auch die Ersten, welche gegen die Unfähigkeit der Polizei wettern würde, weil die nichts tat und es erneut Opfer forderte. Ob nun politisch oder nicht motiviert, ist relevant, wichtiger ist, das es keine Nachahmer gibt mit weiteren Opfern. Lieber so, als anders herum....

  • B. Kerzenmacher am 04.04.2012 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    Massgeblich...

    ist ob dieses härtere Vorgehen gegen Islamisten und Kriminelle auch nach den Wahlen fortgesetzt wird. Noch interessanter allerdings wird zu sehen sein wie F mit seinen eingebürgerten Islamisten und Kriminellen verfährt.

  • Ruben Ott am 04.04.2012 10:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich

    Richtig so

  • Juan am 04.04.2012 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    Wahlkampf-Endspurt...

    Sarkozy gibt nochmal alles.

  • Valon am 04.04.2012 09:48 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo Herr Sarkozy

    Wahlkampf, was sonst?