Machtwechsel

10. August 2014 09:41; Akt: 10.08.2014 09:42 Print

Die Türkei wählt einen neuen Staatspräsidenten

Wahlkampf in der Türkei: Recep Tayyip Erdogan, der bisherige Ministerpräsident der Türkei, kandidiert nun als Staatschef. Der Ausgang steht schon so gut wie fest.

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Die Präsidentschaftswahl in der Türkei hat am Sonntagmorgen begonnen. Rund 53 Millionen Türken sind aufgerufen, ihr neues Staatsoberhaupt zu bestimmen. Zur Wahl stehen drei Kandidaten. Als grosser Favorit für die Nachfolge von Staatschef Abdullah Gül gilt der amtierende Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. Gegen ihn treten der frühere Chef der Organisation für Islamische Zusammenarbeit, Ekmeleddin Ihsanoglu, und der kurdische Politiker Selahattin Demirtas an. Gewählt werden kann in mehr als 160'000 Wahllokalen im ganzen Land.

Zum ersten Mal können die Türken das Staatsoberhaupt direkt wählen. Das gilt als Wendepunkt in der 91-jährigen Geschichte des Landes. Bis jetzt war der Präsident immer durch das Parlament bestimmt worden. Nun können 53 Millionen Menschen im Land selbst abstimmen. Weitere 2,8 Millionen Türken im Ausland, ein grosser Teil davon in Deutschland, hatten mit der Wahl bereits am 31. Juli begonnen.

Erdogan als Favorit

Um zu gewinnen, muss ein Kandidat die absolute Mehrheit erringen. Der bisherige islamisch-konservative Regierungschef geht als haushoher Favorit ins rennen. Meinungsforschern zufolge kann er mit einem Stimmenanteil von 51 bis 55 Prozent rechnen und damit gleich im ersten Wahlgang gewählt werden. Sein stärkster Widersacher ist der von den grössten Oppositionsparteien aufgestellte Kandidat Ekmeleddin Ihsanoglu. Falls das nicht gelingt, soll es am 24. August eine Stichwahl zwischen den beiden Führenden geben. Die Präsidentschaft dauert fünf Jahre.

Bislang hatte der Staatschef in der Türkei vor allem eine repräsentative Funktion. Erdogan strebt nun einen Wechsel zu einem Präsidialsystem mit grösseren Machtbefugnissen für das Staatsoberhaupt an. Die Wahllokale schliessen um 17.00 Uhr Ortszeit (16.00 Uhr MESZ). Mit ersten Ergebnissen wird am Abend gerechnet.

(sda)