Vatikan

01. Mai 2011 09:41; Akt: 01.05.2011 18:12 Print

Papst Johannes Paul II. seliggesprochen

Hunderttausende Pilger haben sich zur Seligsprechung von Papst Johannes Paul II. auf dem Petersplatz versammelt. Zahlreiche Gläubige haben die Nacht in Schlafsäcken verbracht.

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Papst Benedikt XVI. hat seinen Vorgänger Johannes Paul II. am Sonntag vor über einer Million Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom seliggesprochen. Auf Latein verkündete das katholische Kirchenoberhaupt, dass Johannes Paul II. von nun an «selig» genannt werden dürfe. Sein Gedenktag soll in Zukunft am 22. Oktober gefeiert werden - dem Jahrestag seiner Ernennung zum Papst 1978.

Zwei Nonnen präsentierten der Menge eine Monstranz mit einer Ampulle, die das Blut von Johannes Paul II. enthält. Nach der Seligsprechung dürfen Katholiken in aller Welt das Blut des verstorbenen Papstes verehren.

Jubel auf dem Petersplatz

Nach der Zeremonie brandete auf dem Petersplatz grosser Jubel auf, als am Petersdom ein grosses Foto von Johannes Paul II. enthüllt wurde. Vor der Zeremonie war Benedikt XVI. im Priestergewand seines Vorgängers über den Petersplatz gefahren, hatte der Menge zugewinkt und einige Babys geküsst.

Tausende Pilger, darunter auch viele aus der polnischen Heimat des Verstorbenen, hatten zuvor die Nacht in Schlafsäcken auf Brücken und Plätzen verbracht, bevor sie kurz nach dessen Öffnung auf den Petersplatz strömten.

Die Szenerie auf dem Petersplatz erinnerte an die letzten Tage Johannes Pauls im Jahr als 2005, als sich rund drei Millionen Anhänger zu einer Nachtwache vor seiner Residenz versammelten.

Pilger aus aller Welt auf dem Petersplatz

Am Sonntagmorgen herrschte auf dem Petersplatz freudige Erwartung: Nonnen sassen singend im Kreis zusammen, während junge Pilger aus Polen, Frankreich, Grossbritannien und Argentinien Fahnen schwenkten.

Vor Ort herrschten strenge Sicherheitsvorkehrungen. Zahlreiche Helikopter überflogen das Areal, während im nahegelegenen Fluss Tiber Polizeiboote im Einsatz waren. Rund 5.000 Sicherheitskräfte patrouillierten entlang den Absperrungen, um sicherzustellen, dass Priester, Würdenträger und geladene Gäste zu ihren Plätze gelangen konnten.

Tausende junge Pilger aus aller Welt hatten sich bereits am Vorabend der Seligsprechung zu einer liturgischen Nachtwache im Circus Maximus in Rom versammelt. Dort legte auch die französische Nonne Marie Simon-Pierre Zeugnis über ihre Heilung von der Parkinson-Krankheit ab, die Johannes Paul II. zugeschrieben wird.

Im Januar hatte Papst Benedikt XVI. die Heilung als ein Wunder bestätigt und damit den Weg für die Seligsprechung seines Vorgängers in Rekordzeit freigemacht. Damit reagierte Benedikt offenbar auf Forderungen der Anhänger Johannes Paul II., die bei seiner Beisetzung im April 2005 die Parole «Santo Subito» (Sofort Seligsprechen) skandiert hatten.


(Quelle: YouTube/AP)

(sda/dapd)