Wasserforum Istanbul

16. März 2009 13:21; Akt: 16.03.2009 13:36 Print

Proteste gegen Privatisierung von Wasser

Zu Beginn des internationalen Wasserforums in Istanbul haben linksgerichtete Demonstranten gegen die Privatisierung der Wasserversorgung protestiert. Die türkische Polizei setzte Schlagstöcke und Tränengas ein, als Demonstranten versuchten, den Tagungskomplex zu betreten.

Fehler gesehen?

Rund 20 Demonstranten wurden festgenommen. Am Forum nehmen tausende Umweltaktivisten, Forscher, Politiker und Unternehmer teil. Die Veranstaltung findet alle drei Jahre statt, um Ideen zum Umgang mit der lebenswichtigen Ressource auszutauschen. Die Vereinten Nationen wollten dazu einen Bericht über die Bedrohung der globalen Wasserbestände durch Faktoren wie Bevölkerungswachstum und Klimawandel vorlegen.

Einige Umweltaktivisten werfen dem Forum vor, vor allem die Interessen grosser privater Wasserversorgungsunternehmen zu unterstützen. Die Veranstalter weisen das zurück und betonen, überparteilich zu sein.

Der Generaldirektor des Weltwasserrats, Ger Bergkamp, sagte, die Wasserlage in der Welt gehe nicht in die richtige Richtung. Es sei dringend nötig zu handeln.

Die Internationale Union zum Erhalt der Natur verwies vor Beginn der Beratungen darauf, dass zwei Drittel der Weltbevölkerung bis 2025 mit Wasserknappheit leben müssten. «Der Klimawandel wird zuerst und am meisten beim Wasser zu spüren sein – sei es Dürre, Fluten, Stürme, Eisschmelze oder der Anstieg des Meeresspiegels», sagte der Leiter der Genfer Organisation, Mark Smith.

Der Weltwasserrat hat seinen Sitz in Marseilles. Er wurde gegründet, um Ideen zu sicheren Wasserversorgung auszutauschen. Zu seinen Mitgliedern gehören die Weltbank, das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und das US-Pionierkorps.

(dapd)