«Naming and Shaming»

19. September 2012 23:40; Akt: 19.09.2012 23:47 Print

UNO will Kindern in Kriegen helfen

11 der 15 Mitgliedsländer des UNO-Sicherheitsrat haben sich für eine Resolution zum Schutz von Kindern in Kriegsgebieten ausgesprochen. Geplant ist eine Liste der Schande.

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vor den kriegerischen Auseinandersetzungen im Land. Viele von ihnen sind Kinder, schwer traumatisiert von der Gewalt. Wer es in eines der Flüchtlingscamps in der Türkei, in Irak oder - wie hier auf dem Bild - in Jordanien geschafft hat, kann sich glücklich schätzen. , aber wohlbehütet in den Armen des Vaters. brauchen dringend Geld. . Wie die Uno Ende September berichtete treibt die Gewalt täglich bis zu 3000 Menschen in die Flucht. Die Behörden sind mit den Flüchtlingscamps völlig überfordert. . Diese hier haben sich eine Fahne gebastelt. Sie haben in den letzten Monaten bestimmt einige Flaggen gesehen. , tagsüber spielen sie. Hier flitzt ein kleiner Messi mit seinem Kumpel durch die Zeltstadt. , aber sie sind - vorläufig - in Sicherheit. . Doch ihre Gesprächspartner sind Gleichaltrige. - ihre berufliche Zukunft ist gefährdet. können sich die kleinen Kriegsopfer in den Camps erholen, finden Freunde und scherzen mit den Fotografen. . Doch für die Kleinsten ist der Wasserhahn eine richtige Dusche. , völlig verängstigte und erschöpfte Menschen in den Camps an. Auch diese Familie ist , sie überquert die Grenze zwischen der syrischen Stadt Azaz und der türkischen Stadt Kilis. Die Erleichterung der Eltern spiegelt sich im Gesicht der Jüngsten. Die älteren Kinder sind misstrauischer. finden sich immer mehr Menschen ein. Sie alle warten darauf, dass sie ihr Land verlassen dürfen. Auch diese beiden Schwestern . . Der kleine Amjad leidet an einer Lebensmittelvergiftung. Vor elf Tagen musste er sein Zuhause verlassen, weil die Bombardierungen immer schlimmer wurden. Zeit für den Mittagsschlaf - in rudimentärsten Verhältnissen nahe der Grenze zur Türkei. Unterwegs von Aleppo in die Türkei, hat es sich diese 5-Jährige mit ihrer Familie in einem Schulgebäude «gemütlich» gemacht. Auch dieses Mädchen ist mit ihrer Familie . Jetzt liegt die 5-Jährige mit einer Lungenentzündung in den Armen ihres Vaters im Wartezimmers eines provisorischen Spitals. für die tausenden Flüchtlinge im eigenen Land. In den Schulen fällt der Unterricht aus, die Räume dienen als Unterkunft für die Schutzsuchenden. . Eine Ruhepause auf der nervenzerreibenden Flucht aus Aleppo. Nachts hören sie die Bomben und Granaten, am Tag erkunden sie die Trümmer. Spuren des Kriegs, doch der Alltag geht weiter. . Dieser verletzte Junge steht nach einem Bombenangriff unter Schock. Die Bilder stammen aus dem Dar-al-Shifa-Spital in der hart umkämpften Stadt im Nordwesten des Landes. Es sind erschütternde Bilder, die die Unmenschlichkeit des Kriegs zeigen.

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Trotz Widerstandes ist eine Resolution zum Schutz von Kindern in Kriegen im UNO-Sicherheitsrat verabschiedet worden. 11 der 15 Mitgliedsländer stimmten am Mittwoch für den deutschen Vorstoss, zwei mehr als nötig.

Pakistan, Russland, China und Aserbaidschan enthielten sich. Zuvor war es hinter den Kulissen zu einem heftigen diplomatischen Tauziehen gekommen.

Das neue Papier hat vor allem appellativen Charakter, soll aber dem Büro der Sonderbeauftragten für Kinder in bewaffneten Konflikten den Rücken stärken.

Dabei geht es um sogenanntes «Naming and Shaming», was in etwa «Benennen und an den Pranger stellen» heisst: Wer gegen die Rechte der Kinder verstösst, soll weiter öffentlich in einem jährlichen UNO- Bericht genannt werden.

UNO-Liste der Schande

Bereits 2005 wurde eine Liste der Schande vom UNO-Sicherheitsrat geschaffen, die Verletzung von Kinderrechten in bewaffneten Konflikten zu registriert. Der UNO-Generalsekretär wurde damals beauftragt, jährlich eine Liste vorzulegen mit den Staaten und Gruppen, die solche Verstösse begehen. Um von der Liste gestrichen zu werden, muss mit der UNO ein Aktionsplan vereinbart werden.

Der Schweizer Botschafter bei der UNO, Paul Seger, sagte in der offenen Debatte im Sicherheitsrat, die Liste der Schande sei noch lang. 32 der 52 im Bericht des Generalsekretärs aufgelisteten Parteien würden zudem weiter Kinder einsetzen.

Seger rief den Sicherheitsrat dazu auf, mit mehr Druck gegen solche persistente Straftäter vorzugehen. Auch müssten die Bemühungen, der Straflosigkeit ein Ende zu setzen, verstärkt und die Täter vor Gericht gestellt werden.

Der Schweizer Botschafter bedankte sich zudem im Namen des Netzwerkes für Menschliche Sicherheit, dem die Schweiz neben elf anderen Nationen angehört, bei der ehemaligen Sonderbeauftragten für Kinder in bewaffneten Konflikten, Rhadika Coomaraswamy. Durch ihren unermüdlichen Einsatz in den vergangenen sechs Jahren sei es gelungen, über 10 000 Kindersoldaten zu befreien.

«Einmischung in innere Angelegenheiten»

Auch wenn beim Wort Kindersoldaten zuerst afrikanische Konflikte in den Vordergrund rücken, geht es in dem neuen deutschen Vorschlag auch um die Einberufung von Kindern zum regulären Wehrdienst in vielen Ländern.

Zwar bekennt sich jeder Staat offen zum Schutz der Kinder. Hinter verschlossenen Türen gab es aber erheblichen Streit. Pakistan, aber auch Russland und China, betrachten das Papier als Einmischung in ihre inneren Angelegenheiten.

China sieht es zum Beispiel nicht als Problem an, dass Minderjährige in die pakistanische Armee müssen. «Pakistan steht ganz vorn im Kampf gegen den internationalen Terrorismus», sagte Chinas UNO-Botschafter Li Baodong. «Wir alle sollten deshalb Pakistan helfen und nicht weitere Steine in den Weg legen.»

Die jetzt von Deutschland initiierte Debatte im Sicherheitsrat war zugleich der erste Auftritt der neuen Sonderbeauftragten für Kinder in bewaffneten Konflikten, Leila Zerrougui. Die Algerierin hat die Aufgabe von Radhika Coomaraswamy aus Sri Lanka übernommen, die das Amt sechs Jahre innehatte.

(sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • carmen diaz am 20.09.2012 08:02 Report Diesen Beitrag melden

    ein liste der schande :D :D :D...

    ...das sagt schon alles. die uno kostet geld und hat überhaupt keine macht. sie können "verurteilen", "scharf verurteilen" und eine "liste der schande" erstellen. kein einziges kind dieser welt wird durch diese uno resulotion in kriegen weniger getötet oder misshandelt. kein einziges! die uno hat mit "vereint" gar nichts zu tun, denn so lange es veto staaten gibt, gibt es auch keine vereinigung. ich denke die schweizer bevölkerung hat inzwischen selbst erkannt, dass wir nur dafür bezahlen und nichts bewirken, geschweige denn einen vorteil für unser land daraus ziehen können...

  • christian Etzensberger am 20.09.2012 07:47 Report Diesen Beitrag melden

    Die UNO würde besser Kiriege verhindern.

    Vereinte Nationen so die Abkürzung. Doch was dabei herauskommt sind Krige. Das brauchen wir nicht mehr. Tschüss.

  • Claudia Stein am 20.09.2012 06:36 Report Diesen Beitrag melden

    Schande

    Es ist eine Schande, wenn man mitbekommt wie die UNO von den Amis als Instrument für Kriege missbraucht wird und diese Organisation dominiert. Es ist eine Schande, wie dort gelogen und betrogen wird. Das hat in der Vergangenheit Millionen Menschen das Leben gekostet. Auf der Lieste der Schande gebührt dieser Organisation der 1. Platz.

  • peter müller am 20.09.2012 00:51 Report Diesen Beitrag melden

    Menschenverachtend

    Welche UNO? Etwa die UNO, die in Libyen zugeschaut hat, wie die NATO tausende Kinder, Frauen und Alte zusammengebombt hat? Oder schreibt ihr hier über eine ander UNO??