80 Personen unter Quarantäne

06. Oktober 2014 15:08; Akt: 06.10.2014 15:44 Print

Nach Ebola – Marburg-Virus in Uganda

In Uganda ist das mit Ebola verwandte Marburg-Fieber ausgebrochen. Eine Person ist bereits an der Krankheit gestorben. Die Bevölkerung wurde zu grösster Wachsamkeit aufgerufen.

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2005 brach das Marburg-Fieber in Angola aus. (Bild: Keystone/Francisco Fontes)

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In Uganda ist erneut das eng mit Ebola verwandte Marburg-Fieber aufgetaucht. Ein 30-jähriger Mann sei daran gestorben, 80 Kontaktpersonen stünden in Quarantäne unter Beobachtung, teilten die Behörden in Kampala mit.

Die Bevölkerung sei zu grösster Wachsamkeit aufgerufen, sagte die Direktorin des staatlichen Gesundheitsdienstes, Jane Aceng, am Montag der Nachrichtenagentur DPA. Das Gesundheitsministerium habe alle medizinischen Notfallteams reaktiviert, die über Erfahrung bei der Bekämpfung von lebensgefährlichen Viruserkrankungen verfügten.

60 Personen unter Quarantäne

Bisherige Ausbrüche in Uganda konnten relativ rasch eingedämmt werden. Präsident Yoweri Museveni rief die Bevölkerung dazu auf, Ruhe zu bewahren. Die Menschen sollten Berührungen vermeiden und mit den Gesundheitshelfern kooperieren.

Der am Marburg-Fieber gestorbene Mann hatte den Behördenangaben zufolge in einem christlichen Missionsspital in Kampala als Röntgenassistent gearbeitet. Zu den unter Quarantäne gestellten Menschen gehören 38 Mitarbeiter dieses Spitals sowie 22 Angestellte einer weiteren Klinik, die im Distrikt Kasese rund 30 Kilometer von der Hauptstadt entfernt ist.

Sehr oft tödlich

Infektionen mit dem Marburg-Virus sind zwar selten, verlaufen aber nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sehr oft tödlich. Zuletzt war die Krankheit 2012 in Uganda ausgebrochen, neun Menschen kamen nach WHO-Angaben ums Leben. 2008 starb eine Niederländerin, die sich in Uganda mit dem Virus infiziert hatte. Den grössten Ausbruch gab es zwischen 2004 und 2005 in Angola mit mehreren Hundert Toten.

Die Krankheit beginnt mit Kopfschmerzen und Unwohlsein. Hohes Fieber, Organversagen und Herz-Kreislauf-Beschwerden sind weitere Symptome. Zwischen dem fünften und siebten Tag kommt es oft zu schweren Blutungen aus Körperöffnungen und in den inneren Organen (hämorrhagisches Fieber).

Es gibt weder einen schützenden Impfstoff noch eine Therapie. Die Todesrate lag bei den bisherigen Ausbrüchen zwischen 24 und 88 Prozent.

Mit Ebola verwandt

Ebola- und Marburg-Virus gehören zu den sogenannten Filoviren. Infektionen mit dem Marburg-Virus haben sich bisher aber nicht so weit ausgebreitet wie Ebola-Epidemien.

Erstmals registriert wurde das Marburg-Virus im Sommer 1967 im Labor eines Pharma-Unternehmens im deutschen Marburg – wodurch es seinen Namen bekam. Der Erreger war mit erkrankten Versuchsaffen aus Uganda nach Deutschland gelangt. Er verbreitete sich von Marburg aus auch nach Frankfurt am Main und Belgrad. Von insgesamt 31 Infizierten starben sieben.

Wahrscheinlich sind afrikanische Flughunde das Wirtstier für das Virus. Forscher hatten die Tiere in Westuganda und Kongo-Brazzaville untersucht und in vier von 283 Nilflughunden Erbgut von Marburg-Viren gefunden. Die Tiere werden von Menschen gejagt und verzehrt.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Meister am 06.10.2014 15:28 Report Diesen Beitrag melden

    Heftig.

    Schon heftig das es in diesem Jahr unabhängig von einander gleich zwei Ebola Ausbrüche gibt (Westafrika und Kongo). Und jetzt auch noch das genau so tödliche Marburg Virus.

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  • franz am 06.10.2014 18:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wer

    Hat diesen Virus freigegeben? Dass dies alleine von den Flughunden überträgt wird, glaube ich nicht! Und wieso muss die Wohnung von dem infiszierten in die USA eingereisten Mann, entkontaminiert werden, wenn man nur durch Kontakt infisziert wird! Hier wird doch gelogen!

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  • Hamburger Michel am 07.10.2014 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte keine Verschwörungstheorie

    Bitte nicht schon wieder die tausendse Verschwörungstheorie mit der bösen bösen USA als Verursacher. Wir verstehen einfach zu wenig von Viren, warum sie sich wie verhalten. Der Mensch mag sich noch hunderte Male als Krönung der Schöpfung bezeichnen, aber die Natur zeigt ihm immer mal wieder gerne die Grenzen auf. Viel schlimmer finde ich die profitgierigen Pharmakonzerne, die lieber Cholesterinsenker etc. entwickeln als etwas gegen diese Viren zu unternehmen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hamburger Michel am 07.10.2014 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte keine Verschwörungstheorie

    Bitte nicht schon wieder die tausendse Verschwörungstheorie mit der bösen bösen USA als Verursacher. Wir verstehen einfach zu wenig von Viren, warum sie sich wie verhalten. Der Mensch mag sich noch hunderte Male als Krönung der Schöpfung bezeichnen, aber die Natur zeigt ihm immer mal wieder gerne die Grenzen auf. Viel schlimmer finde ich die profitgierigen Pharmakonzerne, die lieber Cholesterinsenker etc. entwickeln als etwas gegen diese Viren zu unternehmen.

  • ode dem niedergang am 06.10.2014 23:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das ist erst der Anfang....

    Bald kommt irgend ein Zombivirus......

  • franz am 06.10.2014 18:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wer

    Hat diesen Virus freigegeben? Dass dies alleine von den Flughunden überträgt wird, glaube ich nicht! Und wieso muss die Wohnung von dem infiszierten in die USA eingereisten Mann, entkontaminiert werden, wenn man nur durch Kontakt infisziert wird! Hier wird doch gelogen!

    • Susi Heil am 06.10.2014 18:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Angst habe ich von Mitbringsel

      Wer wohl, alle die solche Tiere essen und das sind nicht wenige. Am Flughafen Kloten werden bei Koffer Kontrollen immer wieder solches Busch essen gefunden, ich hoffe nur, das dies noch besser kontrolliert wird. Leider bringen die Menschen welche hier eingewandert sind immer wieder aus ihrer Heimat solches essen mit um ihren hier lebenden Angehörigen eine Freude zu machen.

    • Mutatna am 06.10.2014 23:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Mutiert

      Sehr wahrscheinlich sind die viren mutiert und seit dann auf menschen übertragbar

    • Breites Denken am 07.10.2014 07:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      ???

      Susi du hast glaub nicht verstanden was franz gemeint hat..

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  • Der Meister am 06.10.2014 15:28 Report Diesen Beitrag melden

    Heftig.

    Schon heftig das es in diesem Jahr unabhängig von einander gleich zwei Ebola Ausbrüche gibt (Westafrika und Kongo). Und jetzt auch noch das genau so tödliche Marburg Virus.

    • Diego Gonzalez am 06.10.2014 16:56 Report Diesen Beitrag melden

      Vielleicht gewollt?

      Den Rest darf man sich selber ausmalen...

    • Tanja am 06.10.2014 18:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Ist die zukunft

      Je weiter wir in den regenwald vordringen und je mehr permafrost auftaut, desto mehr bakterien und viren werden ihren weg zu uns finden! Gewöhnen sie sich daran. Das ist der preis der erdausbeutung!

    • Gleichgewichtiger am 06.10.2014 20:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Gleichgewicht

      nee kein Preis. Natürlicher Regelkreis ;) Hoffen wir, dass es aber auch vernündtig regelt, sprich Leute trifft, welche weder auf die Erde noch Mitmenschen Rücksicht nehmen. Sehe jeden Tag hunderte solcher auf der Strasse, beim Essen und beim allgemeinen Konsum. Dumm nur, dass ohne diesen Konsum das Wirtschaftssystem kollabiert. So gesehen ein nahezu brillianter Regelkreis.

    • Fabio am 06.10.2014 22:20 Report Diesen Beitrag melden

      Na klar

      Beide Krankheiten brechen regelmässig in Abständen aus. Gewollt ist daran gar nix, erstens kann man Biowaffen nicht kontrollieren, zweitens gibts "bessere" Krankheiten dafür, drittenns warum sollte man einen solchen Virus in Westafrika freilassen? So hart es klingt, aber wirklich interessieren tut das Schicksal der Leute in Westafrika wenige.

    • Globi am 06.10.2014 23:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      ratio

      Permafrostboden würde so oder so auftauen. Das mit dem Regenwald ergibt keinen Sinn. Dort sind wenn schon giftige Tiere vorhanden. Der Klimaerwärmung oder der übermässigen Ressourcenverbrauch schuld zu geben macht keinen Sinn. Die Wahrheit und somit die Ursache und Herkunft dieser Plage kennt noch niemand mit 100%iger Genauigkeit.

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