US-Wahl-Skandal

22. September 2017 04:23; Akt: 22.09.2017 10:15 Print

Zuckerberg gelangt wegen Russland an US-Kongress

«Ich will nicht, dass jemand unsere Werkzeuge benutzt, um die Demokratie zu untergraben», sagt der Facebook-Gründer. Er überreicht 3000 politische Spots.

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Hat 470 Profile identifiziert, die zwischen Juni 2015 und Mai 2017 etwa 3000 Anzeigen geschaltet haben: Das Online-Netzwerk Facebook. (Symbolbild) (Bild: Keystone/AP Photo/Matt Rourke)

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Facebook wird die Werbeanzeigen, mit denen sich russische Drahtzieher in die Innenpolitik der USA eingemischt haben sollen, dem US-Kongress offenlegen. Einer allgemeinen Veröffentlichung stünden aber gesetzliche Einschränkungen von Profil-Informationen im Wege. Dies betonte das weltgrösste Online-Netzwerk in einem Blogeintrag am Donnerstag. Rund 3000 politische Spots würden an Ermittler des US-Kongresses aber überreicht.

Facebook hatte vor zwei Wochen mitgeteilt, dass im Zuge von Untersuchungen zum möglichen russischen Einfluss auf die US-Präsidentenwahl rund 470 Profile identifiziert worden seien, die zwischen Juni 2015 und Mai 2017 etwa 3000 Anzeigen geschaltet hätten. «Unsere Analyse legt nahe, dass diese Accounts und Seiten miteinander vernetzt waren und von Russland aus betrieben wurden», erklärte damals Facebooks Sicherheitschef Alex Stamos. Sie hätten Anzeigen für rund 100'000 Dollar geschaltet.

Sonderermittler bereits informiert

Facebook machte bisher keine Angaben dazu, wie viele Amerikaner mit dieser Werbung in Berührung gekommen sein könnten. Ausländische Einmischung in den Wahlkampf ist in den USA verboten. Das Online-Netzwerk teilte Informationen zu den Anzeigen bereits mit dem US-Sonderermittler Robert Mueller.

Facebook betonte am Donnerstag, dem Unternehmen sei die Verbindung zu Russland bei der Buchung der Anzeigen nicht bewusst gewesen. Sie wurden von einer «Internet Research Agency» platziert. Facebook schliesst nicht aus, dass noch weitere Anzeigen gefunden werden könnten.

Facebook kündigte ausserdem eine Reihe von Massnahmen an, um Regierungen künftig an der Beeinflussung von Wahlen zu hindern. «Ich will nicht, dass jemand unsere Werkzeuge benutzt, um die Demokratie zu untergraben», sagte Firmenchef Mark Zuckerberg am Donnerstag in einer Direkt-Übertragung auf dem Sozialen Netzwerk.

Prüfung politischer Botschaften

Er kündigte unter anderem an, politische motivierte Werbung besser kenntlich zu machen. Damit solle leichter erkannt werden können, welche Spots in Verbindung mit einer Wahl geschaltet worden seien. Der US-Konzern werde zudem derartige politische Botschaften genauer prüfen und weltweit die Zusammenarbeit mit Wahlkommissionen vertiefen. Untersucht würden auch die Aktivitäten von Nutzerkonten, die im Vorfeld der Bundestagswahl in Deutschland gelöscht worden seien.

(foa/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dachs am 22.09.2017 06:00 Report Diesen Beitrag melden

    heuchlerisch

    Zuckerberg untergräbt mit FB die Demokratie weit mehr als so eine Anzeige

  • Ueli am 22.09.2017 05:15 Report Diesen Beitrag melden

    Neutrales und unabhängiges Facebook?

    Facebook Arbeitet als amerikanisches Unternehmen selbstverständlich mit dem CIA zusammen!

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  • Goaner am 22.09.2017 06:11 Report Diesen Beitrag melden

    Fakten

    Ich will mal die Fakten sehen. Ist wirklich schade das die entsprechenden Werbungen nicht an die Öffentlichkeit gehen. Ich möchte Informationen nicht Beschreibungen der Abläufe.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • baba clan am 23.09.2017 08:57 Report Diesen Beitrag melden

    ziemlich unwichtig

    Zum Glück mischt sich die USA nie in die Angelegenheiten und Wahlen anderer Länder ein.

  • Josef Goor am 22.09.2017 14:33 Report Diesen Beitrag melden

    Erfahrung

    Ja Einmischungen von Fremden in den US Wahlkampf ist verboten. Ich kann die Amis für Ihr Verbot verstehen. Sie wissen ja aus Erfahrung, wie effizient solche Aktionen sein können. Für sie tägliches Brot!

    • B. Serwisser am 23.09.2017 12:31 Report Diesen Beitrag melden

      @Josef Gloor

      Die USA haben das Monopol zur Manipuation, Einmischung in innere Angelegenheiten/Politik, Regime Change und Putsch anderer Staaten gepachtet. (Iran, Chile & halb Mittelamerika, Ukraine etc.)

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  • Jekami am 22.09.2017 12:53 Report Diesen Beitrag melden

    Konsequent?

    Die Stimmung hier ist klar gehen FB. Ich möchte wissen wer von denen die Konsequenzen zieht und seinen Account löscht!!!

    • Timmy am 22.09.2017 14:28 Report Diesen Beitrag melden

      Facebook

      Wer ist bei dieser oberflächlichen, fassadenbröckelnder Plattform noch aktiv dabei?

    • John Doe am 22.09.2017 14:32 Report Diesen Beitrag melden

      Wenn möglich, ja. Aber .....

      Gegen etwas und/oder seine Handhabe zu sein, und es zu nutzen sind zwei Paar Schuhe. Viele würden gerne eine Alternative nutzen, wenn es denn eine Alternative wäre. (Was nützt es, wenn niemand den man kennt in der Alternative ist ....)

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  • Kurt am 22.09.2017 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt keine Demokratie in den USA

    Die USA ist eine Imperialmacht und überfällt und destabilisiert ein Land nach dem anderen. Es ist auch dabei Europa zu destabilisieren. Ziel Krieg zwischen Russland und Europa.

  • Rekle am 22.09.2017 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    Trump.. Erdogan.. so ticken solche

    Trump hält viel von Erdogan und umgekehrt, wie dieser akzeptiert er anscheinend Einmischung solcher Art.