Weltweite Statistik

15. November 2017 06:45; Akt: 15.11.2017 07:06 Print

Die Zahl der Terroropfer geht zurück

Im vergangenen Jahr starben weltweit 13 Prozent weniger Menschen bei Terroranschlägen als im Jahr zuvor. Für Europa gibt es jedoch keine guten Nachrichten.

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In Europa kamen 2016 826 Menschen bei Anschlägen ums Leben: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron tröstet den Angehörigen eines Terroropfers. (13. November 2017) (Bild: AFP/Etienne Laurent)

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Die Zahl der weltweiten Terroropfer ist im vergangenen Jahr zum zweiten Mal in Folge gesunken. Das geht aus dem Global Terrorism Index der Londoner Denkfabrik IEP (Institute for Economics and Peace) hervor, der am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Demnach starben im vergangenen Jahr weltweit 25'673 Menschen bei terroristischen Anschlägen. Das waren 13 Prozent weniger als im Vorjahr und 22 Prozent weniger als noch 2014. Angesichts der militärischen Niederlagen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und dem Irak sieht das IEP bereits einen Wendepunkt im Kampf gegen islamistischen Extremismus gekommen.

Nicht so gut sind die Nachrichten, wenn man nur Europa betrachtet. Dort waren 2016 mit 826 Opfern so viele Terrortote zu beklagen wie seit 2002 nicht mehr, davon allein 658 in der Türkei. Es gibt aber Anzeichen, dass sich 2017 ein Rückgang abzeichnen könnte, so die Experten.

Ausserdem gelinge es den Sicherheitsbehörden immer häufiger, Anschläge zu verhindern. Probleme bereiten jedoch Attacken, die mit einfachen Mitteln durchgeführt werden können, beispielsweise mit Fahrzeugen.

Terroranschläge in Afrika, dem Nahen Osten und Asien

Der grösste Teil der terroristischen Aktivitäten spielt sich in Afrika, dem Nahen Osten und Asien ab. Dort ging die Zahl der Toten in vier der fünf am stärksten betroffenen Ländern teils drastisch zurück.

Den stärksten Rückgang verzeichnete Nigeria mit einem Rückgang von 80 Prozent der Toten durch die Terrormiliz Boko Haram. Grund dafür sei vor allem eine internationale Militäroperation gegen die Miliz, heisst es in dem Bericht. Auch in Pakistan, Syrien und Afghanistan sank die Zahl der Toten.

Kein positives Bild zeichnet sich im Irak ab, dort stieg die Zahl der Terroropfer um 40 Prozent auf 9765. Verantwortlich dafür war vor allem die IS-Miliz.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dave am 15.11.2017 09:19 Report Diesen Beitrag melden

    Naive Offenheit

    Wir schaffen das. Danit meine ich dass wir uns durch Toleranz für intolerante Demokratie- und Westenfeinde selber abschaffen. Es wäre ja " intolerant" und "fremdenfeindlich" wenn sich die fremden anpassen müssten statt umgekehrt. /ironie

  • Ueli am 15.11.2017 08:13 Report Diesen Beitrag melden

    Solange es Leute gibt...

    ... mit gewissem Gedankengut, wird es auch Terroranschläge geben.

  • John Livers am 15.11.2017 08:33 Report Diesen Beitrag melden

    Längst in Europa

    Natürlich gehen die Anschläge in gewissen Ländern zurück, schliesslich sind die potenziellen Terroristen längst nach Europa geflüchtet. Da ist es sicherer für sie und sie können sich freier bewegen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • märt am 15.11.2017 12:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Angst

    Die Angst ist der Terror, jedes Jahr sterben weltweit 1,25 Millionen Menschen bei Verkehrsunfällen auf Grund von Alkohol, Millionen Menschen an Ärztepfusch oder ganz normalem Hunger. Finde ich nicht besser hat aber viel mehr Opfer und wäre vermeidbar. Das finde ich viel trauriger in der heutigen Welt. Denn religiöse Fanatiker hat es immer gegeben und wird es immer wieder geben, da kann man nichts machen. Heute sind es vielleicht größtenteils Muslime vor 500 Jahren waren es Europäer.

  • :) am 15.11.2017 12:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und im

    "Kampf gegen den Terror" starben min. 1,4 Millionen... Wo ist da die Verhältnismässigkeit?

  • Claudia am 15.11.2017 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    Ruhe vor dem Sturm

    Glaubt ihr, dass der IS und seine Verbündeten bezwungen sind. Will uns die Presse wieder einmal beruhigen und etwas vorgaukeln. Der Terror wird uns in Zukunft immer beschäftigen. Sogar am Arbeitsplatz mit Mobbing, Stalkings usw. Die Jugend muss gut aufgeklärt und vorbereitet sein. Dazu ist unsere Politik aufgefordert. Aber sicher nicht von Schönreden und Verschweigen.

  • Dave am 15.11.2017 09:19 Report Diesen Beitrag melden

    Naive Offenheit

    Wir schaffen das. Danit meine ich dass wir uns durch Toleranz für intolerante Demokratie- und Westenfeinde selber abschaffen. Es wäre ja " intolerant" und "fremdenfeindlich" wenn sich die fremden anpassen müssten statt umgekehrt. /ironie

  • Knaller am 15.11.2017 09:08 Report Diesen Beitrag melden

    Der Titel

    Beschönigt die Situation sehr und irritiert!! Für mich ist das schon fast als Hohn zu betrachten!