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Umweltkatastrophe
24. Februar 2010 15:36; Akt: 24.02.2010 15:44 Print
Italiens grösstem Fluss droht Ölpest
Nach einem Sabotageakt in einer norditalienischen Raffinerie sind etwa zehn Millionen Liter Öl in einen Zufluss des Po gelangt. Bereits treiben tote Enten im Flusswasser. Unterdessen hat der Ölteppich den grössten Fluss Italiens erreicht.

Die Raffinerie Lombarda Petroli di Villasanta bei Monza.
670 Tanklastwagen voll Öl: Diese Menge soll laut dem «Corriere della Sera» am Dienstag aus drei Tanks der Raffinerie Lombarda Petroli di Villasanta bei Monza in den Lambro gelangt sein.
Der Nebenfluss des Po, der Lambro ist mit Benzin und Diesel verschmutzt.(Bild: Keystone)
Mit Sperren auf dem Lambro südlich von Mailand versuchte der Zivilschutz grösseren Schaden vom Po abzuwenden.
Mit mehreren Sperren auf dem Lambro südlich von Mailand versuchte der Zivilschutz am Mittwoch, grösseren Schaden vom grössten Fluss Italiens abzuwenden. Nach ersten Polizeiangaben steht zweifelsfrei fest, dass das Öl absichtlich durch Öffnen von Ventilen in einem Tanklager in den Po-Nebenfluss geleitet worden ist.
Spekulanten am Werk?
Unklar blieben aber die Hintergründe für den Sabotageakt. In der Nähe der seit Jahren stillgelegten Raffinerie sind grosse Überbauungen geplant. Spekulanten könnten somit hinter der kriminellen Tat stehen, mutmassten italienische Medien.
Die Raffinerie-Verantwortlichen hätten auch nur zögerlich Alarm geschlagen, hiess es weiter. Die schwarze Ölflut sei dann erst in einer Kläranlage bei Monza bemerkt worden.
In der klebrigen Masse auf der Wasseroberfläche trieben bereits tote Enten. Der Schaden unter anderem an Fauna und Flora dürfte in die Millionen gehen, zumal auch die Kläranlage stärker beschädigt worden ist, so der «Corriere della Sera». Das Becken des Lambro gilt als eine der verschmutztesten Gegenden Italiens.
«Grosses Umweltdesaster»
«Das ist ein grosses Umweltdesaster, Folge eines kriminellen Aktes, aber auch der schuldhaften Nachlässigkeit seitens des Unternehmens», erklärte der Umweltverantwortliche der Region Lombardei, Massimo Ponzoni.
Das Trinkwasser der Region sei jedoch weiter geniessbar, «auch wenn es einen unangenehmen Geruch haben sollte», sagen die Behörden. Noch schwankten die Angaben darüber, wie viel Öl genau ausgeflossen ist.
Lebenswichtig für die Landwirtschaft
Die Mailänder Präfektur hat einen Krisenstab eingerichtet, um noch möglichst viel Öl mit Sperren südlich der italienischen Wirtschaftsmetropole aufzufangen. Die Ölschicht erreichte den Po südlich von San Zenone al Lambro, dort, wo der Nebenfluss in den Strom mündet. Der Po ist in diesem Abschnitt normalerweise sauber.
Der Po ist der grösste Fluss Italiens. Er ist Wasserspender einer ganzen Region. Für die Landwirtschaft in der Poebene, die sich von Turin bis zur Mündung in das Adriatische Meer südlich von Venedig erstreckt, ist der Strom lebenswichtig.
(sda)





















