Neues Buch

20. Oktober 2010 11:16; Akt: 20.10.2010 11:29 Print

Beinahe zwei Präsidenten erschossenBeinahe zwei Präsidenten erschossen

1963 entgingen die USA nur knapp einer Regierunskrise. Stunden nach der Ermordung John F. Kennedys wäre beinahe auch sein Vizepräsident und Nachfolger erschossen worden.

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Kurz nach seiner Vereidigung wurde Lyndon B. Johnson beinahe von seinem eigenen Sicherheitsagenten erschossen. (Bild: Keystone/AP/Cecil Stoughton)

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Nur wenige Stunden nach dem Attentat auf US-Präsident John F. Kennedy am 22. November 1963 hätte ein damaliger Geheimdienstagent nach eigenen Angaben fast dessen Nachfolger Lyndon B. Johnson erschossen. In seinem Buch «The Kennedy Detail» (Der Kennedy-Personenschutz) beschreibt Gerald Blaine, wie er am frühen Morgen des 23. November 1963 vor dem Haus des frisch vereidigten Präsidenten Johnson in Washington Wache stand. Als er Schritte hörte, nahm er seine Maschinenpistole und zielte in der Dunkelheit auf die Brust eines Mannes, der sich als Johnson entpuppte.

Eiskalte Schauer hätten ihn erfasst, als ihm bewusst geworden sei, was da fast geschehen wäre: 14 Stunden, nachdem das Land einen Präsidenten verloren hatte, hätte er beinahe dafür gesorgt, dass es auch den nächsten verliert. Nach Blaines Angaben ist sein Buch das erste, das von einem Mitglied der Sicherheitstruppe Kennedys geschrieben wurde.

Wäre Johnson bei diesem Zwischenfall tatsächlich ums Leben gekommen, wäre die in der amerikanischen Verfassung definierte Nachfolgeregelung zum Tragen gekommen: Sollte neben dem amtierenden Präsidenten auch sein Vizepräsident ausser Stande sein (durch Tod, schwere Krankheit, Rücktritt, Absetzung), die Amtsgeschäfte des Präsidenten zu führen, rückt der Sprecher des Repräsentantenhauses nach. 1963 hatte der Demokrat John William McCormack dieses Amt inne.

(kri/dapd)