Keine Gnade

05. Januar 2012 14:26; Akt: 05.01.2012 17:10 Print

Todesstrafe für Mubarak gefordertTodesstrafe für Mubarak gefordert

Dem ehemaligen Präsidenten Hosni Mubarak droht die Todesstrafe. Die Staatsanwaltschaft sieht es als erwiesen an, dass Mubarak die Tötung von Demonstranten auf dem Tahrir-Platz hätte verhindern können.

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Am 2. Januar wurde der ehemalige Präsident Hosni Mubarak (Mitte liegend) auf einer Krankentrage in den Gerichtssaal gebracht. (Bild: Keystone)

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Im Prozess gegen den früheren ägyptischen Machthaber Hosni Mubarak hat die Anklage die Todesstrafe gefordert. Mubarak solle die Höchststrafe erhalten und gehängt werden, forderte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag vor Gericht. Laut Gesetz stehe auf Mord die Todesstrafe, erklärte die Staatsanwaltschaft zum Abschluss ihres Plädoyers in Kairo. Selbst falls Mubarak nicht direkt einen Schiessbefehl erteilt haben sollte, sei er für den Tod der Demonstranten verantwortlich.

Es sei unmöglich, dass Mubarak nichts von den Vorgängen gewusst habe, betonte die Staatsanwaltschaft. Der ehemalige Präsident müsse sich fragen lassen, warum er nicht eingeschritten sei, um die Gewalt gegen Demonstranten zu verhindern. Bei der Niederschlagung der Massenproteste gegen den damaligen Staatschef waren vor einem Jahr rund 850 Menschen getötet worden. Unter dem Druck der Proteste musste Mubarak am 11. Februar nach drei Jahrzehnten an der Macht sein Amt aufgeben.

Mubaraks Söhnen drohen Haftstrafen

Mit Mubarak angeklagt sind unter anderem auch der ehemalige Innenminister Habib al-Adli und sechs Sicherheitsvertreter. Für sie forderte die Staatsanwaltschaft ebenfalls die Todesstrafe. Mubaraks Söhnen Alaa und Gamal drohen in dem gleichen Verfahren Haftstrafen von 15 bis 25 Jahren.

Mubarak steht seit August vor Gericht. Ihm werden die Anordnung von Gewalt gegen Regierungsgegner sowie Korruption und Amtsmissbrauch vorgeworfen. Er weist die Vorwürfe zurück.

Der 83-Jährige sitzt wegen seines schlechten Gesundheitszustandes nicht im Gefängnis, sondern verbringt die Zeit der Untersuchungshaft in einem Spital. Er wird jeweils auf einer Trage in den Gerichtssaal gebracht, so auch am Donnerstag.

Urteil spätestens in einem Monat

Die Anklagebehörde hatte in den vorangegangenen Prozesstagen vor Gericht bereits dargelegt, es gebe handfeste Beweise dafür, dass Mubarak für tödliche Schüsse auf Demonstranten verantwortlich sei.

Suleiman hatte am Mittwoch erklärt, die Staatsanwaltschaft habe mehr als 2000 Zeugen angehört und dabei Aussagen von Ärzten, Demonstranten und Polizisten ausgewertet. Staatliche Sicherheitsorgane wie der Geheimdienst hätten nicht kooperiert.

Der Prozess soll Anfang kommender Woche fortgesetzt werden. Die Plädoyers der Anwälte der Angehörigen der getöteten Demonstranten sowie die Plädoyers der Verteidigung stehen noch aus. Mit dem Urteil wird in spätestens einem Monat gerechnet.

(sda)

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  • Urteil am 06.01.2012 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Wo bleibt der Aufschrei?

    Der Artikel steht schon fast einen Tag im Netz. Wo bleibt der Aufschrei der Menschenrechtler und Gegner der Todesstrafe? Oder ist das die stille Einsicht, dass gewisse Menschen durch ihr Handeln eben doch den Tod verdient haben?

  • Kranz E am 05.01.2012 19:14 Report Diesen Beitrag melden

    Das war ja klar

    Das war ja schon klar.

  • Tinu am 05.01.2012 16:30 Report Diesen Beitrag melden

    Free Mubarak!

    Das könnt ihr doch nicht machen! Also allmählich geht es mir wirklich auf die Nerven! Zuerst machen sie alle dick Geschäfte mit diesen Leuten, sind "Freunde" usw. und wenn sie ihnen nicht mehr passen, dann werden sie einfach getötet? Ich meine ja nur. Ok, Gaddafi hat die Luftwaffe eingesetzt, um auf das Volk zu schiessen. Aber Mubarak hat so viel ich weiss so ziemlich das gemacht, was man von einem Präsidenten in dieser Situation erwarten kann! Ihr könnt doch den nicht einfach umbringen!