Wahlen in den USA

11. Oktober 2011 09:21; Akt: 11.10.2011 10:41 Print

Gemeinsam gegen Mitt RomneyGemeinsam gegen Mitt Romney

Bachmann, Perry oder Cain? Die Republikaner sind mit ihren Kandidaten für die Präsidentenwahl 2012 nicht glücklich. Einig sind sie sich aber in einem: Mitt Romney muss verhindert werden.

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Liegt in den Umfragen zwar vorne, ist bei den konservativen Republikanern aber alles andere als beliebt: Der Anwärter auf die Präsidentenkandidatur Mitt Romney. (Bild: Keystone)

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Die Umfragewerte von US-Präsident Barack Obama sind im Keller. Eigentlich beste Voraussetzungen für die Republikaner, bei den Wahlen 2012 aufzutrumpfen. Doch wirklich zufrieden sind die Parteimitglieder nicht. Denn Mitt Romney hält sich seit Wochen an der Spitze der republikanischen Herausforderer von Obama. Das sorgt bei vielen Konservativen für Unruhe.
Denn die Anhänger von Michele Bachmann, Rick Perry oder Herman Cain sind sich einig, dass ihre Partei mit einem Spitzenkandidaten namens Mitt Romney keine Chance hätte.

Die Anti-Romney-Front besteht mehrheitlich aus Tea-Party-Aktivisten. Und die misstrauen dem gegenwärtigen Spitzenkandidaten zutiefst. Seine frühere Unterstützung für das Recht auf Abtreibung stört sie. Dass er als Gouverneur von Massachusetts eine Gesundheitsreform verabschiedet hatte, die derjenigen Obamas ähnlich ist, verunsichert sie weiter. Da die konservativen Republikaner bei den Vorwahlen mit ihrer Stimme den Ausschlag geben könnten, wer 2012 gegen Obama antreten wird, ist die entscheidende Frage daher, ob sie sich auf eine gemeinsame Alternative zu Romney einigen können, schreibt die «Washington Post».

Zweiter Blick auf Romney

Nachdem Chris Christie und Sarah Palin als Kandidaten abgesagt haben, wird bei den Schlüsselfiguren des Anti-Establishment das Kandidatenfeld neu aufgerollt. «Alles fängt von Neuem an», sagt Ryan Rhodes, der Vorsitzende der Tea Party in Iowa, gegenüber der Zeitung. Sogar Mitt Romney werde noch genau durchleuchtet. Zahlreiche Geldgeber haben sich nach der Absage von Christie dem ehemaligen Gouverneur von Massachussetts Romney zugewandt. Dieser sei der stärkste und wählbarste Kandidat.

Um bei den Konservativen zu punkten, hatte Romney politische Positionen angenommen, die den Aktivisten wichtig sind. Er gab bereits an, Obamas Gesundheitsreform zu kippen, auf Steuererhöhungen zu verzichten und das Budget auszugleichen. Ausserdem spricht er sich gegen gleichgeschlechtliche Ehe und Abtreibung aus. Das Vertrauen der Konservativen hat er damit noch nicht gewonnen. Auch den Rest der Bevölkerung konnte er noch nicht begeistern. Bei nationalen Umfragen gäben ihm nur 30 Prozent der Wähler ihre Stimme.

Tea-Party-Aktivist Ryan Rhodes hält laut eigener Aussage zurzeit lieber noch an Michele Bachmann fest, selbst wenn deren Zustimmungsraten von 26 Prozent im Juli auf 7 Prozent im Oktober gesunken sind. Herman Cains Umfragewerte sind zwar seit Juli von 8 auf inzwischen 22 Prozent gestiegen, nur wenige Republikaner gehen jedoch davon aus, dass seine Kandidatur ernst gemeint sei, sagt der konservative Talk-Show-Moderator Steve Deace. Cain versuche durch seine Kandidatur fürs Weisse Haus nur, berühmter zu werden.

Heisser Kandidat Rick Perry

Heftig war auch Rick Perrys Absacken in der Wählergunst. In nur einem Monat fiel die Zustimmung von 45 auf 18 Prozent, nachdem er in öffentlichen Debatten einen eher lustlosen Eindruck und kontroverse Aussagen über Einwanderer gemacht hatte. Wenn sich der Anti-Romney-Block aber auf die Unterstützung nur einer Person einigen könne, sei Perry ein heisser Kandidat, der nicht vorschnell abgeschrieben werden sollte, finden viele Republikaner.

In den vergangenen drei Monaten hat Perry 17 Millionen Dollar für seinen Wahlkampf aufgebracht. Damit versucht der texanische Gouverneur jetzt auch, seine konservative Glaubwürdigkeit wieder herzustellen. Dies, nachdem er bei den Tea-Party-Aktivisten für Verwirrung gesorgt hatte, weil er mit seiner Politik illegalen Einwanderern das Schulgeld bezahlt hatte. «Perry ist nicht ideal», sagt Andrew Hemingway, der Vorsitzende einer konservativen Gruppe, die im September gegen eine Rede Romneys protestiert hatte, gegenüber der «Washington Post». «Aber wenn es um die Frage Romney oder Perry geht, bin ich für Perry.» Auch die Tea-Party-Aktivistin Julie Roe aus Iowa sagt: «Perry ist okay. Ich könnte ihm meine Stimme geben.»

Einigen Republikanern aus der Anti-Romney-Ecke sei inzwischen klar, dass sie dem ungeliebten Präsidentenanwärter zum Sieg verhelfen könnten, wenn sie nicht mit einer Stimme sprechen, so die «Washington Post» und dies würde für die Bewegung nichts Gutes verheissen: «Wenn Romney gewinnt, würde dies die Schwäche unserer Bewegung zeigen», sagte Steve Deace vor den Konservativen. Adam Brandon, Sprecher der Gruppe FreedomWorks, die mit der Tea Party verbunden ist, ist zuversichtlich, dass noch ein geeigneter Kandidat gefunden wird. Denn für ihn ist klar, Mitt Romney ist keine Möglichkeit. «Wenn ich etwa 100 Leute von der Basis treffe und sie frage, wer von ihnen für Romney sei, dann strecken gerade mal ein oder zwei Personen die Hände auf.»

(ske)

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  • dave am 11.10.2011 17:49 Report Diesen Beitrag melden

    bezüglich budget ausgleichen

    zwar nicht viel, aber wieviele millionen werden nochmals für wahlkämpfe verschwendet?

  • Kayman Rich am 11.10.2011 15:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    20min & the wwnews & ron paul

    Hallo ?! Was ist mit ron paul.. kann mir jmd sagen warum die m-medien nie etwas über ron paul schreiben.. bei aktuellen umfragen war er immer an der spitze..?! die frage geht auch an die 20min redaktion .. hallo jemand zuhause ..?? würde mich echt über eine antwort freuen..?

    • Tomy am 13.10.2011 17:31 Report Diesen Beitrag melden

      Weil Null Chancen!

      Der exzentrische Ron Paul hat überhaupt keine Chancen, jemals Präsident der USA zu werden. Er ist ein Zick-Zack Politiker, der aus Prinzip gegen jegliche Konventionen politisiert. Dies kommt selbst in den USA nicht gut an. Und an der Spitze ist er manchmal, aber auch nur bei den Republikanern und dies auch nur solange, bis er wieder einmal bei einem Thema eine total konträre Gegenposition zu seiner Partei einnimmt...

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  • Herr Schweizer am 11.10.2011 12:03 Report Diesen Beitrag melden

    kein wort hier über RON PAUL

    Der Spitzenkandidat schlechthin.