Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Ferrari-Chef Montezemolo
31. Oktober 2011 15:27; Akt: 31.10.2011 15:31 Print
«Berlusconi muss sofort zurücktreten»
Der Verwaltungsratspräsident von Ferrari, Luca di Montezemolo, fordert den italienischen Premier Silvio Berlusconi zum sofortigen Rücktritt auf. Ihm wird nachgesagt, dass er selber in die Politik will.

Silvio Berlusconi gerät unter Beschuss: Ferrari-Chef Luca di Montezemolo kritisierte den Premierminister öffentlich.
Einer der einflussreichsten Wirtschaftsführer Italiens, Luca Cordero di Montezemolo, hat Regierungschef Silvio Berlusconi zum Rücktritt aufgefordert. Damit wäre eine Notstandsregierung mit allen Parteien möglich. Montezemolo werden selber politische Ambitionen nachgesagt.
Bildstrecken Berlusconis Karriere in BildernHier telefoniert der CavaliereAus Berlusconis Munde«Wir können keine Minute mehr verlieren. Auf dem Spiel stehen die Ersparnisse der Italiener, der soziale Zusammenhalt und Italiens Verbleib im Euro-Raum», schrieb der 64-jährige Montezemolo in einem am Montag von der römischen Tageszeitung «La Repubblica» veröffentlichten Beitrag.
Wahlen wären seiner Meinung nach keine Lösung. «Sie würde das Land nur zum Erliegen bringen», schrieb der Verwaltungsratspräsident von Ferrari weiter. Weder von der Regierungskoalition noch von der Opposition kämen angemessene Antworten.
Italien brauche dringende Verfassungsreformen, die unter anderem zu einer Senkung der Kosten der Politik führen sollten. Unter anderem sollte die Zahl der Parlamentarier reduziert werden. Des weitern sprach er sich für eine Rentenreform und eine Reichensteuer aus.
Eigene Ambitionen
Laut italienischen Medien hegt Montezemolo konkrete Projekte für seinen Einstieg in die Politik. In den nächsten eineinhalb Jahren wolle er seine Stiftung «Italia Futura», die er mit dem Präsidenten der Abgeordnetenkammer, Gianfranco Fini, gegründet hatte, in eine Partei umwandeln. Seine Partei könnte nach Einschätzung von Meinungsforschern 20 Prozent der Stimmen erreichen.
Montezemolo, der früher dem mächtigen Industrieverband Confindustria vorstand und auch Präsident der Fiat-Gruppe war, wirkt als Wählermagnet. Er könnte mit seiner Initiative starkes politisches Interesse im orientierungslosen Mitte-Rechts-Lager wecken.
Immer breitere Front
Der Ferrari-Manager schloss sich mit seiner Kritik einem wachsenden Chor aus Vertretern von Wirtschaft und Gesellschaft an, nach deren Einschätzung Italien unter Berlusconi immer weiter ins Hintertreffen gerät.
Selbst die römisch-katholische Kirche hat das Erscheinungsbild der Regierung zuletzt kritisiert. Trotz einer Reihe von Sex-Skandalen und Steuer-Gerichtsverfahren hat der 75-jährige Berlusconi Rücktrittsforderungen wiederholt zurückgewiesen und Vertrauensabstimmungen im Parlament gewonnen.
Zuletzt bekräftigte er am Freitag, dass er die Legislaturperiode bis 2013 erfüllen werde. Allerdings wurden unter dem Druck der Schuldenkrise tiefe Risse in seiner Koalition offensichtlich. Es gilt derzeit als wahrscheinlich, dass das Mitte-Rechts-Kabinett nicht viel länger als bis zum Jahresende durchhält und im Frühjahr Wahlen nötig sind.
(sda)
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
-
Alle 5 Kommentare


























Italiener arbeiteten am Wohlstand in CH
Auch wir können Italien helfen,indem wir bewusster einkaufen bei Lebensmitteln oder Autos,zB Fiat oder Alfa oder warum nicht einen Ferrari von Hr.Montezemolo?
Hoffentlich kein neuer Selbstdarsteller
Jetzt wird der Unternehmer-Cavaliere Berlusconi sogar von einem Unternehmer zum Rücktritt gedrängt. Hoffentlich wählt das italienische Volk nicht nochmals einen Selbstdarsteller.
Nicht alle sind Bunga,Bunga
Auf den Commendatore Luca di Montezemolo können sie sich vertrauen denn er ist ein rechtschaffener Mann.
nützt es nichts mehr
ob er zurücktritt oder nichtm Italien ist der nächste Grichenlandnachfolger