Mills-Prozess

19. September 2011 12:25; Akt: 19.09.2011 18:42 Print

«Mir geht es gut, aber Sie sehen schrecklich aus»«Mir geht es gut, aber Sie sehen schrecklich aus»

Italiens Premier Silvio Berlusconi hat entgegen den Erwartungen an einer gegen ihn laufenden Gerichtsverhandlung im sogenannten Mills-Prozess teilgenommen. Er sagte dafür gar eine Reise nach New York ab.

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Berlusconi ist überraschend im Mailänder Justizpalast erschienen. (Bild: Keystone/AP)

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Berlusconi wird beschuldigt, dem britischen Anwalt David Mills im Jahr 1997 600 000 Dollar für Falschaussagen in Prozessen gegen sein Medienunternehmen Mediaset bezahlt zu haben. Letzte Woche hatten Berlusconis Rechtsanwälte noch behauptet, dass der Premier nicht vor Gericht in Mailand erscheinen würde.

«Mir geht es gut, aber Sie sehen schrecklich aus», sagte Berlusconi auf die Frage der Journalisten, wie es ihm gehe. Da ein Ende des Prozesses vor Eintreten der Verjährung im Februar 2012 bisher als unwahrscheinlich galt, werteten Beobachter das Auftreten Berlusconis in Mailand vorab schon als Ablenkungsmanöver von anderen Justizaffären.

Staatsanwalt Fabio Di Pasquale rief das Gericht auf, die Verhandlungen in dem Fall zu beschleunigen, um eine Verjährung des Prozesses zu verhindern. Die Richter entschieden daraufhin überraschend, rund zehn Zeugenvernehmungen entfallen zu lassen. Als letzte sollen der Anwalt Mills (am 24.10.) und Berlusconi selbst (am 28.10.) vernommen werden, wie italienische Medien berichteten.

Bei der Gerichtsverhandlung am Montag schaltete sich per Videokonferenz aus Bern die Managerin Maria De Fusco ein, Verwalterin eines Trusts, aus dem Berlusconi das Geld für Mills Bestechung genommen habe. Sie antwortete auf die Fragen der Ermittler.

Als Berlusconi den Gerichtssaal verliess, riefen ihm einige Demonstranten Appelle zum Rücktritt zu. «Geh nach Hause!», schrie ein Demonstrant. Andere riefen ihn auf, weiterhin im Amt zu bleiben.

Reise nach New York abgesagt

Um an der Gerichtsverhandlung teilzunehmen, sagte Berlusconi eine geplante Reise nach New York zur UNO-Generalversammlung ab und liess sich von Aussenminister Franco Frattini vertreten. Der Premier hatte sich am Wochenende geweigert, die neapolitanischen Staatsanwälte zu treffen, die in Zusammenhang mit einer heiklen Erpressungsaffäre rund um Berlusconi ermitteln.

Am 3. Oktober muss sich Berlusconi auch wegen Amtsmissbrauchs und Sex mit einer minderjährigen Prostituierten - «Ruby» - in einem Schnellverfahren verantworten, der im April begonnen hatte. Gegen Berlusconi läuft zudem ein Gerichtsverfahren in einer Affäre um seinen Medienkonzern Mediaset, das am Montag kommender Woche fortgesetzt werden soll.

(sda)

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  • Media Set am 19.09.2011 20:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Berlusconi

    Grande Silvio!!!!!!!! Du bist mein Vorbild..

    • Marco am 20.09.2011 00:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Ciao Würde!

      Wenn ich solche Voten lese, hat Italien wohl nichts besseres verdient. Einfach nur lächerlich wie Italien sich bewusst seiner Würde berauben lässt und dann noch stolz darauf ist. Solche Dinge bekommt man normalerweise in schlechten Komödien vorgesetzt.

    • Maier Cindy am 20.09.2011 07:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Humor ist wenn man trotzdem lacht

      Dann sind sie auch Komiker? Dieser Politiker ist unglaubwürdig und gehört weg. Doch auch ich muss immer herzhaft lachen wie gewitzt dieser Mensch ist und um antworten nie verlegen ist. Vielleicht ist Humor doch die beste Politik. Ciao amore

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  • Roli A. am 19.09.2011 19:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Italien benötigt Berlusconi und Bossi

    All diese Geschichten auch mit dem Mills-Prozess werden von der Presse seit Jahren wiederholt und wiederholt und es ist bis jetzt nichts aber gar nichts bewiesen! Im Weiteren ist doch auch das Abhöhren von privaten Telefongesprächen in diesem Ausmass nicht Korrekt und wäre in der Schweiz nicht zulässig. Es wäre wohl angebracht wenn Meldungen publiziert werden, wenn der Sachverhalt klar ist. Sache ist, dass sich Italien in den letzten Jahren betreffend Infrastrukturen und Behörden stark verbessert hat, auch wenn noch viel Bürokratie abgebaut werden muss. Letzlich müssen die Italiener erst noch lernen, dass Alle korrekt Steuern zahlen müssen! Im Moment ist Berlusconi wohl immer noch der beste Ministerpräsident, alles Andere wäre für Italien ein grosses Risiko.

    • Calogero am 20.09.2011 04:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Augen auf!

      Wo lebst du? Bessere Infrastruktur? Beispiele bitte! Ich bin mehrmals im Jahr in Italien und die Situation wird immer schlimmer! Einzig bei Thema Steuern zahlen hast du Recht

    • Debora am 20.09.2011 08:06 Report Diesen Beitrag melden

      Italien benötigt einen Sinneswandel

      Bello mio..du schaust und informierst dich sehr wahrscheinlich an der falschen Quelle..ansonsten würdest du wissen, dass herr mills schon längst zugegeben hat, 600 000 euros von mister b.(wie mills ihn nennt) angenommen zu haben. Er wurde desswegen auch verurteilt, aber da die Verjährungsfrist abgelaufen war, kam es zu keiner juristischen Konsequenz. Reden wir nicht über die Gesetze, die sich b. zurechtgeschneidert hat, um die 30 an der Zahl, um sich dann heuchlirisch vor dem Volk als unschuldig zu beteuern.Ach ja, und vergessen wir doch seine Kompanen wie Dell'Utri und Mangano..

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  • Titanus am 19.09.2011 16:10 Report Diesen Beitrag melden

    Schnellverfahren = Standgericht?

    Sind Schnellverfahren nicht mit Standgerichten zu vergleichen? Ich bin gar kein Freund von Silvio, aber wenn ich "Schnellverfahren" höre, dann erinnert mich das am 1. Weltkrieg.

    • Geri Cht am 19.09.2011 22:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nix 1. Weltkrieg

      Das hat damit nichts zu tun, Schnelle Verfahrensarten, zB sog. Summarische Verfahren, sind auch in der Schweiz an der Tagesordnung!

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