Kriegsfotograf in Syrien

02. Februar 2013 21:10; Akt: 02.02.2013 21:11 Print

«Als ich abdrückte, lebte er noch ...»«Als ich abdrückte, lebte er noch ...»

Goran Tomasevic ist für Reuters nach Syrien zurückgekehrt. Im Häuserkampf von Damaskus wurde es für den Kriegsfotografen brenzlig: Er geriet selbst ins Fadenkreuz eines Scharfschützen.

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«Manchmal reicht alle Erfahrung und Vorsicht dieser Welt nicht», sagte Kriegsfotograf Goran Tomasevic im vergangenen August im Interview mit 20 Minuten Online: Tage zuvor war eine japanische Reporterin in einem Feuergefecht in Aleppo ums Leben gekommen. Dem 43-Jährigen sind die Gefahren bewusst, die mit seiner Arbeit verbunden sind. Dennoch kehrte er für Reuters ins syrischen Bürgerkriegsgebiet zurück. Am Mittwoch ist der Routinier in Damaskus selbst in eine brenzlige Situation geraten.

Auf seinem Blog beschreibt Tomasevic, wie er im hart umkämpften Viertel Ain Tarma zwei Schüsse hörte: «Ich hielt meine Kamera bereits auf die beiden Rebellen. Ich hörte einen Schrei und sah, wie einer von ihnen getroffen wurde. Als ich abdrückte, lebte er noch. Während ihn seine Kameraden unter heftigem Beschuss wegtrugen, starb er.» Aufgrund der zwei einzelnen Schüsse wusste Tomasevic, dass ein Scharfschütze der syrischen Armee zugeschlagen hatte.

Wenig später schlugen zwei Panzergranaten im Haus neben ihm ein. Ein Trümmerregen ging auf ihn und die Rebellen nieder. Der Häuserkampf in der Hauptstadt ist erbittert: «Die Rebellen und die Regierungstruppen sind nahe genug, um einander mit Handgranaten zu bewerfen und anzuschreien.» Der Frontverlauf ist statisch: «An einem Tag nehmen Soldaten ein paar Häuser ein, am nächsten sind die Rebellen dran.»

(kri)