Anti-NATO-Demo

05. April 2009 02:15; Akt: 05.04.2009 02:16 Print

Dutzende Verletzte nach schweren KrawallenDutzende Verletzte nach schweren Krawallen

Schwere Krawalle in Strassburg haben am Samstag den NATO-Gipfel überschattet. Militante Gegner des Verteidigungsbündnisses steckten in der Nähe der französisch-deutschen Grenze ein Hotel, eine Apotheke und weitere Gebäude in Brand.

Bildstrecke im Grossformat »

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Zuvor hatten sich Vermummte seit Freitagabend Strassenschlachten mit der Polizei geliefert. Nach Polizeiangaben wurden 34 Demonstranten verletzt. 18 wurden in ein Spital gebracht, zehn inzwischen wieder entlassen. Bei der Polizei gab es acht Leichtverletzte. Zahlreiche Personen wurden gemäss der vorläufigen Bilanz in der Nacht festgenommen.

Insgesamt demonstrierten nach Polizeiangaben 16 000 Menschen in Kehl und in Strassburg friedlich gegen den NATO-Gipfel. Die Veranstalter sprachen von 30 000 Beteiligten. 1000 von ihnen wurden dem Lager der Gewaltbereiten zugeschlagen. Auf beiden Seiten des Rheins waren insgesamt rund 25 000 Sicherheitskräfte im Einsatz.

Am deutschen Ufer protestierten mehr als 6000 Personen friedlich gegen das in Strassburg tagende Militärbündnis. Die Demonstranten hätten von Kehl aus zur zentralen Kundgebung in Strassburg marschieren wollen. Nach den Ausschreitungen an der Europabrücke stoppte die deutsche Polizei die Kundgebung jedoch. Und Frankreich machte vorübergehend die Grenze dicht.

An vielen Orten blieb es aber ruhig. «Wir sind friedlich. Was seid Ihr?», riefen Demonstranten den Sicherheitskräften entgegen. Einige näherten sich Barrikaden immer wieder mit erhobenen Händen. Ein Organisator der Proteste bezeichnete die Gewalt als Konsequenz aus dem Vorgehen der Polizei.

Quelle: SDA/AP