Kampf für Unabhängigkeit

21. Oktober 2011 06:50; Akt: 21.10.2011 10:01 Print

ETA verkündet Ende der Gewalt

Ende Januar hatte die baskische Terrororganisation ETA einen dauerhaften Waffenstillstand verkündet. Nach 43 Jahren will sie jetzt offiziell auf den bewaffneten Kampf verzichten.

Bildstrecke im Grossformat »
Am 20. Oktober 2011 gaben drei Mitglieder der ETA in einer Videobotschaft das Ende des bewaffneten Kampfes bekannt. Das Emblem der ETA bei einer Kundgebung in Pamplona. Im Baskenland und in der Nachbarregion Navarra geniesst die Organisation einigen Rückhalt bei der Bevölkerung. Ihren spektakulärsten Anschlag verübte die ETA 1973 in Madrid, als sie das Auto von Francos Regierungschef Luis Carrero Blanco in die Luft jagte. Zurück blieb ein mächtiger Bombentrichter. Eines ihrer verheerendsten Attentate verübte die ETA am 11. Dezember 1987 mit einer Autobombe auf eine Kaserne der Guardia Civil in Saragossa. Elf Menschen starben, darunter fünf Kinder. Auch Entführungen gehören zum Repertoire der Terroristen. Der Gefängnisbeamte Antonio Ortega Lara wurde 1997 von der Polizei befreit, nachdem er 532 Tage in einem kleinen, fensterlosen Raum eingesperrt war. Cosme Delclaux, Sohn eines wohlhabenden baskischen Geschäftsmannes, wurde 1997 entführt und nach Zahlung eines Lösegelds in unbekannter Höhe freigelassen. Aus Solidarität mit den ETA-Opfern veröffentlichte die spanische Post im Juli 1997 eine Sonderbriefmarke mit einem blauen Band. Die Ermordung von Polizisten und Politikern gehörte von Beginn an zum Repertoire der ETA. Im März 2002 wurde der sozialistische Politiker Juan Priede Perez in einer Bar in San Sebastián erschossen. Anhänger und Gegner der ETA gehen regelmässig auf die Strasse. Fast eine Million Menschen protestierten am 4. Juni 2005 in Madrid gegen den Terror. Am 22. März 2006 verkündeten Mitglieder der ETA - wie üblich maskiert - eine Waffenruhe und die Aufnahme von Friedensgesprächen mit der sozialistischen Regierung von Premierminister José Luis Zapatero. Bereits am 30. Dezember 2006 beendete die ETA den Waffenstillstand, indem sie ein neu erbautes Parkhaus am Madrider Flughafen zerstörte. Zwei Arbeiter kamen ums Leben, Zapatero (r.) stoppte den Friedensprozess. In letzter Zeit gelangen der spanischen und französischen Polizei einige spektakuläre Festnahmen von ETA-Führungsmitgliedern. Dies trug dazu bei, dass die Organisation stark geschwächt wurde und schliesslich den bewaffenten Kampf einstellte.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die baskische Terrororganisation ETA hat ein Ende ihres seit 43 Jahren andauernden bewaffneten Kampfes angekündigt. Die Nachricht wurde am Donnerstag zunächst über die baskische Tageszeitung «Gara» verbreitet, die von der ETA oft als Sprachrohr verwendet wird.

Die ETA hatte bereits im Januar einen dauerhaften Waffenstillstand verkündet, sich aber bisher nicht offiziell von der Gewalt abgewandt. Seit den späten 1960er-Jahren sind durch den Kampf der ETA für eine Unabhängigkeit des Baskenlandes 829 Menschen ums Leben gekommen. Die EU und die USA stufen die ETA als Terrororganisation ein.

(Quelle: YouTube/telesurenglish)

(dapd)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • PLO_ am 21.10.2011 09:54 Report Diesen Beitrag melden

    Sieg für Madrid

    Auch wenn ich den bewaffneten Kampf nicht befürwortete, ist dessen Ende trotzdem eine Kapitulation an das royalistische Spanien in Madrid... schade! Das Baskenland und auch Katalonien sollten aber trotzdem für ihre Unabhängigkeit weiterkämpfen, ohne Gewalt.

  • Christian Martinez Gabriel am 21.10.2011 10:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt mal wieder nicht!

    Das stimmt eh nicht. Das sagen sie immer und nach 3 Wochen machen sie wieder ein Terroranschlag. Sie haben schon viel mal gesagt, sie werden Waffenstillstand machen, aber das hat nie richtig gestummen .

  • Peter Fürst am 21.10.2011 07:46 Report Diesen Beitrag melden

    Hmmm!

    Aus welchen Gründen verkündt die ETA denn aber einen Waffenstillstand?!? Hat sich diesbezüglich irgend was für sie geändert dass sie zu diesem Schluss kommen, oder gibt es andere Gründe die dafür sprechen?!?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Christian Martinez Gabriel am 21.10.2011 10:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt mal wieder nicht!

    Das stimmt eh nicht. Das sagen sie immer und nach 3 Wochen machen sie wieder ein Terroranschlag. Sie haben schon viel mal gesagt, sie werden Waffenstillstand machen, aber das hat nie richtig gestummen .

  • PLO_ am 21.10.2011 09:54 Report Diesen Beitrag melden

    Sieg für Madrid

    Auch wenn ich den bewaffneten Kampf nicht befürwortete, ist dessen Ende trotzdem eine Kapitulation an das royalistische Spanien in Madrid... schade! Das Baskenland und auch Katalonien sollten aber trotzdem für ihre Unabhängigkeit weiterkämpfen, ohne Gewalt.

  • LeSaboteur am 21.10.2011 08:48 Report Diesen Beitrag melden

    Déjà-vu

    Gab es diese Meldung nicht schon einmal vor ca. einem Jahr, mit genau dem selben Bild? Geht es noch jemand so oder täusche ich mich???

    • Sheila Hofer am 21.10.2011 10:09 Report Diesen Beitrag melden

      Gleiches aussehen/ Text

      Das mit de gleichen Bild kommt wohl davon dass die immer gleich auftreten, schon vor Jahren hätte man ein Bild von denen machen und das heute als wiederholung betrachten können. Möglicherweise sind die einfach etwas linksverschoben oder so. Die Meldung war ähnlich und ist im Text erwähnt, damals hiess es Waffenstillstand, der ja eigentlich aufgehoben werden könnte, heute heisst es scheinbar sie hören völlig mit der Waffengewalt auf. So würde ich es jedenfalls interpretieren, wie ich das oben sehe.

    einklappen einklappen
  • Skeptisch am 21.10.2011 08:39 Report Diesen Beitrag melden

    Wers glaubt!?

    wenn das wirklich stimmt, dann Würde ich gerne wissen was die spanische Regierung ihnen dafür versprochen hat! Wäre nicht das erste Mal das sie mit ETA verhandelt. Wenn es wirklich stimmt, bin ich sehr froh das es endlich aufhört.

  • Peter Fürst am 21.10.2011 07:46 Report Diesen Beitrag melden

    Hmmm!

    Aus welchen Gründen verkündt die ETA denn aber einen Waffenstillstand?!? Hat sich diesbezüglich irgend was für sie geändert dass sie zu diesem Schluss kommen, oder gibt es andere Gründe die dafür sprechen?!?