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Krawalle in Ägypten
03. Februar 2012 20:23; Akt: 03.02.2012 21:26 Print
Büro der Steuerbehörde in Brand gesetzt
Zwei Tage nach der Stadion-Tragödie in Port Said gehen die Proteste in Kairo weiter. Demonstranten stürmten das Gebäude der Steuerbehörde. Fünf Menschen kamen ums Leben.
Nach dem Blutbad in einem Fussballstadion ist die Gewalt in Ägypten am Freitag weiter eskaliert und hat mindestens fünf Menschen das Leben gekostet. In Kairo kam es den zweiten Tag in Folge zu Zusammenstössen zwischen Demonstranten und der Polizei.
Bildstrecken Die Krawallnacht von Port SaidDie grössten Fussball-Katastrophen Video
Über 70 Tote an Fussballspiel in Ägypten
Bei gewaltsamen Protesten in der Hauptstadt starben zwei Demonstranten. Nach Angaben von Ärzten kamen sie durch das Einatmen von Tränengas ums Leben. Sie hatten sich einer Protestkundgebung nahe des Innenministeriums angeschlossen, wo die Polizei mit Tränengas gegen die steinewerfenden Demonstranten vorging.
Hunderte Menschen wurden von Sanitätern behandelt. Mehr als
Büro der Steuerbehörde in Brand gesetzt
Während der Krawalle ist in einem Regierungsgebäude ein Feuer ausgebrochen. Ein Gebäude der Steuerbehörden direkt gegenüber des Innenministeriums sei in Flammen aufgegangen, berichtete das ägyptische Staatsfernsehen am Freitag.
Angaben zur Brandursache wurden nicht gemacht, Sicherheitskreisen zufolge waren aber kurz zuvor Unbekannte in das Gebäude eingedrungen. Am frühen Freitagabend lieferten sich tausende Demonstranten vor dem Innenministerium weiter gewaltsame Auseinandersetzungen mit der Polizei.
Die Polizei habe Instruktion erhalten, im Umgang mit den Randalierern zurückhaltend zu sein. Daran hätten sich die Beamten auch gehalten, obwohl bei den jüngsten Unruhen 138 Polizisten verletzt worden seien. Nach einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur MENA kam am Freitag ein Angehöriger der Sicherheitskräfte ums Leben.
Zwei Tote in Suez
Auch in der rund 140 Kilometer von Kairo entfernten Stadt Suez, wo in der Nacht auf Freitag zwei Menschen bei Protesten erschossen wurden, gab es neue Ausschreitungen.
Etwa 3000 Menschen hatten sich am Donnerstagabend vor dem Polizeihauptquartier versammelt. Die Polizei habe Tränengas eingesetzt und mit scharfer Munition in die Menge geschossen, berichteten Augenzeugen. Der Sicherheitschef bestritt, dass die Todesopfer durch Schüsse von Polizisten gestorben seien.
Auslöser der Proteste waren die schweren Krawalle nach einem Fussballspiel in Port Said, bei denen am Mittwoch 74 Menschen getötet und hunderte weitere verletzt worden waren.
Misstrauen gegen Militärrat
Die Demonstranten in Kairo und anderen Städten sowie Abgeordnete des neu gewählten Parlaments werfen der Polizei vor, gegen die Ausschreitungen in dem Stadion von Port Said nicht entschieden vorgegangen zu sein oder die Gewalt geschehen haben zu lassen. Die Proteste richten sich auch gegen den herrschenden Militärrat.
Etwa 1500 Menschen marschierten am Freitag zum Verteidigungsministerium in Kairo und forderten in Sprechchören die Hinrichtung von Feldmarschall Tantawi. Die Demonstranten werfen dem Militärrat vor, er wolle trotz gegenteiliger Beteuerungen die Macht nicht an eine gewählte Regierung abgeben.
Der von den Streitkräften ernannte Ministerpräsident Kamal al- Gansuri gab erste personelle Konsequenzen gegen Sicherheitsverantwortliche bekannt. Zur Enttäuschung vieler Parlamentarier hielt die Regierung aber am Innenminister fest.
(sda)
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Alle 13 Kommentare
























Was bahnt sich da bloss an?
Bahnt sich da vielleicht eine neue Revolution an oder gar ein Bürgerkrieg? Habe gedacht, nach dem Sturz Mubaraks käme das Land so langsam wieder zur Ruhe, wovon auch die ersten freien Wahlen zeugten. Scheine mich wohl geirrt zu haben u hoffe nicht, das es ein Flächenbrand geben wird, der auch andere arab. Länder erfasst und zum Schluss sind sämtliche Opfer der Revolutionen umsonst gewesen u die alte Ordnung herrscht schrecklicher als je zuvor.
Die können aber klettern!
Ob sie früher auch auf die Pyramiden gestiegen sind, wenn sie unzufrieden waren?
Wer ist's gewesen?
Ein Vergleich: Jeder Fragt sich wie man bei einem Autounfall fahrerflucht begehen kann. Jeder würde ja dann heissen dass es das gar nicht gibt. Und doch ist es so... will heissen auch unter den "Guten" sind die "Schlechten".